30/09/2026
Seit 2013 erkundet das Zürcher Biennale-Festival «Zwei Tage Strom» die vielfältigen Ausdrucksformen elektroakustischer Musik. Im Fokus stehen Positionen, die neue Wege des Hörens eröffnen und Klangpraktiken sichtbar machen, die im dichten Rauschen der Musikwelt unterzugehen drohen. Wir freuen uns, dass das Festival zum zweiten Mal bei uns zu Gast ist; diesmal mit neuer Musik aus Marokko. Zwei Live-Konzerte und zwei Filme stehen auf dem Programm.
🎟 TICKETS: https://www.advance-ticket.ch/omniticket/filmpodium-zh/624908
Do 29.10. Filmpodium Zürich
Fr 30.10. – Sa 31.10. Kunstraum Walcheturm, Zürich
Detaillierte Informationen zum Programm: 2tagestrom.ch
Der Eröffnungsabend ist eine Koproduktion von Filmpodium und «Zwei Tage Strom.» Ticket für das Programm des Eröffnungsabends im Filmpodium: CHF 27.—
Das Musik- und Filmprogramm beleuchtet die Verschmelzung traditioneller mit westlich geprägter neuer Musik in Marokko: Die elektroakustischen Kompositionen des marokkanischen Musikpioniers Ahmed Essyad (*1938), die in den 1970er-Jahren entstanden, schöpfen aus den Klängen der Volksmusik, wie sie Ende der 1950er-Jahre in marokkanischen Dörfern zu hören war. Der Schweizer Klangkünstler und -forscher Gilles Aubry hingegen arbeitet mit modularen Synthesizern und KI-basierten Klangquellen und knüpft dabei an ein marokkanisches Lied über Maschinen aus den 1930er-Jahren an. Beide Künstler verhandeln auf unterschiedliche Weise kulturelle, technische und politische Fragestellungen und eröffnen dabei faszinierend eigenständige klangliche Perspektiven. Einer visuellen Entsprechung dazu begegnen wir in den Filmen der Künstlerin und Kulturaktivistin Laila Hida. Ihre Arbeit widmet sich den Spuren von Erinnerung und Sehnsucht, die in Fragmenten, Bildern, Objekten und Gesten fortleben und sich zwischen Fakt und Fiktion bewegen.
Eröffnungsabend am Do 29.10. im Filmpodium
19:30 Konzert
ELEKTROAKUSTISCHE WERKE VON AHMED ESSYAD
Ahmed Essyad (Elektronik)
«Toubkal», 1972, 12'
«Sultane», 1973, 14'
«Toubkal» bezieht sich auf den gleichnamigen Gipfel, der das Hohe Atlasgebirge überragt, die Wiege der Amazigh-Kultur. Der Titel ist eine Geste der Solidarität mit dieser stigmatisierten und bedrohten Kultur. «Sultane» ist das Ergebnis einer Reflexion über Erde und Boden. Inspiration dieser Komposition war ein Kriegslied, das in den 1950er-Jahren in Taza aufgenommen wurde.
Anschliessend:
GESPRÄCH MIT AHMED ESSYAD UND GILLES AUBRY
Die Musiker und Komponisten Ahmed Essyad und Gilles Aubry gewähren Einblicke in ihr Schaffen. Dabei stehen Fragen nach kultureller Identität, musikalischen Wurzeln und dem Dialog zwischen unterschiedlichen Traditionen im Zentrum.
21:00 Konzert
SET VON GILLES AUBRY MIT MODULAREM SYNTHESIZER UND COMPUTER
Gilles Aubry (Synthesizer, Computer)
«L’Makina», 2023, 30'
Das Stück lotet die Möglichkeiten eines virtuellen Klangmodells aus, das in Zusammenarbeit mit Musikern aus Marokko entwickelt wurde. «L'Makina» bezieht sich auf ein Lied des Amazigh-Musikers L’Haj Belaid aus den 1930er-Jahren. Darin staunt dieser über die Fähigkeit des Phonografen, Sprache und Musik wiederzugeben, und fragt sich als Dichter, ob es überhaupt noch Sinn macht, weiterhin Verse zu verfassen. Diese Reflexion wirkt erstaunlich aktuell und berührt zentrale Fragen zum Verhältnis von Mensch, Maschine und künstlicher Intelligenz.
Anschliessend:
Sangeh Khara (Harter Stein) 10'
Salam Godzilla 40'