24/09/2026
🌗 Licht, Dunkelheit und die Zeit im Kloster
Im benediktinischen Klosterleben richtete sich der Alltag nach Sonne und Mond. Gebet, Arbeit, Mahlzeiten und Ruhe folgten festen Stunden, die von Licht und Dunkelheit bestimmt wurden. Auch die nächtlichen Gebetszeiten hingen von der Jahreszeit ab: Die Benediktsregel (Regula Benedicti) unterscheidet zwischen Sommer und Winter – im Sommer folgt das Morgengebet bei Tagesanbruch auf den nächtlichen Gottesdienst, im Winter liegt mehr Zeit dazwischen womit die Mönche mehr Schlaf erhalten.
Zeit war im Kloster also auch eine Rechenaufgabe. Gelehrte Mönche befassten sich mit Kalendern und den Zyklen von Sonne und Mond – vor allem wegen einer zentralen Frage: Wann ist Ostern? Beda Venerabilis etwa untersuchte ausführlich den Zusammenhang zwischen Tagundnachtgleiche und Osterberechnung.
Die Tagundnachtgleiche in der zweiten Septemberhälfte ist deshalb ein guter Anlass, über Mensch, Natur und Zeit im mittelalterlichen Kloster nachzudenken. Für Menschen, die ihren Alltag nach den natürlichen Tageszeiten ausrichteten, war der Wechsel von Licht und Dunkelheit unmittelbar spürbar. 🕯
Nachtführung mit Claudia Eimer
📅 Samstag, 26. September 2026
🕘 21–23 Uhr
🎟 die Veranstaltung ist kostenlos
Quellen 📷
Bild 1: Artischocke. Eindruck vom Nachtrundgang vom 21.06.2025, Foto: Béatrice
Gründler
Bild 2: Bede. "De temporum ratione." Manuscript, first half of the 12th century. British Library, Royal MS 12 D IV.
Bild 3 : Master of the Cypresses, Initial T with a Group of Benedictine Monks Singing before an Altar, 1430s. National Gallery of Art, Washington, DC. Photo: SepiaTimes / Universal Images Group via Getty Images.
Bild 4 : Jean Bourdichon, September-Kalenderblatt, fol. 12r, ca. 1503–1508, Grandes Heures d’Anne de Bretagne, BnF, MS Latin 9474. © SepiaTimes / Universal Images Group / Getty Images.
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