03/09/2026
Wollen Sie einen kleinen Blick hinter die Kulissen? Bitte sehr! Die MDZ-Redaktion ist klein, wir sind nur zu dritt. Wir besprechen Themen miteinander und beraten uns. Aber es hat sich gezeigt, dass das nicht immer funktioniert. Gleich zwei Redaktionsmitglieder haben auf die Nachricht von der Schließung des Goethe-Instituts in Moskau reagiert. Und was nun? Den zweiten Text wegwerfen? Nachdem wir uns intern abgestimmt hatten, beschlossen wir, auch den zweiten Text zu veröffentlichen.
Ein eigenes Wort verdient das Bild, das die KI nach der Beschreibung des Autors des zweiten Beitrags erstellt hat. Die erste Version war zu düster, daher enthielt der überarbeitete Prompt den Vorschlag, die Hausfarben des Goethe-Instituts hinzuzufügen oder ein GI-Abzeichen am Revers des Sakkos anzubringen. Das Ergebnis kann man hier sehen. Kommt es nur uns in der Redaktion so vor, dass die zwei großen Dichter dank der Bemühungen der MDZ jetzt durchaus als „Gesichter von Gazprom“ durchgehen können?
Hier ist der Text selbst:
Kaum ein paar Tage nach der Ankündigung der Schließung des Russischen Hauses in Berlin verkündet Außenminister Sergej Lawrow bereits die Schließung des Goethe-Instituts in Russland. Für all jene im Land, die jahrzehntelang daran gearbeitet haben, die russisch-deutschen Beziehungen in den Bereichen Kultur, Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern und zu entwickeln, ist dies ein einschneidendes Ereignis.
Ein Kommentar erübrigt sich fast. Und was könnte die MDZ schon Neues sagen, was nicht bereits im Zusammenhang mit den in Russland eingestellten deutschen politischen Stiftungen, wissenschaftlichen Organisationen und anderen Brückenbauern gesagt wurde?
Aber wir vertrauen unseren Lesern. Die werden diese Entwicklung sicher nicht kommentarlos lassen.
Die einen werden einfach schreiben: „Wie schade!“ oder „Das ist Wahnsinn!“. Andere werden dazu aufrufen, Politik und Kultur zu trennen. Zweifellos werden sich auch solche finden, die sagen: „Endlich!“ (genau wie gestern unter der Meldung über die Schließung des Russischen Hauses in Berlin) oder „Man hätte dieses Spionagenest schon längst dichtmachen sollen!“. Mit ihnen werden de facto auch ihre Antagonisten solidarisch sein, die urbi et orbi daran erinnern werden, dass die Russen Barbaren seien und deutsche Kultur, einschließlich des Goethe-Instituts, nicht verdient hätten.
Nun denn, liebe Leser, legt los!
Nur eine Bitte: Keine Bilder. Die MDZ-Redaktion arbeitet in Moskau gemäß der russischen Gesetzgebung. So kann ein Bild in den Kommentaren, das einen beliebigen Politiker (einschließlich des russischen und ukrainischen Präsidenten) oder eine Privatperson neben nationalsozialistischer Symbolik zeigt, der Redaktion eine Geldstrafe nach Artikel 20.3 des russischen Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten einbringen. Dies wird als Propaganda oder öffentliche Zurschaustellung nationalsozialistischer oder verbotener Symbolik gewertet. Das Gleiche gilt für die bekannte ukrainische Losung und die dazugehörige Erwiderung.
Ein wiederholter Verstoß innerhalb eines Jahres wird bereits als Straftat gewertet und mit einer Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren geahndet. Und ja, nach russischem Gesetz trägt die Plattform die Verantwortung für die Kommentare der Nutzer.
Und noch eine Bitte: Keine allzu langen Kommentare. Erstens liest sie ohnehin meist niemand. Und zweitens müssen wir lange durch die Kommentare scrollen, um Bilder zu finden, die die Redaktion für sich gefährlich findet und ohne Vorwarnung löscht.