Moskauer Deutsche Zeitung

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Moskauer Deutsche Zeitung 20 Seiten Hintergrund aus Russland. Wir berichten aus einer der spannendsten Städte der Welt.

Wir schauen hinter die Kulissen des Alltagsgeschehens, spüren Trends auf und analysieren die neuesten Entwicklungen. Bei uns finden Sie Berichte, Interviews und Reportagen aus Politik Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur. Die Moskauer Deutsche Zeitung erscheint alle zwei Wochen in einer Auflage von 25.000 Exemplaren. Darüber hinaus veröffentlicht die Moskauer Deutsche Zeitung regelmäßig Sonderausgaben zu wichtigen Themen des deutsch-russischen Austauschs.

Dostojewski goes TikTok? 📱📚 Warum ein 175 Jahre alter Text plötzlich die Bestsellerlisten stürmtStellen Sie sich vor: Ei...
15/09/2026

Dostojewski goes TikTok? 📱📚 Warum ein 175 Jahre alter Text plötzlich die Bestsellerlisten stürmt

Stellen Sie sich vor: Ein einsamer Träumer im Petersburg des 19. Jahrhunderts, vier magische Nächte und eine unerwiderte Liebe. Klingt nach verstaubter Klassik? Weit gefehlt!
Dank der Buch-Community auf TikTok ( ) ist Fjodor Dostojewskis frühe Erzählung „Weiße Nächte“ plötzlich zum Überraschungs-Bestseller geworden. Plötzlich wird der russische Melancholiker mit modernen Begriffen wie „Friendzone“, „Slow Burn“ oder „Limerence“ gelesen.

Warum dieser alte Text heute so schmerzhaft vertraut wirkt, warum wir beim Lesen unweigerlich an unser eigenes romantisches Chaos denken und wie aus einem „großen Klassiker“ plötzlich ein „Oh Gott, das kenne ich“-Gefühl wird, erklären wir in unserem neuen Artikel: https://mdz-moskau.eu/weisse-naechte-friendzone-auf-dostojewski-art/

Haben Sie „Weiße Nächte“ schon gelesen?

145 Jahre nach seinem Tod wird Dostojewski zum TikTok-Star – ohne je getanzt oder seine Morgenroutine gefilmt zu haben. Mit einer Geschichte von 1848 ertappt er eine Generation, die ihre Datingprobleme bislang für ausgesprochen modern hielt. „Weiße Nächte" von Dostojewski wurde 2024 über Boo...

Zu den vier großen Moskauer Fußballklubs in der Premier-Liga hat sich dieses Jahr Neuling Rodina gesellt. Der Aufsteiger...
15/09/2026

Zu den vier großen Moskauer Fußballklubs in der Premier-Liga hat sich dieses Jahr Neuling Rodina gesellt. Der Aufsteiger mit Adresse in einem Außenbezirk der Hauptstadt verfügt nicht einmal über ein eigenes Stadion, hat sich aber binnen sieben Jahren aus der dritten in die erste Liga hochgearbeitet. Eine klassische Eintagsfliege, wie nun viele unken?

Kaum Tradition, kaum Zuschauer: Aber Aufsteiger Rodina ist nun der fünfte Moskauer Klub in der Premier-Liga? Wie schlägt er sich?

Der russische Fußball war immer ein Thema, bei dem sich Sportinteressierte im Westen das Gähnen verkneifen mussten. Seit...
14/09/2026

Der russische Fußball war immer ein Thema, bei dem sich Sportinteressierte im Westen das Gähnen verkneifen mussten. Seit 2022 sind die Teams aus Russland nun auch noch für alle internationalen Wettbewerbe gesperrt, was zur Folge hat, dass Ausländer sie erst recht aus dem Blick verloren haben. Doch wie fühlt sich die russische Blase eigentlich von innen an?

Der deutsche Trainer Sandro Schwarz und die russische Blase: Aktuelle Notizen von den Fußballplätzen in Russland.

Im Zentrum „Sotow“ wurde eine Ausstellung mit dem lakonischen Titel „Brot“ eröffnet, die der Geschichte des Brotes in Ru...
14/09/2026

Im Zentrum „Sotow“ wurde eine Ausstellung mit dem lakonischen Titel „Brot“ eröffnet, die der Geschichte des Brotes in Russland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewidmet ist. Die Exposition ist wie ein Märchen aufgebaut, dessen Hauptfigur das Brot ist, das vom Land in die Stadt gezogen ist.

Mehr zur Ausstellung:
https://mdz-moskau.eu/vom-kolobok-aus-dem-ofen-bis-zur-brotfabrik/

🏎️ Schumacher kämpfte für Verkehrssicherheit, sein Name steht in Russland aber für "Raser"Auf diesem Foto aus dem Jahr 2...
08/09/2026

🏎️ Schumacher kämpfte für Verkehrssicherheit, sein Name steht in Russland aber für "Raser"

Auf diesem Foto aus dem Jahr 2008 ist der legendäre Formel-1-Pilot Michael Schumacher mit Walentina Matwijenko zu sehen. Ein wichtiger Kontext für deutsche Leser: Damals war Matwijenko Gouverneurin von St. Petersburg, heute ist sie Vorsitzende des Föderationsrates (der oberen Kammer des russischen Parlaments).
Schumacher war in die russische Metropole gereist, um für mehr Verkehrssicherheit zu werben. Er kritisierte scharf die gefährlichen Straßenkreuzungen und die hohe Unfallrate im Land und appellierte an die Autofahrer, eine bessere Fahrkultur zu entwickeln.

Doch während Schumacher selbst gegen rücksichtsloses Fahren kämpfte, wurde sein Nachname in der russischen Umgangssprache längst zum Synonym für das genaue Gegenteil – für einen aggressiven Raser oder "Kamikaze" am Steuer.

Jetzt wurde diese sprachliche Realität auch offiziell anerkannt: Das Wort "Schumacher" (Шумахер) ist nun fest im akademischen Rechtschreibwörterbuch "Akademos" des Winogradow-Instituts für russische Sprache der Russischen Akademie der Wissenschaften verankert. Es bedeutet schlicht: "ein Raser, ein rücksichtsloser Fahrer".

(Foto: RIA Novosti)

Zum 18. September 2026 stellen das russische Generalkonsulat in Bonn und das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg ...
08/09/2026

Zum 18. September 2026 stellen das russische Generalkonsulat in Bonn und das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg ihre Arbeit ein. Damit verschwinden wichtige Brücken zwischen unseren Ländern.

Bis 2023 gab es deutsche Konsulate in St. Petersburg (seit 1972), Nowosibirsk (seit 1994), Kaliningrad (seit 2004) und Jekaterinburg (seit 2005). Zuvor war auch Saratow (1994–2004) ein Standort. Diese Vertretungen waren mehr als nur Visastellen: Sie unterstützten die rund 100.000–120.000 deutschen Staatsbürger, die in Russland in den 2010er Jahren lebten – Unternehmer, Studierende, Fachkräfte und viele Spätaussiedler mit doppelter Staatsbürgerschaft. Sie förderten kulturelle Projekte, wissenschaftliche Begegnungen und den Dialog mit russlanddeutschen Gemeinden.

2023 mussten drei Konsulate schließen, nachdem Russland die maximale Zahl deutscher Diplomaten auf 350 begrenzte. Nun folgt das letzte – als Reaktion auf die deutsche Entscheidung, das russische Generalkonsulat in Bonn zu schließen.

Auch auf russischer Seite verschwinden fünf Vertretungen: Leipzig (gegründet 1783!), Hamburg, München, Bonn und Frankfurt. Für die über eine halbe Million russischen Staatsbürger in Deutschland – darunter viele Spätaussiedler – bedeutet das: Der Weg zum Pass, zur Rente, zur Wahlurne führt nun nur noch nach Berlin.

Konsulate waren Brücken. Orte, an denen Menschen sich begegneten, Projekte entstanden, Freundschaften wuchsen. Nicht alle Verbindungen zwischen Russland und Deutschland sind gerissen. Aber es gibt deutlich weniger Orte, an denen sie entstehen können.

(Auf dem Foto: Das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg am 7. September. Quelle: RIA Nowosti)

Die Datschensiedlung Kratowo ist einer der Traumorte, an denen man unbedingt ein eigenes Häuschen haben möchte. Die Bewo...
06/09/2026

Die Datschensiedlung Kratowo ist einer der Traumorte, an denen man unbedingt ein eigenes Häuschen haben möchte. Die Bewohner leben hier seit vielen Generationen und kennen die Geschichte des Ortes gut. Machen wir einen kleinen Spaziergang mit einem Einheimischen.

Die Datschensiedlung Kratowo ist einer der Traumorte, an denen man unbedingt ein eigenes Häuschen haben möchte. Die Bewohner leben hier seit vielen Generationen und kennen die Geschichte des Ortes gut. Machen wir einen kleinen Spaziergang mit einem Einheimischen. Die Datschensiedlung Kratowo ist e...

Wollen Sie einen kleinen Blick hinter die Kulissen? Bitte sehr! Die MDZ-Redaktion ist klein, wir sind nur zu dritt. Wir ...
03/09/2026

Wollen Sie einen kleinen Blick hinter die Kulissen? Bitte sehr! Die MDZ-Redaktion ist klein, wir sind nur zu dritt. Wir besprechen Themen miteinander und beraten uns. Aber es hat sich gezeigt, dass das nicht immer funktioniert. Gleich zwei Redaktionsmitglieder haben auf die Nachricht von der Schließung des Goethe-Instituts in Moskau reagiert. Und was nun? Den zweiten Text wegwerfen? Nachdem wir uns intern abgestimmt hatten, beschlossen wir, auch den zweiten Text zu veröffentlichen.

Ein eigenes Wort verdient das Bild, das die KI nach der Beschreibung des Autors des zweiten Beitrags erstellt hat. Die erste Version war zu düster, daher enthielt der überarbeitete Prompt den Vorschlag, die Hausfarben des Goethe-Instituts hinzuzufügen oder ein GI-Abzeichen am Revers des Sakkos anzubringen. Das Ergebnis kann man hier sehen. Kommt es nur uns in der Redaktion so vor, dass die zwei großen Dichter dank der Bemühungen der MDZ jetzt durchaus als „Gesichter von Gazprom“ durchgehen können?

Hier ist der Text selbst:

Kaum ein paar Tage nach der Ankündigung der Schließung des Russischen Hauses in Berlin verkündet Außenminister Sergej Lawrow bereits die Schließung des Goethe-Instituts in Russland. Für all jene im Land, die jahrzehntelang daran gearbeitet haben, die russisch-deutschen Beziehungen in den Bereichen Kultur, Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern und zu entwickeln, ist dies ein einschneidendes Ereignis.

Ein Kommentar erübrigt sich fast. Und was könnte die MDZ schon Neues sagen, was nicht bereits im Zusammenhang mit den in Russland eingestellten deutschen politischen Stiftungen, wissenschaftlichen Organisationen und anderen Brückenbauern gesagt wurde?

Aber wir vertrauen unseren Lesern. Die werden diese Entwicklung sicher nicht kommentarlos lassen.

Die einen werden einfach schreiben: „Wie schade!“ oder „Das ist Wahnsinn!“. Andere werden dazu aufrufen, Politik und Kultur zu trennen. Zweifellos werden sich auch solche finden, die sagen: „Endlich!“ (genau wie gestern unter der Meldung über die Schließung des Russischen Hauses in Berlin) oder „Man hätte dieses Spionagenest schon längst dichtmachen sollen!“. Mit ihnen werden de facto auch ihre Antagonisten solidarisch sein, die urbi et orbi daran erinnern werden, dass die Russen Barbaren seien und deutsche Kultur, einschließlich des Goethe-Instituts, nicht verdient hätten.

Nun denn, liebe Leser, legt los!

Nur eine Bitte: Keine Bilder. Die MDZ-Redaktion arbeitet in Moskau gemäß der russischen Gesetzgebung. So kann ein Bild in den Kommentaren, das einen beliebigen Politiker (einschließlich des russischen und ukrainischen Präsidenten) oder eine Privatperson neben nationalsozialistischer Symbolik zeigt, der Redaktion eine Geldstrafe nach Artikel 20.3 des russischen Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten einbringen. Dies wird als Propaganda oder öffentliche Zurschaustellung nationalsozialistischer oder verbotener Symbolik gewertet. Das Gleiche gilt für die bekannte ukrainische Losung und die dazugehörige Erwiderung.

Ein wiederholter Verstoß innerhalb eines Jahres wird bereits als Straftat gewertet und mit einer Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren geahndet. Und ja, nach russischem Gesetz trägt die Plattform die Verantwortung für die Kommentare der Nutzer.

Und noch eine Bitte: Keine allzu langen Kommentare. Erstens liest sie ohnehin meist niemand. Und zweitens müssen wir lange durch die Kommentare scrollen, um Bilder zu finden, die die Redaktion für sich gefährlich findet und ohne Vorwarnung löscht.

Wie zu erwarten: Russland kündigt Schließung des Goethe-Instituts als Reaktion auf das Aus für das Russische Haus in Ber...
03/09/2026

Wie zu erwarten: Russland kündigt Schließung des Goethe-Instituts als Reaktion auf das Aus für das Russische Haus in Berlin an

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat auf dem Ostwirtschaftsforum angekündigt, dass die Niederlassungen des Goethe-Instituts in Russland geschlossen werden. Dies sei eine direkte Reaktion darauf, dass das Russische Haus für Wissenschaft und Kultur in Berlin seine Tätigkeit einstellen musste. Moskau sehe sich gezwungen, auf die Schließung seines eigenen Kulturzentrums in Deutschland zu reagieren.

„Die Deutschen haben hier Niederlassungen des Goethe-Instituts – in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg [Anmerkung der Redaktion: tatsächlich befindet sich eine Niederlassung in Nowosibirsk]. Natürlich werden sie geschlossen, nachdem unser Kulturzentrum rausgeworfen wurde, sonst würden wir uns nicht respektieren“, zitierte der Minister.

Zur Erinnerung an den Hintergrund:

Am 1. September hatten die deutschen Behörden die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und die Kündigung des Abkommens über das Russische Haus in Berlin bekannt gegeben. Als offiziellen Grund nannte Berlin den Drohnenvorfall auf dem Flughafen Leipzig/Halle Anfang August, für den man Russland die Verantwortung zuschreibt. Parallel dazu wurden eine Verschärfung der Visumskontrollen und mögliche neue Sanktionen angekündigt.

Moskau hat diese Vorwürfe zurückgewiesen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, wies auf das Fehlen von Beweisen hin. Am 2. September wurde der deutsche Geschäftsträger Bernd Finke ins russische Außenministerium einbestellt, wo die Schritte Berlins als weiterer Akt zur Zerstörung der bilateralen Beziehungen bezeichnet wurden.

Der Prozess des Rückzugs des Goethe-Instituts in Moskau begann bereits früher: Im Jahr 2023, nachdem Moskau die Höchstzahl der Mitarbeiter deutscher Vertretungen auf 350 Personen begrenzt hatte, musste das Goethe-Institut seinen Personalbestand in Russland radikal von rund 200 auf nur noch 13 Mitarbeiter reduzieren. Davon waren in erster Linie die russischen Fachkräfte betroffen, die sich jahrelang mit Herzblut für die Förderung von deutscher Sprache und Kultur in Russland eingesetzt hatten.

Zwar gab es in letzter Zeit weniger Angebote, aber der Betrieb lief weiter. Aktuell finden sich auf der Webseite des Goethe-Instituts noch Ankündigungen für Moskauer Projekte, wie die am 1. September eröffnete Plakatausstellung „Künstlerinnen sprechen. Deutsche Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts“ und die Veranstaltung zum „Europäischen Tag der Sprachen“ am 26. September. Auch die Bibliothek ist geöffnet, es laufen noch Kurse und das Programm „Brücke an die deutsche Universität“ für Schüler.

Nun aber deutet alles auf eine vollständige Einstellung der Aktivitäten hin. Dies könnte Medienberichten zufolge erst im Sommer 2027 geschehen, denn bis dahin läuft der Vertrag des Russischen Hauses in Berlin.

Wir halten Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden.

(Foto: Goethe-Institut in Moskau, Tino Künzel)

In Moskau wurde im Museum und Naturschutzgebiet Kolomenskoje die Christi-Himmelsfahrts-Kirche nach ihrer Restaurierung w...
03/09/2026

In Moskau wurde im Museum und Naturschutzgebiet Kolomenskoje die Christi-Himmelsfahrts-Kirche nach ihrer Restaurierung wiedereröffnet. Es handelt sich um eine der ersten steinernen Kirchen mit Satteldach in Russland. Die Restaurierung dauerte 2,5 Jahre.

In Moskau wurde im Museum und Naturschutzgebiet Kolomenskoje die Christi-Himmelsfahrts-Kirche nach ihrer Restaurierung wiedereröffnet. Es handelt sich um eine der ersten steinernen Kirchen mit Satteldach in Russland. Die Restaurierung dauerte 2,5 Jahre. In Moskau wurde im Museum und Naturschutzgebi...

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