12/02/2026
Nach Fasnetsverkünden, Schülerbefreiung, Rathausstum, Kinderumzug, Narrenbaumsetzen und Rathausttanz geht es nun gleich um 19 Uhr weiter mit dem Hemdglonkerumzug. Den führen sind 20 Jahren wieder die Langen Männer an. Mit ihren überdimensionalen Gestalten sorgen die Riesenhemdglonker jedes Jahr für Staunen entlang der Umzugsstrecke.
Dr. Fritz Mattes hat den Hemdglonkerumzug nach Konstanzer Vorbild 1929 in die Weingärtler Fasnet eingeführt. Seither ist die Bevölkerung eingeladen, im weißen Nachthemd, mit Zipfelmütze oder Betthäubchen, Laterne und vor allem einem lauten Lärminstrument durch die Gassen zu ziehen. Start- und Zielpunkt ist dieses Jahr am Abend des Gumpigen Donnerstags der Narrenbaum am Münsterplatz. Bereits damals in den 1930er Jahren schritt ein überlebensgroßer Hemdglonker schwankend und sich zu den Zuschauern verbeugend voran, dann folgte die große Menge, lärmend, tobend, schreiend. Dabei war die „zweimannshohe Hemdglonkerfigur mit ihrem durch inneres Licht erleuchteten Kopf eine wirkliche Spukgestalt”, wie der Oberschwäbische Anzeiger damals ausführlich berichtete. Ein wildes Lärmen mit Deckeln, Blechbüchsen und Blasinstrumenten aller Tonstufen begleitete den Zug, der sein Ende fand in einem närrischen tollen Tanz um den Narrenbaum. Leider verschwand dieser Riesenhemdglonker nach dem Zweiten Weltkrieg, bis er 2006 nach Vorlage der alten Beschreibungen wiederbelebt wurde. Seither sind es sogar drei Lange Männer, die den Umzug anführen. Wer im Zuge der Geschlechtergerechtigkeit eine Lange Frau vermisst, ist eingeladen, sich eine zu bauen und damit teilzunehmen.
Vielen Dank an Elke Obser für die tollen Bilder!
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