02/09/2026
Im September beschäftigen wir uns im Fund des Monats mit der mit Abstand am häufigst auftretenden Materialgattung, der Keramik.
Die hier gezeigten Fragmente von römischen Keramikgefäßen sind nur ein kleiner Teil des Konvoluts, welches bei der Ausgrabung des Töpferofens im Jahr 1994 freigelegt wurde. Von der allseits bekannten Terra Sigillata befand sich kein einziges Stück im Töpferofen, hier wurde ausschließlich Gebrauchskeramik gefunden. Nicht weniger aufschlussreich, verraten die verschiedenen Bruchstücke einiges über den Inhalt des Töpferofens, wie über die Keramik selbst. Auffällig ist das breite Farbspektrum der Keramikfarbe, das für unterschiedliche Tonvorkommen spricht. Außerdem haben wir eine große Auswahl an verschiedenen Gefäßen: Zum einen typisch römische Reibschalen. Gut zu erkennen an den kleinen weißen Kieseln, die ein Zerreiben bzw. Zerstößeln vereinfachten, sowie des typisch geformten Ausgusses. Ferner lassen sich unterschiedliche Größen und Formen feststellen: Becher, Teller, Schalen und Lagergefäße. Vermutlich wurde die Brenngrube nach Nutzung als Abfalldeponie genutzt, was die verschiedene Zusammensetzung der Scherben begründen würden.
Der römische Töpferofen war Teil des Handwerkbetriebs des Vicus, rund um das Kastell Biriciana. Der Ofen befand sich unterhalb eines Parkplatzes am Bahnhof Weißenburg und wurde wegen des guten Erhaltungszustandes im Block geborgen. Nach gelungener Restaurierung wurde der Töpferofen unter einem Schutzbau in der Kohlstraße gestellt. Hier bildet er nun ein neues Glied zwischen RömerMuseum, Graffiti in der Bahnunterführung dem Kastellgelände Biriciana und den Römischen Thermen in Weißenburg.
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