13/10/2026
Keine Angst: Unsere Besucherinnen und Besucher werden mit solchen speziellen Begriffen wie „Twomey-“ und „Albrecht-Effekt“ nicht konfrontiert. Schlimm genug, dass wir bei der Niederschlagsfrage in der Ausstellung auch mal den Begriff Bergeron-Findeisen-Prozess (bzw. oft auch Wegener-Bergeron-Findeisen-Prozess genannt) erwähnt haben.
Es geht beim Bergeron-Findeisen-Prozess um die Entstehung großer Tropfen in Wolken. Voraussetzung sind hoch reichende Mischwolken, in denen sich im Temperaturbereich von −10 °C bis −35 °C unterkühlte Wassertröpfchen und Eiskristalle nebeneinander befinden.
Beim „Twomey-“ und „Albrecht-Effekt“ geht es dagegen um die Frage, wie künstliche Aerosole zu zusätzlichen Wolkentropfen aktiviert werden und so zum Aufhellen insbesondere von Cumuluswolken beitragen. Im Einzelnen:
Twomey-Effekt: Mehr Aerosole führen zu einer höheren Anzahl kleinerer Wolkentropfen bei gleichbleibendem Flüssigwassergehalt. Dadurch vergrößert sich die Gesamtoberfläche der Tropfen, und die Wolke reflektiert mehr Sonnenlicht (Aufhellung).
Albrecht-Effekt: Die vielen kleinen Tropfen kollidieren seltener miteinander, wodurch die Entstehung von Regenmengen unterdrückt oder verzögert wird. Die Wolke behält ihr Wasser länger, lebt länger und bleibt somit ebenfalls heller und beständiger.
Wie kommen wir gerade jetzt darauf? Die FU Berlin – also das dortige Institut für Meteorologie (IfM) - hat jüngst eine befristete Stelle für Forschung in dieser Frage ausgeschrieben. Und wir als Museum schauen natürlich hin, was heute in der Meteorologie geforscht wird. Wir sammeln nicht nur alte Geräte. 😉
(die Abbildung wurde einem Aufsatz von Jagabandhu Panda, Ankan Sarkar und Ram Kumar Giri auf imetsociety.org (Indian Meteorological Society, 2023) entnommen).