25/04/2026
Am Samstag, den 18. April 2026 wurde am Sommerkahler Bergwerk in einer Feierstunde ein Kompressor für die Erzeugung von Pressluft eingeweiht. So eine ähnliche Maschine stand einst am Bergwerk zum Betrieb der Bohrmaschinen und Presslufthämmer im Berg.
Der ehemalige
Berufsschullehrer
Manfred Staub aus Omersbach („Die Gusseisernen“ – 11.-12.7.2026) hatte vor Jahrzehnten einen Kontakt zu einer Berufsschule in Traunstein, wo er diesen Kompressor aus dem Jahr 1911 kaufen konnte. Nach vielen Jahren des Schattendaseins erfuhr der Bergwerkverein 2024 davon und so wurde die tonnenschwere Maschine in eine extra angebaute, offene Halle neben dem Gebäude am Bergwerk wieder in Betrieb genommen. Dafür hatten sich besonders Oliver Pfaff und Marco Roth aus dem Bergwerksvereinsvorstand eingesetzt. Golfbälle in der Abluft zeigen an, dass man damit Druckluft erzeugt, wenn die Maschine zu Demonstrationszwecken in Betrieb genommen wird.
Die Maschine stammt aus dem
Maschinenbauunternehmen
mit Eisengießerei von Albert Ludwig Georg Dehne (*1832 †1906) in Halle an der Saale; man produzierte Dampfmaschinen, Armaturen, Pumpen, usw. Es handelt sich um einen Kompressor mit einem doppelwirkenden Kolben und einem Hubraum von 54 Litern. Angetrieben wurde die Maschine mit einem großen Elektromotor mit einer Leistungsaufnahme von 22 kW, von dem ein Riemenantrieb auf das große Schwungrad wirkte. Die sehr massiv konstruierte und gebaute Anlage war bis zum Jahr 1960 im Betrieb. Es sind gegenwärtig nur noch 3 Maschinen dieser Bauart bekannt, so dass es sich um ein seltenes Industriedokument handelt.
Der Kompressor erweitert die Darstellungsmöglichkeiten des Bergwerks bei Führungen um ein weiteres Highlight. Zu Demonstrationszwecken kann die Anlage über ein Reibrad in Betrieb genommen werden.
Joachim Lorenz