06/08/2026
Ausstellung "Stolen Memories" vom 8.8. bis 1.9.26 vor dem Saarbrücker Schloss.
Sogenannte Effektenkammern gab es in allen Konzentrationslagern der SS. Aufbewahrungsort für die letzten Habseligkeiten, die die Häftlinge auf den Transport mitnehmen durften. Eheringe und weiterer Schmuck, Uhren, Füllfederhalter zum Beispiel. Viele dieser Erinnerungsstücke haben die Arolsen Archives zusammengetragen, größtes Dokumentenarchiv auf bundesdeutschem Nachkriegsboden.
In einem begehbaren Überseecontainer werden diese Fundstücke erstmals im Saarland vor dem historischen Saarbrücker Schloss gezeigt. Hier war einst die Zentrale der Saarländischen Gestapo. Heute ist das Schloss auch Sitz des Historischen Museums Saar, das die laufende Ausstellung nach Saarbrücken geholt hat. Unterstützt wird das Historische Museum vom Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, dem Bildungscampus Saarland sowie der hiesigen Landeszentrale für politische Bildung.
20 Biographien wurden aufbereitet, auch in der Hoffnung, die rechtmäßigen Besitzer von einst und ihre Familien noch ausfindig machen zu können. Darunter auch den aus Forbach stammenden Bergmann Josef Altmeyer, Vater von sechs Kindern, der nicht für die Wehrmacht in den Krieg ziehen wollte und im August 1944 von der Gestapo in Saarbrücken verhaftet wurde. Am 23. Oktober wurde er in das KZ Dachau deportiert, das er glücklicherweise überlebte. Seine hinterlassenen Effekten konnten zwischenzeitlich der Familie übergeben werden.
Weitere Informationen zur Ausstellung sind auf der Website des Historischen Museum Saar zu finden! Der Eintritt ist frei.
Text: Burckhard Jellonnek
Bild: Aus der Effektenkammer: Hab und Gut von Wieslama Brzyś aus Polen © Arolsen Archives