24/06/2024
Am kommenden Mittwoch, den 26. Juni gibt es wieder eine Vorweisung zu einem spannenden Thema:
Artbildungen und Ausbreitungsprozesse bei Tieren und Menschen im Eiszeitalter
Die Verbreitung von Tierarten in heutiger Zeit und auch ihre Artenvielfalt wurde in der Vergangenheit stark durch die Klima- und Umweltdynamik des Eiszeitalters geprägt. Auch die Evolution und Ausbreitung des Menschen auf der Erde ist die Folge von Anpassungen an unterschiedliche Umweltverhältnisse und Ausbreitungsvorgänge in Kaltzeiten und Warmzeiten des Eiszeitalters.
Doch wie kann man sich eigentlich eine Artbildung bei Tieren oder Menschen vorstellen, die durch Klimaveränderungen ausgelöst wurde? In welchen Zeiträumen hat sich so etwas im Eiszeitalter abgespielt?
Mit Hilfe von naturwissenschaftlichen Daten über die Umweltgeschichte des Eiszeitalters können wir heute Ausbreitungsprozesse von Tieren und Menschen besser verstehen und rekonstruieren. Durch das Wissen über die Umweltverhältnisse in damaliger Zeit ist es möglich, Erklärungen und Hypothesen für die Dynamiken von Menschen und Tieren im Eiszeitalter zu geben. Wir können die wechselvolle Geschichte von Arten, wie z. B. den Eisbären, auf diese Weise bis in heutige Zeit verfolgen. In wieweit steckt in den Eisbären heute noch durch ihre Evolutionsgeschichte, die stets mit wechselndem Klima verbunden war, das Potenzial, davon heute in Zeiten der globalen Erwärmung zu profitieren?
Und natürlich kommen wir auch auf die häufig gestellte Frage zurück: warum sind die Neandertaler ausgestorben? Auch bei diesem Thema ist es so, dass die Antworten, die aus der Wissenschaft kommen, ein sehr vielfältiges, aber hoch interessantes Bild geben. Im Vortrag können Sie sich darauf einlassen, verschiedene Erkenntnisse aus den Gebieten Urgeschichts- und Evolutionsforschung aufzunehmen, um eine Vorstellung zu bekommen, wie komplex die Möglichkeiten der evolutiven Entstehung von Menschenarten, deren Koexistenz, Aussterben oder Interaktion mit Tier und Umwelt waren. Lassen Sie sich überraschen!
Der Referent Robert Sommer ist Professor für Zoologie, Tierökologie und Naturschutz an der Hochschule Neubrandenburg, sowie Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte der Universität Rostock. Nach Studium und Promotion an der Universität Rostock war er am Museum für Tierkunde in Dresden tätig und habilitierte an der Universität Kiel. Neben den genannten Einrichtungen führte er Lehrtätigkeiten im Bereich Zoologie, Tierökologie, Naturschutz, Zoogeographie, Evolution und Ur- und Frühgeschichte des Menschen an den Universitäten Kiel, Rostock, Potsdam und Greifswald, sowie am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig durch.
Zeit und Ort: 26. Juni 2024, 17:00 Uhr, Hs 323, Universitätshauptgebäude.
Foto: Eisbär Churchill aus der Zoologischen Sammlung der Universität Rostock