23/12/2025
Von Herzen wünsche ich euch besinnliche Festtage – eine Zeit der Ruhe, des Lichts und der stillen Einkehr. Mögen diese Tage Raum schenken zum Innehalten, zum Erinnern an das Wesentliche und zur Freude an guter Begegnung.
Wie die diese Zeit selbst ist auch die Ronneburg für viele ein Seelenort, ein Platz der Freundschaft und des Miteinanders, an dem Geschichten und Erinnerungen ausgetauscht werden. Diese nachdenkliche und schön geschriebene Sage fügt sich in diesen Geist alter Tage und erinnert daran, wie wertvoll Frieden, Besinnlichkeit und Verbundenheit sind.
Sagen & Legenden aus unserer Heimat
Die versunkene Glocke
Tief unter der Ronneburg, dort wo der Fels kühler atmet als der Tag, soll sie ruhen.
Eine Glocke aus Bronze, hastig verborgen in einer Zeit, als Krieg näher war als Hoffnung. Hände hatten sie getragen, leise, im Schein flackernder Fackeln, durch Gänge, die heute niemand mehr kennt. Dann schloss sich die Erde über ihr. Und mit ihr die Erinnerung an den genauen Ort.
Man sagt, sie sei nicht verloren – nur wartend.
Wenn der Sturm die Burg umklammert und der Wind in den Zinnen singt wie eine alte Klage, dann geschieht es: ein Ton, dumpf und fern, kein klares Läuten, eher ein Atem aus der Tiefe. Kein Ruf zum Gebet. Kein Zeichen für die Stunde.
Ein Erinnern.
Die Glocke meldet sich nicht zu festen Zeiten. Sie läutet, wenn die Burg still wird und die Gegenwart einen Schritt zurücktritt. Wenn Mauern zuhören. Wenn Namen, die niemand mehr nennt, durch die Nacht gehen. Dann klingt sie, einmal vielleicht, oder nur so lange, wie ein Gedanke braucht, um schwer zu werden.
Wer sie hört, soll nicht graben.
Nicht suchen.
Nicht besitzen wollen.
Denn diese Glocke ruft nicht die Lebenden zusammen.
Sie bewacht das, was war: Angst und Mut, Flucht und Hoffnung, Abschied ohne Wiederkehr.
Sie ist kein Schatz. Sie ist ein Gedächtnis aus Bronze.
Und so ruht sie weiter unter der Ronneburg –
nicht verschüttet,
nicht vergessen,
sondern eingebettet in die Tiefe der Zeit.