14/10/2026
Einblick Sammlung – Glas 🍷Wenn der Fuchs die Kutte lüftet… 🦊😇
Kunstvoll geschnittenen oder vergoldeten Glaskelche und Pokale aus den Hofglashütten dienten in der Barockzeit in erster Linie den Herrschern zu repräsentativen Zwecken. Aber die Barockzeit war nicht nur prunkvoll – sie war auch frech! Während die meisten Gläser an der königlichen Tafel schlicht und edel waren, gab es auch Scherzgläser, die für Heiterkeit sorgten. Wie dieser nur 143 g leichte Becher aus Potsdam: Eine Nonne packt den Fuchs (Symbol für Wollust und Teufel) am Schwanz, während ein Mönch vergeblich mit einem Rosenkranz kämpft – seine lüftende Kutte verrät: Der Fuchs hat schon gewonnen. 😈
Die Inschrift „der Pfaff / der fuchs / die Nonn“ lässt keinen Zweifel: Hier wird der Klerus auf die Schippe genommen. Solche Gläser waren in evangelischen Regionen selten – und doch ein Geheimtipp in königlichen Sammlungen.
Fun Fact: In den 1730er Jahren gehörte der frivole Glasschnitt sogar zur Meisterprüfung! Wer hätte gedacht, dass Handwerk so viel Witz haben kann?
🔍 Mehr entdecken: Im neu gestalteten Ausstellungsbereich der Ständigen Ausstellung zur Potsdamer Stadtgeschichte warten weitere kunstvoll geschliffene Becher und Pokale mit Wappen, Herrscherporträts und Genreszenen.
📍 „Potsdam. Eine Stadt macht Geschichte“ 🕒 DI – SO, 10–18 Uhr | Eintritt frei
Abb. Glasbecher mit satririscher Darstellung, Potsdamer Glashütte, um 1730, Dekor, Elias Rosbach (wahrscheinlich), © Potsdam Museum, Foto: Hans-Jürgen Krackher