17/06/2026
Verschmolzene Schachtel Hanewacker Kautabak, Signatur: HTM2016/0021
Die Dose kann als Behälter für Kautabak der Firma G. A. Hanewacker aus Nordhausen identifiziert werden. Sie besteht aus einem seltenen Kunststoff, ist auf die Zeit um 1940 zu datieren. Ein Mitarbeiter unseres Museums fand das Objekt in den ehemaligen Peenemünder Versuchsstellen in einer Grube, in der vielleicht Müll deponiert worden war.
Genaues lässt sich heute nicht mehr sagen. Denn die Fundstelle befand sich an der Oberfläche einer illegalen Grabung. Wenn Raubgräber den denkmalgeschützten Bereich durchwühlen, entwenden sie nicht nur öffentliches Kulturgut, sondern zerstören auch wertvolle archäologische Befunde. Ort und Kontext des Funds stellen einen wichtigen Bestandteil der Erforschung der Geschichte Peenemündes dar, insbesondere aufgrund der zahlreichen Lücken in den schriftlichen und bildlichen Überlieferungen zu den baulichen Anlagen sowie zur Arbeitswelt der Versuchsstellen.
Warum die Kautabak-Dose verschmolzen ist, lässt sich deshalb nicht mehr klären. Offenbar befand sie sich in einem Bereich, der starker Hitze, jedoch keinem direkten Feuer ausgesetzt war. Denkbar ist, dass sie in einem Gebäude lag, das nach Kriegsende gesprengt wurde.
Abbildungen: Einwickelpapier für Kautabak, HTM Peenemünde Archiv, AOB0002, Schenkung Thomas Kühnemuth, Raubgrabung mit untergrabenem Baum im denkmalgeschützten Bereich