18/09/2026
Am 27. September haben Gedenkhalle, Stadtarchiv und VHS Oberhausen zu einer dreiteiligen Veranstaltung zum Thema „Langemark“ ins Bert-Brecht-Haus (= BBH) geladen. 1914 hatte in Langemark eine für die Deutschen verlustreiche Schlacht stattgefunden, deren Geschichte bis heute wirkt. Grund genug, sich damit auseinanderzusetzen, zumal Oberhausen eine Langemarkstraße hat, die am BBH liegt.
Zu Beginn des Abends wurde die Wechsel-Ausstellung „Mythos Langemark - Von der nationalistischen Vereinnahmung zur Völkerverständigung“ eröffnet. Die Ausstellung wurde von einer Initiative, die aus der belgischen Gemeinde Poelkapelle-Langemark, dem Museum In Flanders Fields in Ypern sowie der englischen Universität Kent besteht, entwickelt. Zur Eröffnung der Ausstellung sprach Dr. Stefan Goebel, Universität Kent, als Vertreter der Initiative.
Der Ausstellung geht es darum, den Mythos der heldischen Selbstaufopferung der deutschen Soldaten zu dekonstruieren, indem auf die kontrafaktische Darstellung der Schlacht hingewiesen wird, die schon in der Weimarer Republik und dann unter den N***s manipulativ ausgenutzt wurde. Erzählt wird stattdessen die ganze Geschichte von Langemark, wobei klar wird, dass sich Langemark ab den 1960er-Jahren zu einem positiv besetzten Ort der internationalen Verständigung und der friedlichen Begegnung in Europa entwickelt hat. Die Ausstellung ist noch bis zum 16.10.26 zu sehen.
Anschließend enthüllte Bürgermeister Werner Nakot eine neue Infotafel am Bert-Brecht-Haus zu Langemark, die auf den Straßennamen und seine Bedeutungsveränderungen hinweist. Interessierte können über einen QR-Code noch ausführlichere Informationen auf der Website der Stadt Oberhausen finden.
Den Abschluss des Abends bildete der Vortrag von Dr. Goebel zum Thema „Langemark im Ruhrgebiet - Missbrauchte Geschichte oder gemeinsames Gedenken?“ Dr. Goebel stellte die Faktenlage klar und warb darum, den Ersten Weltkrieg als wichtigen Bestandteil der deutschen Geschichte mehr in die heutige Erinnerungskultur einzubeziehen.