Marburger Haus der Romantik - Museum für Kulturgeschichte der Romantik

Marburger Haus der Romantik - Museum für Kulturgeschichte der Romantik Haus der Romantik ist ein Museum für Kulturgeschichte der Romantik. In Marburg lebten und wirkten um 1800 Brüder Grimm, Bettina von Arnim, Clemens Brentano und Carl von Savigny
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Das Marburger Haus der Romantik ist ein Museum zur Kulturgeschichte der Romantik mit vielfältigen Angeboten für die Besucher: - Dauer- und Sonderausstellungen - Vortragsreihe zur Epoche der Romantik - Lesungen - Führungen - Weiterbildungsveranstaltungen - Außerschulischer Lernort für Schulklassen - Lehrerfortbildungsseminare Es war der Romantische Freundeskreis in Marburg, der in den Jahren 1800 bis 1806 Eigenes zur deutschen Romantik beitrug. Zum Kreis gehörten: Bettina und Clemens Brentano, Caroline Schlegel-Schelling, Friedrich Carl von Savigny, Jacob und Wilhelm Grimm, Ludwig Emil Grimm, Sophie Mereau, Karl Wilhelm Justi, Karoline von Günderode, Pfarrer Bang aus Goßfelden, Leonhard und Friedrich Creuzer. Die Ausstellungsräume im stadteigenen Gebäude Markt 16 dienen als Erinnerungsstätte an die Epoche der Frühromantik, um das Gedenken an den Marburger Romantikerkreis, sein Umfeld und seine Ausstrahlung zum Nutzen der Allgemeinheit zu erhalten und zu pflegen.

Wie gewohnt öffnen

Heute haben wir zwei Literaturtipps für Euch zu Jung-Stilling, den wir zuletzt vorgestellt haben: Die bekannte Autobiogr...
22/02/2021

Heute haben wir zwei Literaturtipps für Euch zu Jung-Stilling, den wir zuletzt vorgestellt haben: Die bekannte Autobiographie J. H. Jungs, in der er auch sein Marburger Leben Revue passieren lässt, und einen Historischen Roman von Nicole Vogel, "Licht in Marburgs Gassen": Wir schreiben das Jahr 1787, als Professor Jung in dem beschaulichen Universitätsstädtchen Marburg Einzug hält. Alle freuen sich auf den Zuzug des bekannten Professors, Schriftstellers und Augenarztes, der hier eine bedeutende Rolle spielen wird... Ein historischer Roman, der die Zeit um 1800 lebendig werden lässt.

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Der Kameralist, Schriftsteller und Augenarzt Johann Heinrich Jung (genannt Jung-Stilling) (1740 - 1817) gehörte ebenfall...
19/02/2021

Der Kameralist, Schriftsteller und Augenarzt Johann Heinrich Jung (genannt Jung-Stilling) (1740 - 1817) gehörte ebenfalls zum Marburger literarischen Kreis um 1800. Der aus kleinen Verhältnissen im Siegerland stammende Jung studierte in Straßburg, wo er auf Johann Wolfgang Goethe traf, der seine autobiographischen Aufzeichnungen so spannend fand, dass er sie ohne Wissen des Autors zum Druck beförderte. Schlagartig wurde Jung als Schriftsteller berühmt, wobei er in seinem Hauptberuf Professor für Kameralistik war und 1789 das Staatswissenschaftliche Institut in Marburg begründete. Jung-Stilling wohnte mit seiner dritten Frau Elise Coing (1756-1817) in einem geräumigen Fachwerkhaus in der Hofstatt 11 in der Marburger Oberstadt. Hier wirkte er bis zu seiner Entlassung 1803 und dem Wechsel in badische Dienste. Sein Roman „Das Heimweh“ entstand 1793/94 noch in Marburg. Jungs Autobiographie gilt als wichtiger Vorläufer des Entwicklungsromans. Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm übernahmen später drei Märchen aus Jungs Lebensgeschichte in ihre Sammlung: „Jorinde und Joringel“, „Der alte Großvater und sein Enkel“ und „Die alte Bettelfrau“.

Seine augenärztliche Tätigkeit als erfolgreicher Operateur des grauen Stars, setzte er ebenfalls in Marburg fort. Jung unterrichtete, wie an vielen Universitäten bis ins 19. Jahrhundert hinein üblich, in seinem im eigenen Wohnhaus eingerichteten Auditorium.

Literatur: Marita Metz-Becker (Hrsg.), Inspiration Marburg. SchriftstellerInnen und ihre Wohnhäuser – eine literarische Zeitreise durch 3 Jahrhunderte, Marburg 2013, S. 30-32

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Die im Marburger Haus der Romantik gezeigte Hexenausstellung bezieht sich schwerpunktmäßig auf die Grafschaft Büdingen, ...
17/02/2021

Die im Marburger Haus der Romantik gezeigte Hexenausstellung bezieht sich schwerpunktmäßig auf die Grafschaft Büdingen, einer Kernzone der Hexenverfolgung mit ca. 400 Hinrichtungen.

Ein Hauptproblem der Verfolger war, eine genügende Anzahl oder ausreichend starke Indizien gegen eine Angeklagte vorzubringen, daher mussten sie sich zusätzlicher Hilfsmittel bedienen, um die Voraussetzungen zur Anwendung der Folter zu schaffen. Dazu dienten die Hexenproben, die auch für den Raum Büdingen überliefert sind: Bei der Wasserprobe wurde die Beschuldigte entkleidet, gefesselt und an einem Seil dreimal in einen Fluss oder Teich getaucht. Wenn es ihr gelang, nicht unterzugehen, galt sie als Hexe. Die Feuerprobe sah vor, dass man über glühende Pflugscharen gehen oder seine Hand in ein Feuer stecken musste. Wer dabei unverletzt blieb, galt als unschuldig. Auch die Tränenprobe kam zum Einsatz, da Hexen angeblich selbst unter größtem Schmerz nicht weinen konnten. Tränenlosigkeit galt folglich als Indiz für den Teufelsbund ebenso wie die Hexenmale. Hexenmale konnten Narben, Muttermale (Leberflecken), Feuermale oder andere Hautveränderungen sein. Da fast jeder Mensch eine solche Stelle hat, ließ sich bei vielen Angeklagten schnell ein „Beweis“ finden. Um die Annahme zu bestätigen, wurde die Nadelprobe vorgenommen. Die Folterknechte stießen mit einer Nadel in die Hautveränderung, blutete sie nicht, was bei manchen Malen der Fall sein kann, galt die Angeklagte als der Hexerei überführt.

Empfohlene Literatur: Eva Labouvie, Zauberei und Hexenwerk. Ländlicher Hexenglaube in der frühen Neuzeit, Frankfurt 1991

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Heute möchten wir Euch noch einen Literaturtipp zu Gunda von Savigny, geb. Brentano geben, die wir zuletzt vorgestellt h...
15/02/2021

Heute möchten wir Euch noch einen Literaturtipp zu Gunda von Savigny, geb. Brentano geben, die wir zuletzt vorgestellt hatten:

Klaus Günzel, Die Brentanos: Eine deutsche Familiengeschichte, Insel-Verlag, ISBN-139783458336297.

Ihr Wohnhaus in Marburg befand sich in der Ritterstrasse und gehörte zu dem herrschaftlichen Gebäudekomplex des Forsthofes, den Prof. Weis, ein Kollege Savignys, erworben hatte. Friedrich Carl und Gunda von Savigny lebten hier bis 1808. Das Anwesen ist heute Studierendenwohnheim und auf den einstigen geselligen Kreis um das Ehepaar Savigny wird im Marburger Haus der Romantik im „Roten Salon“ Bezug genommen. Hier befindet sich auch unter anderen bedeutenden Romantiker*innen das von L. E. Grimm stammende Porträt von Gunda Brentano.

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Wenden wir uns heute einer weiteren wichtigen Figur des Marburger Romantikerkreises zu: Gunda v. Savigny geb. Brentano (...
12/02/2021

Wenden wir uns heute einer weiteren wichtigen Figur des Marburger Romantikerkreises zu: Gunda v. Savigny geb. Brentano (1780 - 1863).

Kunigunde, genannt Gundel oder Gunda, war eine der zahlreichen Nachkommen des Frankfurter Kaufmanns Peter Anton Brentano und seiner zweiten Ehefrau Maximiliane von La Roche. Der Großmutter, Sophie von La Roche, einer bekannten Schriftstellerin, haben wir hier schon einen Beitrag gewidmet. Sie kümmerte sich um die Mädchen Gunda, Bettine, Meline und Lulu, die nach dem frühen Tod ihrer Mutter Maximiliane in das Kloster der Ursulinen nach Fritzlar gebracht wurden. Die Ursulinen waren für ihre hervorragende Mädchenbildung berühmt, was für die intellektuelle Entwicklung der vier Schwestern von nicht geringer Bedeutung war.

Am 17. April 1804 heiratete Gunda Brentano den bedeutenden Juristen und Marburger Universitätsprofessor Friedrich Carl von Savigny und zog zu ihm nach Marburg. Das Ehepaar lebte im Forsthof in der Ritterstraße, jenem Ort, der als das geistige und gesellige Zentrum der Marburger Frühromantik gilt. Wenn der Kreis, von dem hier schon oft die Rede war, zusammenkam, etwa zu Savignys berühmter Kaffeestunde, wurde vorgelesen, debattiert, musiziert und philosophiert, mithin eine Geselligkeit gepflegt, die in ihrer Bedeutung in der Zeit um 1800 für die Einzelnen kaum zu überschätzen ist.

Gunda unterstützte ihren Gatten als Hausherrin bei jenen Zusammentreffen und pflegte innigen Umgang mit den Protagonist*innen der Marburger Romantik, was aus den umfangreichen Briefwechseln hervorgeht, die sie mit ihrer Familie, den Brüdern Grimm und vor allem mit Karoline von Günderrode unterhielt.

Literatur: Marburger Romantik um 1800. Portraits einer bewegten Generation, 4. erw. Aufl., Marburg 2018.

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Zum Thema HexenausstellungWir hatten uns zuletzt mit dem „Hexenhammer“ und seiner verheerenden Wirkung beschäftigt, die ...
10/02/2021

Zum Thema Hexenausstellung

Wir hatten uns zuletzt mit dem „Hexenhammer“ und seiner verheerenden Wirkung beschäftigt, die durch die Erfindung des Buchdrucks beschleunigt wurde. Ebenso geschah es mit „Hexenzeitungen“ und „Flugschriften“, die seit dem 15. Jahrhundert als die ersten Medien der Massenkommunikation zur aktuellen Information, zu politischer Propaganda oder religiöser Ermahnung benutzt wurden, um das Meinungsbild der Menschen zu beeinflussen.

Die zwischen 1500 und 1700 verbreiteten Hexen-Flugblätter bestanden aus drei Teilen – Titel, Illustration und Textteil – und wurden als Handelswaren angeboten, die durch Aushängen und Besingen ihrer Inhalte ein breites Publikum erreichten. Insbesondere Blätter über den Hexensabbat erfreuten sich großer Beliebtheit.

Die Forschung ist sich einig, dass die illustrierten Flugblätter dazu beigetragen haben, die zeitgenössischen Vorstellungen von Hexerei zu verbreiten und zu vertiefen, indem das Phänomen der Hexerei als Realität dargestellt und vage Vorstellungen von Teufelspakt, Schadenszauber, Hexenflug und Hexensabbat real wurden. In den Abbildungen bekamen die „Hexen“ und „Zauberer“ Namen und Gesichter.

Die Flugblätter fallen in eine Krisenzeit, in der soziale, politische, ökonomische und klimatische Veränderungen die Menschen verunsicherten. Durch die Verunglimpfung einer bestimmten Personengruppe, konnte der Hass kanalisiert werden und die obrigkeitliche Macht mit deren strafrechtlicher Verfolgung Herrschaft stabilisieren. Gleichzeitig erfuhren die Untertanen Genugtuung für die von den vermeintlichen „Hexen“ erlittenen Missetaten.

Literatur: Michael Giesecke, Der Buchdruck in der frühen Neuzeit. Eine historische Fallstudie über die Durchsetzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien, Frankfurt am Main 1991 (Neuauflage März 2005).

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In der Allgemeinen Deutschen Biographie finden wir eine interessante Charakterisierung des Marburger Gelehrten Carl Wilh...
08/02/2021

In der Allgemeinen Deutschen Biographie finden wir eine interessante Charakterisierung des Marburger Gelehrten Carl Wilhelm Justi, den wir vergangenen Samstag vorgestellt haben:

„Justi war ein kleiner, eher magerer Mann von bedeutender Lebhaftigkeit und ungemeiner Arbeitskraft; er lebte äußerst mäßig und arbeitete stehend fast den ganzen Tag bis an seinen Tod. Er war ein guter und bereitwilliger Erzähler und Anekdotenfreund. Mit großem Wohlwollen war er stets bereit, andere eifrig und wirksam zu unterstützen. (…) Seine Ansichten sprach er offen und wenn es galt, ohne Ansehen der Person aus; Anmaßungen und Ungehörigkeiten gegenüber war er schlagfertig bis zur Derbheit und ein gewandter, unermüdlicher, meist siegreicher Gegner. Seine freundschaftlichen Beziehungen waren nicht nur sehr ausgebreiteter, sondern auch sehr mannigfaltiger Art; während er mit vielen Mitgliedern der alten ritterlichen Familien in intimen Beziehungen stand, verkehrte er fern von akademischer Großthuerei und geistlicher Prüderie Jahre lang mit sehr ausgesprochenen Weltleuten und Freigeistern oder mit bescheidenen Bürgern der Kleinstadt“ (vgl. Allgemeine Deutsche Biographie 14 (1881), S. 753-757).

Im Marburger Haus der Romantik kommt Justi in erster Linie als Literat zur Geltung, da er mit seiner integren Persönlichkeit und seinem Talent zur Dichtkunst den Kreis der Frühromantiker in hohem Maß bereicherte.

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Der zum Marburger Romantikerkreis gehörende Pfarrer und Philosoph Carl Wilhem Justi (1767 – 1846) begründete eine bekann...
06/02/2021

Der zum Marburger Romantikerkreis gehörende Pfarrer und Philosoph Carl Wilhem Justi (1767 – 1846) begründete eine bekannte Marburger Gelehrtenfamilie. Zu seinen Nachkommen zählen unter anderen Carl Justi, Ferdinand Justi und Ludwig Justi.

Der in Marburg geborene Carl Wilhelm Justi war Pfarrer an der dortigen Lutherischen Pfarrkirche und ordentlicher Professor für Philosophie an der Universität in Marburg. Seine Interessen waren breit gefächert und so widmete er sich nicht nur der romantischen Literatur und Dichtung, sondern auch der Beschreibung hessischer Kunstdenkmale, die er in mehreren Veröffentlichungen herausgab. Justi war es auch, der 1797 die erste aus historischen Quellen erarbeitete Biografie der Heiligen Elisabeth vorlegte. Ferner widmete er sich der „Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten- Schriftsteller- und Künstler-Geschichte vom Jahre 1806 bis 1830“. Justi hielt engen Kontakt zu den Mitgliedern des Marburger Romantikerkreises, auch als diese zum Teil schon nach Heidelberg gegangen waren. Überliefert ist sein Briefwechsel mit Sophie Mereau, der ihn als Freund und Berater der Gruppe ausweist. An seinem Wohnhaus, dem Pfarrhaus der Lutherischen Pfarrkirche, befindet sich eine bronzene Gedenktafel für den berühmten Gelehrten und Marburger Ehrenbürger. Auch Justis Grab auf dem Friedhof am Barfüßertor gilt als weiterer Erinnerungsort.

Literatur:
Marita Metz-Becker, Hundert Menschen – Hundert Orte. Ein Führer zu Marburgs historischen Persönlichkeiten und ihren Erinnerungszeichen, Marburg 2005, S. 29/30

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Wir haben in den vergangenen Berichten über die Hexenausstellung im Marburger Haus der Romantik gesehen, dass bei der He...
03/02/2021

Wir haben in den vergangenen Berichten über die Hexenausstellung im Marburger Haus der Romantik gesehen, dass bei der Hexenverfolgung ein Verschwörungsmythos existierte, der imaginäre Verbrechen einer Menschengruppe zuschrieb, deren Ausrottung gefordert wurde. Die Hexenangst der Bevölkerung war ganz real und so wurde diese Gruppe als Sündenbock, d.h. als Ursache für schwer durchschaubare politische und ökonomische Krisen gesehen. Die treibende Kraft der Hexenverfolgungen waren dabei oft die Untertanen selbst, die die Obrigkeit beharrlich um Verfolgung der „Hexen“ baten.

Wenden wir uns heute den tatsächlichen Opferzahlen zu. Insgesamt wurden in Hessen laut Angabe der Hessischen Staatsarchive mindestens 1.722 Menschen wegen Hexerei hingerichtet. Damit gehörte Hessen nicht zu den Territorien der höchsten Verfolgungsdichte, gemessen etwa an den historischen Herrschaftsbereichen in den heutigen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern oder auch in Teilen Nordrhein-Westfalens. Gering mutet die Zahl auch an, wenn man sie mit den Hunderttausenden von Opfern in Bezug setzt, die etwa der Dreißigjährige Krieg forderte. Um sich die soziale Wirkung vorstellen zu können, muss man sich allerdings vergegenwärtigen, in wie engen, überschaubaren Verhältnissen sich manche Verfolgungswellen abspielten. Sie forderten in Orten von oft nur einigen hundert Einwohnern (wie Büdingen, Bingenheim, Wildungen) innerhalb weniger Jahre oft Dutzende von Opfern. Auch Marburg wurde heimgesucht, was sich im kulturellen Gedächtnis der Stadt an der Umbenennung des „WeißenTurms“ der Schlossbefestigung zum „Hexenturm“ manifestiert hat.

Literatur: "... möchten verbrennet werden". Ausgrenzung und Gewalt gegen Ketzer, Juden, Hexen... auch in der hessischen Geschichte. © 1994 Staatsarchiv Darmstadt, hrsg. v. E. G. Franz und T. Lange, vgl. Tafel 9

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Heute wollen wir noch einmal auf den berühmten „Maler-Bruder der Brüder Grimm zurückkommen: Ludwig Emil Grimm. 1824 kam ...
01/02/2021

Heute wollen wir noch einmal auf den berühmten „Maler-Bruder der Brüder Grimm zurückkommen: Ludwig Emil Grimm. 1824 kam er zu Landschaftsstudien nach Willingshausen, wo er auf Gerhardt Wilhelm von Reutern traf. Das Zusammentreffen und Austauschen dieser beider Künstler im Schwertzellschen Schloss gilt als Gründungsjahr der Willingshäuser Malerkolonie und war zugleich der Anfang der Freiluftmalerei in der Kunstgeschichte. Es folgten weitere Aufenthalte Ludwig Emil Grimms in Willingshausen 1826 und 1827. Als Literaturtipp verweisen wir auf die Lebenserinnerungen Grimms, die 2012 im Severus-Verlag erschienen sind.

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Ludwig Emil Grimm (1790-1863), ein weiterer Bruder aus der 6-köpfigen Kinderschar, zu der auch das berühmte Brüderpaar J...
29/01/2021

Ludwig Emil Grimm (1790-1863), ein weiterer Bruder aus der 6-köpfigen Kinderschar, zu der auch das berühmte Brüderpaar Jacob und Wilhelm Grimm gehörten, wird zu Unrecht immer wieder vergessen, wenn die berühmten Brüder Erwähnung finden. Dabei gehörte dieser „Maler-Bruder“ zu den bedeutendsten deutschen Zeichnern und Radierern des 19. Jahrhunderts. Bekannt sind vor allem die Porträts seiner Brüder Wilhelm und Jacob Grimm sowie die des übrigen Marburger Romantikerkreises, die im Roten Salon des Hauses der Romantik ausgestellt sind. Auch die Zeichnung der „Märchenfrau“ Dorothea Viehmann aus dem Jahre 1814 ist weltbekannt und befindet sie sich auf dem Einband der zweiten Auflage der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm.

Ludwig Emil Grimm studierte in Kassel und München an der Kunstakademie und seine Werke fanden rasch internationale Anerkennung. Ein radiertes Porträt Bettina Brentanos von 1809 wurde von Johann Wolfgang Goethe mit großem Lob bedacht. Eine Sammlung radierter Blätter, enthaltend historische Darstellungen, Genrebilder, Köpfe, Bildnisse und Landschaften, gab er 1840 heraus. 1850 entstand eine Mappe von 83 Federzeichnungen als Reisetagebuch. 1854 folgten noch dreißig Blätter als Supplement der Radierungssammlung von 1840. 2017 wurden Radierungen von Ludwig Emil Grimm während der „documenta 14“ in der Kasseler Neuen Galerie ausgestellt.

Im Jahr 1824 gründete L. E. Grimm gemeinsam mit Gerhardt Wilhelm von Reutern mit der „Willingshäuser Malerkolonie“ die älteste Künstlervereinigung Europas. Das in der Nähe Marburgs gelegene Willingshausen war Studienort internationaler Künstler und trug zur Popularität der Schwälmer Trachten bei.

Lit.: I. Koszinowski/ V. Leuschner: Ludwig Emil Grimm. 1790–1863. Maler, Zeichner, Radierer, Marburg 1989

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Marburg
35037

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