Literaturland Baden-Württemberg

Literaturland Baden-Württemberg Europas reichste historische Literaturlandschaft

Im , dem ehemaligen Pädagogium Lörrachs, an dem Johann Peter Hebel 1783 seine Stelle als Hilfslehrer antrat, findet am k...
23/04/2026

Im , dem ehemaligen Pädagogium Lörrachs, an dem Johann Peter Hebel 1783 seine Stelle als Hilfslehrer antrat, findet am kommenden Sonntag das sogenannte „Schatzkästlein“ statt. Der Festakt für den großen Alemannen, Kalenderdichter und Theologen beginnt um 11:30 Uhr mit dem Festvortrag von Prof. Thomas Schmidt über „Hebels Orte“. Lörrach ist dabei als Ort der Veranstaltung mehr als prädestiniert, verbrachte Hebel dort doch nach eigener Aussage die schönsten Jahre seines Lebens. Im Anschluss an die Festrede wird der Hebeldank an den Berner Organisten und Schriftsteller Erwin Messmer verliehen, außerdem wird um 10 Uhr ein Hebel-Gottesdienst in der Stadtkirche gefeiert. Durch den Festakt führt der Präsident des Hebelbundes Lörrach Volker Habermaier, der auch die Laudatio hält. Der Eintritt ist frei, im Anschluss laden Dreiländermuseum und Hebelbund zu einem Apéro. Der Hebelsonntag und das „Schatzkästlein“ sind ein Höhepunkt des Hebeljahrs 2026, die vielzähligen weiteren Aktivitäten sind auf der Webseite www.hebel2026.de einsehbar.

Heute vor 120 Jahren wurde Samuel Beckett geboren; vor 60 Jahren führte der Autor von ›Warten auf Godot‹ zum ersten Mal ...
13/04/2026

Heute vor 120 Jahren wurde Samuel Beckett geboren; vor 60 Jahren führte der Autor von ›Warten auf Godot‹ zum ersten Mal Regie bei einem Fernsehspiel: in Stuttgart! Das 1965 neu eröffneten Fernsehstudio des Süddeutschen Rundfunks (SDR) bot dem späteren Literaturnobelpreisträger die gewünschten technischen Möglichkeiten und professionelle Unterstützung bei den Aufnahmen von ›He, Joe‹. Honorarangebote lehnte er mehrfach bescheiden ab (»We do it to have fun together«), ließ es sich jedoch nicht nehmen, den SDR Intendanten im Wortlaut der ersten Zeile von ›Hyperions Schicksalslied‹ zu belehren. Dieser nahm ihn daraufhin mit in den .tuebingen und überreichte ihm anstelle des Honorars eine große Hölderlin-Ausgabe. Peter Goßens schreibt in den SPUREN 50 über Becketts Zeit beim SDR in Stuttgart.

Die alim war zu Besuch in Bad Mergentheim. Das Treffen mit Kersten Hahn vom Fachbereich Bildung, Kultur und Tourismus be...
31/03/2026

Die alim war zu Besuch in Bad Mergentheim. Das Treffen mit Kersten Hahn vom Fachbereich Bildung, Kultur und Tourismus besiegelte eine vielversprechende Zusammenarbeit: Wir unterstützen bei den baden-württembergischen Literaturtagen im September 2026, und die Stadt kartiert mit uns den Main-Tauber-Kreis für unsere Digitale Literaturkarte. Literarisch ist Bad Mergentheim v.a. durch den „neurotischen Nestflüchter“ Eduard Mörike bekannt, der sieben Jahre hier gelebt und hier auch geheiratet hat. Im ist ihm ein eigener Raum gewidmet, in dessen Mittelpunkt sein Haushaltsbuch steht - mit der Frage seiner Schwester Klara: „Was esse mehr heut?“

In den druckfrischen SPUREN 141 beleuchtet  Leben und Werk von Wilhelmine Müller (1767–1807), der zu Lebzeiten meistverö...
27/03/2026

In den druckfrischen SPUREN 141 beleuchtet Leben und Werk von Wilhelmine Müller (1767–1807), der zu Lebzeiten meistveröffentlichten Dichterin in Almanachen, Taschenbüchern und Kalendern. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, verbrachte die Pfarrerstochter ihre Kindheit in Neipperg, wo sie sich das Recht auf Bildung erstreiten musste. Nach ihrer Heirat mit dem Buchdrucker C. F. Müller nahm sie verlegerische Projekte selbst in die Hand. Zeitlebens blieb die selbstbewusste Autorin ihrer ländlichen Herkunft verpflichtet und stilisierte Neipperg zum Ausgangspunkt ihres poetischen Schaffens. Die nach einem Abdruck von F. J. Gall gefertigte Büste ist sowohl ein kurioses Zeugnis der ‚Wissenschaft‘ des 18. Jahrhunderts als auch Beweis für ihre damalige Anerkennung: Der berühmte Phrenologe glaubte, anhand markanter Schädelformen eine Aussage über (dichterische) Begabungen treffen zu können.

Grimmelshausen, der Schelm am Abgrund, hat es vermocht, angesichts des sprachverschlagenden Grauen des 30jährigen Kriege...
23/03/2026

Grimmelshausen, der Schelm am Abgrund, hat es vermocht, angesichts des sprachverschlagenden Grauen des 30jährigen Krieges, das er von Kindheit an erleben musste, nicht zu verstummen. Als Simpel trug er eine Maske, mit der sich schonungslos erzählen ließ. Eine beängstigende Aktualität. Seit dem letzten Wochenende hat Grimmelshausen eine neue, sensationelle Dauerausstellung in .kultur in der Rheinebene, wo er Burgverwalter und Wirt war und wo ein Großteil seines Werks entstanden ist. Multimedial und interaktiv - mit überraschenden Effekten - lädt die Ausstellung dazu ein, den Barockschriftsteller, seine Zeit und seine Wirkung, die bis zu und Ingo Schulze reicht, zu entdecken. Wir sind glücklich, dass wir die Ausstellung aus Anlass des 350. Todestag des großen Autodidakten von Beginn an begleiten und mit 100.000 Euro aus Landesmitteln fördern durften.

12/03/2026

Aus Willstätt kommt das dritte Video unserer Reihe „Mein Lieblingsexponat“. Die Ausstellung „Aus Willstätt nach Europa. Johann Michael Moscherosch – ein Gelehrter des 17. Jahrhunderts“ im dortigen Rathaus nutzt unter anderem diesen Kupferstich. Der 1601 in Willstätt geborene Barockdichter wurde in die verheerenden Kämpfe im Dreißigjährigen Krieg mit Waffe und Feder verwickelt und stellte sich den Grausamkeiten des Krieges und der Scheinheiligkeit seiner Zeitgenossen mit dem beißenden Spott der Satire. Die Träume und Visionen, die Philander, der Titelheld seines bekanntesten Romans, durchlebt, eröffnen ein Panorama des zerrütteten Europas.


Heute vor 139 Jahren wurde der Verleger Kurt Wolff geboren. Seine sowie die Lebensgeschichte seiner Frau Helen, ist durc...
03/03/2026

Heute vor 139 Jahren wurde der Verleger Kurt Wolff geboren. Seine sowie die Lebensgeschichte seiner Frau Helen, ist durch tragische Weise eng mit Marbach verbunden. Auf dem Weg dorthin kam der Entdecker Kafkas 1963 bei einem Unfall ums Leben und wurde in Marbach beigesetzt, »dem einzigen Ort«, so Helen Wolff, »in dem er in einem internationalen Sinn beheimatet war«. 1994 wurde sie an seiner Seite bestattet. Begonnen hatte die Verbindung zu Marbach spätestens in den 1950er-Jahren, als die Wolffs in Locarno regelmäßig Büchersendungen aus der Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs erhielten. Als Dank für die Ausrichtung der Beerdigung ihres Mannes stiftete Helen Wolff dem Literaturarchiv dann den wertvollen Briefwechsel zwischen Kurt Wolff und Boris Pasternak. Nikola Herweg geht in den SPUREN 106 dieser bemerkenswerten Konstellation nach.

Von Markgröningen aus konnte der junge Friedrich Hölderlin, wenn er seine Verwandten oder seinen ersten Mentor Rudolf Ma...
12/02/2026

Von Markgröningen aus konnte der junge Friedrich Hölderlin, wenn er seine Verwandten oder seinen ersten Mentor Rudolf Magenau dort traf, die Festung Hohenasperg sehen. Dort war Schubart, der streitbare Herausgeber der „Deutschen Chronik“, vom Landesherren Carl Eugen ohne jeden Prozess eingesperrt worden - für 10 Jahre unter schrecklichen Bedingungen. Das war ein Fanal. U.a. dieser besonderen Konstellation will der Verein „Dichterhäusle Markgröningen“ einen eigenen Erinnerungsort widmen: durch den Wiederaufbau des 1972 abgerissenen Gartenhauses der Magenaus und der Einrichtung eines Ausstellungs- und Veranstaltungsraumes darin. Die alim unterstützt diese wunderbare Initiative und informierte vor Ort über Kooperations- und Fördermöglichkeiten.

Heute, am 3. Februar 2026, begeht man im Breisgau, einer der interessantesten literarischen Landschaften Europas, gleich...
03/02/2026

Heute, am 3. Februar 2026, begeht man im Breisgau, einer der interessantesten literarischen Landschaften Europas, gleich zwei Jahrestage: Vor 156 Jahren wurde die Schriftstellerin Annette Kolb geboren, die sich in den 1920er-Jahren im Kurort niederließ und dort einige Jahre Tür an Tür mit René Schickele lebte, mit dem sie nicht nur das pazifistische Engagement für die deutsch-französisch Verständigung teilte. Beide waren befreundet (Foto). ‒ Erhart Kästner wiederum, der vor 52 Jahren in starb, steht für die zweite, ebenso prägende Achse der Region: Literatur als Institution und Netzwerk. Vor allem seine Griechenland-Bücher waren vielgelesen, und er prägte die berühmte Herzog August Bibliothek als deren Nachkriegsdirektor. Dass Staufen als literarischer Ort wahrgenommen wird, hängt auch mit Kästners „Sogwirkung“ zusammen: Er half Peter Huchel nach seiner Ausreise aus der DDR, eine „Notherberge“ in Umfeld Staufen zu finden. Mehr solcher Nachbarschaften, Exile, Freundschaften und Knotenpunkte finden sich im literarischen Reiseführer „Herzkammern“ () und auf unserer digitalen Literaturkarte.

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30/01/2026

„Mein Lieblingsexponat“ startet! In unserer neuen Reel-Reihe stellen Kuratorinnen und Kuratoren literarischer Museen ihre Lieblingsobjekte vor. Das erste Exponat ist der Sessel von Otto Flake, der im Muße-Literaturmuseum in Baden-Baden steht. Flake, ein vielgelesener Autor, lebte nach seinen expressionistischen Anfängen von 1927 bis zu seinem Tod 1963 in der Kurstadt. Sein Roman „Hortense oder die Rückkehr nach Baden-Baden“ (1933) markiert den Beginn einer ganzen Reihe an nüchternen und lakonisch geschriebenen Büchern über die Stadt im Schwarzwald. Für seine Haltung in der ‚inneren Emigration‘ auch kritisiert, wurde er nach Kriegsende in den antifaschistischen Kulturrat von Baden-Baden berufen. Nach 1945 zunächst wenig wahrgenommen, erlebte der 1954 mit dem Johann-Peter-Hebel-Preis ausgezeichnete Flake 1954 durch die Neuauflage seiner Werke ein spätes Comeback.

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