08/07/2026
Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) entwickelt Konzepte zum Umgang mit beweglichen Bodendenkmälern, um archäologische Funde systematisch zu erfassen, zu erhalten und langfristig zu sichern.
Die Ausgrabungen in der keltischen Siedlung von Manching (2022–2024) stellten aufgrund der großen Zahl an Metallfunden besondere Anforderungen an die Konservierung. Vor der Reinigung und Restaurierung wurden sämtliche Funde mittels Röntgenprospektion untersucht: Allein 15.268 Metallfragmente sowie weitere Fundgattungen wurden in der Münchner Zentrale des BLfD dokumentiert.
Der Vortrag führt vom Umgang mit umfangreichen Fundkomplexen zu den verborgenen Informationen einzelner Objekte – am Beispiel einer außergewöhnlichen bronzenen Kriegerstatuette. Anders als viele bekannte Menschendarstellungen aus Manching wurde sie in gesichertem archäologischem Kontext geborgen. Sie stammt aus der Mitte des 2. Jhs. v. Chr. und gehört damit an den Übergang von der mittleren zur späten Latènezeit.
Durch Röntgenuntersuchungen, Metallanalysen, technologische Studien und die partielle Freilegung der Oberfläche konnten neue Erkenntnisse zu Herstellung, Nutzung und Erhaltungszustand gewonnen werden. Die Ergebnisse verdeutlichen die herausragende Qualität der Figur und ihre besondere Bedeutung innerhalb der keltischen Bronzekleinplastik.
Die Dauerausstellung des kelten römer museums ist bis zum Beginn des Vortrags geöffnet. Eine Anmeldung zur kostenfreien Veranstaltung ist nicht erforderlich.
© Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege.