30/05/2026
Heimatkundlicher Arbeitskreis Laubach in Würzburg!
Die alte Residenzstadt am Main war Ziel der diesjährigen Studienfahrt. Vorsitzender Hartmut Roeschen freute sich, nicht nur viele Vereinsmitglieder, sondern auch rund zwei Dutzend potentielle Neu-Mitglieder im vollbesetzen Bus der Firma Sachs/ Schotten begrüßen zu können. Fahrtleiter Hans Gontrum schilderte anschaulich die Vorteile einer Mitgliedschaft im Arbeitskreis.
Als erstes Würzburger Ziel steuerte man die Residenz der Fürstbischöfe aus dem 18. Jahrhundert an. Schon lange auf der Welterbeliste der UNESCO stehend ist das Schloss mit seinen über 300 Räumen ein ganz „außergewöhnliches barockes Gesamtkunstwerk“, eng verbunden mit dem Namen des Architekten und Baumeisters Balthasar Neumann.
Unter fachkundiger Führung bestaunten die Laubacher das weltberühmte Treppenhaus von Neumann mit seinen riesigen Ausmaßen von 19 mal 31 Metern: eine einläufige Treppe spaltet sich oberhalb eines Wendepodestes in zwei parallele Treppen auf und wird überspannt von einem gewaltigen Gewölbe, ausgestattet mit dem weltgrößten Deckenfresko. Auf 580 Quadratmetern verewigten die berühmtesten venezianischen Maler die damals bekannten vier Kontinente, dargestellt als Frauenfiguren, wie sie gemeinsam mit vielen weiteren Figuren und Tieren den Fürstbischof von Würzburg verehren. Neumann konstruierte das Gewölbe derartig stabil, dass es sogar 1945 standhielt, als der Dachstuhl bei der Zerbombung Würzburgs und der Residenz herabstürzte.
Neben Weißem Saal und Kaisersaal war das weltberühmte Spiegelkabinett der weitere Höhepunkt der Führung. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde es in langjähriger Feinarbeit originalgetreu rekonstruiert und bietet den Gästen bei Selbstbetrachtungen überraschende Spiegelperspektiven.
Anschließend verarbeitete man die mannigfaltigen Eindrücke bestens, denn Reiseleiter Hans Gontrum hatte eine Bootsfahrt auf dem Main nach Veitshöchheim organisiert, zur Sommerresidenz der Würzburger Fürstbischöfe. Voller Bewunderung verfolgten einige Laubacher die Disziplin einer deutsch-französischen Grundschulgruppe, die brav und ohne mucken unter ihren Schirmen und Jacken ausharrten, als ein Regenschauer über Boot und Main hinwegzog. „Mit Laubacher oder Hungener Kindern wäre hier das Chaos ausgebrochen“, so die einhellige Meinung.
Beim Spaziergang durch den Rokoko-Park in Veitshöchheim leuchtete wieder die Sonne und mancher verlief sich fast, so weitläufig ist die Gartenanlage mit ihrem Karpfenteich.
Der abwechslungsreiche und gelungene Studientag klang aus beim Abendessen in einem gutbürgerlichen Lokal im Spessart und mit einem herzlichen Dank an Hans Gontrum für die vortreffliche Organisation.