»Euthanasie«-Gedenkstätte Lüneburg

»Euthanasie«-Gedenkstätte Lüneburg Gedenkstätte und Bildungszentrum
Dauerausstellung im ehemaligen Wasserturm, Workshops und Seminartage

Gedenkstätte und Bildungszentrum zur Erforschung und Vermittlung von Zwangssterilisation und "Euthanasie" im Nationalsozialismus mit Schwerpunkt auf die anstaltseigene "Kinderfachabteilung" und "Ausländersammelstelle". Wir arbeiten auch zu Menschenrechten, Inklusion und Leichter Sprache.

Am Samstag ist es wieder soweit. Die Gedenkstätte lädt ein zur offenen Führung über das Gelände zur Geschichte der Heil-...
12/05/2026

Am Samstag ist es wieder soweit. Die Gedenkstätte lädt ein zur offenen Führung über das Gelände zur Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg und der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen.

Start um 11.00 Uhr
Treffpunkt: Vor dem DOKUMENTATIONSZENTRUM (Badehaus am Wasserturm, Haus 34) Am Wienebütteler Weg 1,
21339 Lüneburg.

Kostenfreies Angebot
Anmeldung nicht erforderlich.

Der Rundgang findet ausschließlich im Freien statt.

Der öffentliche Rundgang über das Gelände findet an jedem dritten Samstag im Monat statt. Ein Besuch der Dauerausstellung im DOKUMENTATIONSZENTRUM ist im Anschluss möglich.

Taufe unserer neuen Schüler*innen-Guides Am Mittwoch wurden acht Schüler*innen der  zu neuen Schüler*innen-Guides getauf...
09/05/2026

Taufe unserer neuen Schüler*innen-Guides

Am Mittwoch wurden acht Schüler*innen der zu neuen Schüler*innen-Guides getauft! Damit haben sie die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und klären ab jetzt in Rundgängen über die Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg, insbesondere über die mit der Lüneburger Psychiatrie verbundenen »Euthanasie«-Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus auf.
Erst haben alle Schüler*innen Ihre Zertifikate und Namensschilder überreicht bekommen und wurden dabei vom Schulleiter Thorsten Schnell, dem Landtagsabgeordnetem Mennen und unserer pädagogischen Mitarbeiterin Jule von Hertell gewürdigt. Anschließend haben die Guides ihre Mitschüler*innen aus den zehnten Klassen über das Gelände geführt – und das bei Dauerregen!

Carola Rudnick, Leitung der Gedenkstätte stellt heraus: »Die Ausbildung mit Theorie- und Praxisanteil fordert den Schüler*innen viel ab. Sie machen diese Ausbildung freiwillig, im AG-Bereich, nach einem langen Schultag. Dennoch sind die Schüler*innen, die wir in diesem Jahr ausgebildet haben, voll bei der Sache und hochmotiviert.«

Die Schüler*innen-Guides können von Gruppen künftig für 60-90-minütige Rundgänge gebucht werden. Herzlich Willkommen im Team!

BU Bild 1: Unsere pädagogische Mitarbeiterin Jule von Hertell bei der Übergabe der Zertifikate.
BU Bild 2: Auf dem Gruppenbild sind die acht neuen Schüler*innen-Guides mit ihren Zertifikaten zu sehen.
BU Bild 3: Ein Schüler-Guide bei seinem ersten Rundgang im Regen.

Fotos: EGL Archiv, Fotografin: Andrea Kabasci.

Mit großer Anerkennung für die in den vergangenen Jahren geleistete ehrenamtliche Vorstandsarbeit wurden heute Henry Sch...
17/04/2026

Mit großer Anerkennung für die in den vergangenen Jahren geleistete ehrenamtliche Vorstandsarbeit wurden heute Henry Schwier und Kathrin Schaefer aus ihren Ämtern entlassen. Der inzwischen auf fast 60 Mitglieder angewachsene Verein der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg ist einzige Gesellschafterin der Gemeinnützigen GmbH als Trägerin der Gedenkstätte. Der Verein unterstützt die gemeinnützige Gedenkstättenarbeit ehrenamtlich. Im Vorstand geblieben sind Jan-Hendrik Kramer und Gabriele Lukoschek. Fortan werden Dr. Inge Voltmann-Hummes als 1. Vorsitzende und Hergen Ohrdes als Schriftführer in die vielfältige Vorstandsarbeit einsteigen, sie wurden einstimmig gewählt. Inge Voltmann-Hummes ist bereits seit 2018 Jahren Mitglied und hat die Entwicklung der Gedenkstätte bislang kommunalpolitisch begleitet, Hergen Ohrdes ist als Diakon durch die Konfirmandenarbeit der Gedenkstätte näher gekommen. Glückwunsch zur Wahl und herzlich willkommen!

Foto (v.l.n.r.): Dr. Inge Voltmann-Hummes, Gabriele Lukoschek, Jan-Hendrik Kramer und Hergen Ohrdes. Fotografin: Carola Rudnick.

Heute waren die Landräte des Landkreises Lüneburg und des polnischen Partnerlandkreises Wagrowiec, Jens Böther und Tomas...
16/04/2026

Heute waren die Landräte des Landkreises Lüneburg und des polnischen Partnerlandkreises Wagrowiec, Jens Böther und Tomasz Kranc mit einer deutsch-polnischen Delegation zu Besuch. Im DOKUMENTATIONSZENTRUM konnten sie in der jeweiligen Muttersprache viel über die Verbindungslinien zwischen den Krankenmorden in Polen, den Verbrechen des Sonderkommandos Lange in Posen und Kulmhof sowie den Krankenmorden in Lüneburg erfahren, zu deren Opfern auch polnische Zwangsarbeiter*innen gehörten. Wir übergaben eine Liste mit 35 Namen und Lebensdaten all jener polnischen Opfer, deren Gräber wir ab Juli auf den Lüneburger Friedhöfen suchen. Der Besuch endete mit einem Totengedenken auf dem Friedhof Nordwest, in großer Dankbarkeit für die gemeinsame Verständigung, die Begegnung und den zukünftigen Austausch über möglicherweise heute noch auffindbare Nachfahren in Polen.
Mit dabei - ganz ungeplant - war Friedrich Buhlrich, Bruder von drei Opfern der „Kinder-Euthanasie“ und Sohn eines polnischen Zwangsarbeiters. Er war für ein Gespräch mit Schüler*innen nach Lüneburg gekommen und konnte der Delegation berichten, welche Bedeutung das Finden der Toten auch für ihn heute hat.

Fotos: Andrea Kabasci

Am Samstag ist es wieder soweit. Die Gedenkstätte lädt ein zur offenen Führung über das Gelände zur Geschichte der Heil-...
16/04/2026

Am Samstag ist es wieder soweit. Die Gedenkstätte lädt ein zur offenen Führung über das Gelände zur Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg und der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen.

Start um 11.00 Uhr
Treffpunkt: Vor dem DOKUMENTATIONSZENTRUM (Badehaus am Wasserturm, Haus 34) Am Wienebütteler Weg 1,
21339 Lüneburg.

Kostenfreies Angebot
Anmeldung nicht erforderlich.
Der Rundgang findet ausschließlich im Freien statt.

Der öffentliche Rundgang über das Gelände findet an jedem dritten Samstag im Monat statt. Ein Besuch der Dauerausstellung im DOKUMENTATIONSZENTRUM ist im Anschluss möglich.

Maria Czaja wurde am 18. Januar 1891 in Sierakowitz in Polen geboren. Wie sie nach Deutschland gekommen ist, kann nicht ...
30/03/2026

Maria Czaja wurde am 18. Januar 1891 in Sierakowitz in Polen geboren. Wie sie nach Deutschland gekommen ist, kann nicht geklärt werden. Bereits lange vor Kriegsausbruch war sie Patientin in der Landes- Heil- und Pflegeanstalt Wunstorf. Ihre dortige Krankenakte ist die einzige erhaltene Unterlage über sie. Aus den Einträgen auf der Charakteristik ist zu erfahren, dass Maria Czaja seit einer Magenoperation im Jahr 1923 in einem Altersheim in Twistringen, heute Landkreis Diepholz, untergebracht war. Vier Jahre später wurde sie als Invalidin anerkannt.

Weil sie 1938, also nach 15 Jahren Heimaufenthalt, zunehmend Wutanfälle und »masslosen Jähzorn« zeigte, kam sie von dort vorübergehend in das Krankenhaus Twistringen. Da sie keinerlei Symptome einer schweren psychischen Krankheit, etwa einer Schizophrenie zeigte, empfahl der Amtsarzt zunächst die Unterbringung in einem anderen Heim. Maria Czaja weigerte sich. »Da sie tagtäglich in dem Krankenhaus Twistringen und dem angeschlossenen Altersheim wüste Scenen macht und den Frieden des Krankenhauses immer wieder stört« und weil die Verlegung in ein anderes Altersheim an »der abartigen Persönlichkeit der Czaja scheitern« würde, wurde sie am 19. August 1938 in die Anstalt Wunstorf eingewiesen.

Weil der Amtsarzt auch diesbezüglich mit Widerstand rechnete, schlug er zugleich die Prüfung ihrer Entmündigung vor. Maria Czaja erhielt vom Amtsarzt die Diagnose »explosive, asoziale Psychopathin«. Sie leide unter einer Persönlichkeitsstörung. Ein beigefügter Vermerk bezüglich des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses, das seit dem Januar 1934 die Zwangssterilisation von Menschen gesetzlich regelte, wies Maria Czaja zugleich als »nicht erbkrank« im Sinne des Erbgesundheitsgesetzes aus.

In Wunstorf stellte man zudem fest, dass Maria Czaja an den Folgen einer Syphilis leide, einer »Gehirnerweichung«.
Am 30. September 1941 wurde sie von Wunstorf in die Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg verlegt.
Aus ihrer Zeit dort ist keine Akte erhalten. Sie starb laut Sterberegisterauszug des Standesamtes Lüneburg am 30. März 1943 im Alter von 52 Jahren. Die offizielle Todesursache lautete »Bauchfelltuberkulose« mit damit zusammenhängender Rippenfellentzündung. Mit Tuberkulose muss sie sich während ihres Anstaltsaufenthaltes in Lüneburg infiziert haben.

Die „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg und die Gedenkstätte Bergen-Belsen, dazwischen lassen sich viele Linien ziehen, n...
28/03/2026

Die „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg und die Gedenkstätte Bergen-Belsen, dazwischen lassen sich viele Linien ziehen, nun auch auf didaktischer Ebene: zum einen arbeiten beide niedersächsischen Gedenkstätten inklusiv, und zum anderen haben beide keine Scheu, Täterschaft und Verantwortung ganz nach vorne zu stellen. Die Sonderausstellung „Ein Tatort: Bergen-Belsen“ führt mit erschreckender, aufrüttelnder Aktualität vor Augen, wie aus Demokratien unter dem Deckmantel neuer Gesetze und Verordnungen und noch ein paar mehr „Zutaten“ Diktaturen werden. Die Ausstellung ist hierbei gerade keine Bedienungsanleitung für das perfekte Verbrechen, sondern zeigt, wie leicht es ist, Ideologien aufzusitzen und darin gemeinschaftlich zu verrohen und angeblich „verantwortungsbewusst“ gewaltsam gegen Minderheiten zu handeln. Über 40 Gäste lauschten den Kuratorinnen Dr. Elke Gryglewski und Dr. Janine Doerry bei der heutigen Eröffnung, die am Stehpult im Marcus-Heinemann-Saal begann und auch im Anschluss beim ersten Gang durch die im Altbau aufgebaute Ausstellung mit einfachen Worten das schwierigste zu beschreiben versuchte, nämlich warum so viele mitmachten. Wer die Antworten sucht, findet sie noch bis zum 17. Mai 2026 im Museum Lüneburg.

Bilder von der Eröffnung der Sonderausstellung „Ein Tatort: Bergen-Belsen“. Fotografin: Dr. Carola Rudnick.

Gestern Abend feierte der Film „Als wäre es leicht“ im Lüneburger SCALA-Programmkino Vorpremiere. Der Film erzählt die L...
26/03/2026

Gestern Abend feierte der Film „Als wäre es leicht“ im Lüneburger SCALA-Programmkino Vorpremiere. Der Film erzählt die Liebesgeschichte von Kati (gehörlos) und Florian (blind). Während es zu Anfang darum geht, wie eine Liebe zwischen beiden mit ganz eigenen Weisen der Kommunikation und vorsichtig mutiger Annäherung entstehen kann, treten im zweiten Teil des Films diese Besonderheiten in ihrer Liebesbeziehung in den Hintergrund, und wird das, was ihr menschliches Dasein prägt, zum Handicap. David Knors, so erfährt es das Publikum im anschließenden Filmgespräch, ist bislang der einzige blinde Schauspieler, Dank Regisseur Milan Skrobanek gelang ihm das Spiel dennoch ohne „Supervisor“. Die Anwendung der Tastsprache Lormen und die vielen Drehtage verlangten der Hauptdarstellerin Cindy Klink, einiges ab. Für Skrobanek war der Film, den er mit viel Humor und Feingefühl umsetzte, ein „Sprung ins kalte Wasser“, hatte er sich zuvor weder mit Behinderungen näher befasst noch persönliche Erfahrung. Im anschließenden Filmgespräch wurde spürbar, wie wichtig es ihm ist zu zeigen, dass gehörlose und blinde Menschen in erster Linie Menschen sind. Das Lob der anwesenden Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen, Annetraud Grote, wurde vom Publikum mit viel Applaus bestätigt. Der Saal 1, der nun auch für Gehörlose technisch so ausgestattet ist, dass Blinde fortan mit Hilfe von Bilddeskription Filme schauen können, war bis zum letzten Platz gefüllt.

Regulärer Kinostart ist deutschlandweit ab 2. April 2026.

Danke für den großartigen Film und viel Spaß im Kino!

„We Care!“ Heute waren wir im Museum der Arbeit in Hamburg und wurden  von Heike Jäger durch die Sonderausstellung „Care...
25/03/2026

„We Care!“ Heute waren wir im Museum der Arbeit in Hamburg und wurden von Heike Jäger durch die Sonderausstellung „Care“ geführt. Besucher*innen werden mit prägnanter Information, anregenden künstlerischen Installationen und überraschenden Fakten dafür sensibilisiert, wie alltäglich und meist unsichtbar „Care-Arbeit“ im Privaten bis heute auf überwiegend weiblichen Schultern lastet, aber auch wo und in welchem Umfang professionelle Pflege heute bereits durch KI oder nur durch (un-) freiwillige Migration geleistet wird. Wie viele Minuten „Care-Arbeit“ leistet jeder in der Woche und wie hoch ist die Fluktuation in der Pflege und warum ist das so? Auch darauf gibt die interaktive Ausstellung Antworten. Sie ist bis zum 3.5.2026 zu sehen. Danke, liebe Heike Jäger, für den anregenden und fachkundigen Austausch! We care!

Am Samstag ist es wieder soweit. Die Gedenkstätte lädt ein zur offenen Führung über das Gelände zur Geschichte der Heil-...
19/03/2026

Am Samstag ist es wieder soweit. Die Gedenkstätte lädt ein zur offenen Führung über das Gelände zur Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg und der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen.
Start um 11.00 Uhr
Treffpunkt: Vor dem DOKUMENTATIONSZENTRUM (Badehaus am Wasserturm, Haus 34) Am Wienebütteler Weg 1,
21339 Lüneburg.

Kostenfreies Angebot
Anmeldung nicht erforderlich
Der Rundgang findet ausschließlich im Freien statt.

Der öffentliche Rundgang über das Gelände findet an jedem dritten Samstag im Monat statt. Ein Besuch der Dauerausstellung im DOKUMENTATIONSZENTRUM ist im Anschluss möglich.

Adresse

Am Wienebütteler Weg 1
Lüneburg
21339

Öffnungszeiten

Donnerstag 12:00 - 18:00
Freitag 12:00 - 18:00
Samstag 11:00 - 17:00
Sonntag 11:00 - 17:00

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