27/08/2026
Vordergründig könnte man sich fragen, welche Verbindung zwischen Lord Byron und der Festung Ehrenbreitstein besteht. Wie fand sich der britische Dichter in Koblenz wieder? 🧐
Im Jahre 1816 zwangen die Trennung von seiner Frau und die Schulden Byron, England zu verlassen und ins Exil zu gehen. Er durchquerte daraufhin Belgien und reiste entlang des Rheins. Hier schrieb er die Fortsetzung seines Gedichts Childe Harold’s Pilgrimage (Ritter Harold’s Pilgerfahrt), das er während seiner „Grand Tour“ durch Europa zwischen 1809 und 1811 begonnen hatte. Er erzählt von den Reisen und den Gedanken eines jungen Mannes, der enttäuscht ist von einem Leben voller Freuden und auf der Suche nach Ablenkungen in fremden Ländern. Die Verse spiegeln die Fragen der Generationen nach dem napoleonischen Krieg und Byrons eigene existenzielle Fragestellungen während seiner Reise wider.
In „Canto“ III bestaunt der Protagonist die rheinischen Landschaften vom Schloss Drachenfels bis nach Ehrenbreitstein. Dieses Gedicht inspirierte viele Künstler, den romantischen Rhein zu bewundern, wie J. M. W. Turner, der sein Gemälde nach dem Werk des Dichters "View of Ehrenbreitstein, or The Bright Stone of Honour (Ehrenbreitstein) and the Tomb of Marceau, from Byron's 'Childe Harold'" benannte.
📷 „View of Ehrenbreitstein Castle taken from Coblenz“, gezeichnet und gestochen in Aqua tinta, c.1791, Reverend J. Gardnor. © GDKE; U. Pfeuffer
„Lord Byron, a coloured engraving“, c.1873. Quelle: Wikimedia Commons
Childe Harold’s Pilgrimage, Frontispiz der Ausgabe 1825-2, gestochen von I.H. Jones, herausgegeben von W. Dugdale, Russell Court, Drury Lane. Quelle: Wikimedia Commons
„View of Ehrenbreitstein, or The Bright Stone of Honour (Ehrenbreitstein) and the Tomb of Marceau, from Byron's 'Childe Harold'“, c.1835, J. W. M. Turner. Privatsammlung, Quelle: Wikimedia Commons
„Self Portrait“, c.1799. J. M. W. Turner. Tate, Accepted by the nation as part of the Turner Bequest 1856. © Tate. Quelle: Wikimedia Commons