11/08/2026
Ein Reisebericht über das Schloss Bansow (auch bekannt als Gutshaus Bansow) führt Euch in die malerische Hügellandschaft der mecklenburgischen Schweiz nahe Lalendorf. Das im neugotischen Tudorstil errichtete Herrenhaus blickt auf eine wechselvolle Geschichte ständiger Besitzerwechsel zurück. Es dient heute wieder als privates Wohnhaus mit Mietwohungen und strahlt den typischen, leicht melancholischen Charme alter mecklenburgischer Güter aus.
Wer die Autobahn verlässt und den Schildern Richtung Lalendorf folgt, merkt schnell, wie die Zeit langsamer zu laufen beginnt. Bei der Ankunft im verborgenen Bansow zeigt sich das Gutshaus eingebettet in weite Felder und nahe den schattigen Ausläufern des Bansower Forsts. Am Horizont zeichnet sich die markante Silhouette des Schlosses ab: Ein zweigeschossiger, schlossähnlicher Putzbau im englischen Tudorstil. Besonders ins Auge fällt der integrierte Wasserturm mit seinem spitzen Dach. Er wurde 1880 angebaut und sicherte bis weit ins 20. Jahrhundert hinein die Wasserversorgung des gesamten Gutshofes.Vor dem neugotischen Prachtbau stehend, lässt sich die bewegte Historie des Ortes erahnen.
Ein Blick in die Chroniken führt uns zurück in die Epoche der rastlosen Wanderjahre vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Ab dem Ende des 17. Jahrhunderts glich das Gut Bansow einem Wanderpokal. Wohlhabende Familien und Adelsgeschlechter gaben sich hier sprichwörtlich die Klinke in die Hand. So besaß der General Reichsgraf von Wallmoden-Gimborn das Gut von 1780 bis 1796. Die Familie Mohrmann hielt das Anwesen über weite Teile des 19. Jahrhunderts bis zum Jahr 1884. Unter ihrer Führung oder der ihrer direkten Nachfolger entstand im 19. Jahrhundert auch der heutige, repräsentative Neubau. Er ersetzte einen einfacheren Vorgängerbau. Mit seinen ursprünglich elf Gebäudeachsen und der monumentalen Freitreppe an der Rückfront sollte er den gewachsenen Status der Gutsherren demonstrieren.
Der historisch wohl schillerndste Abschnitt begann um das Jahr 1913 und brachte blaublütigen Glanz und das Ende einer Ära mit sich. Damals erwarben zwei echte Prinzessinnen das Anwesen: Olga Elisabeth (spätere Gräfin Pückler) und Maria, beide Prinzessinnen von Sachsen-Altenburg und Herzoginnen zu Sachsen. Für kurze Zeit zog der Hochadel in das beschauliche mecklenburgische Gutsdorf ein, das damals kaum mehr als 100 Einwohner zählte.
Doch der Lauf der Weltgeschichte machte auch vor Bansow nicht halt. Im Jahr 1930 erfolgte eine Teilaufteilung und das Gut wurde teilweise aufgesiedelt. Zwanzig mecklenburgische Bauern erhielten Land, für einige wurden neue Fachwerkhäuser im Dorf errichtet. Ein Restgut verblieb bei Walter Graf Schalsberg. Im Jahr 1945 folgte schließlich die Enteignung nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der Bodenreform.
In der nachfolgenden DDR-Zeit verlor das stolze Schloss seinen exklusiven Charakter und wurde pragmatisch zu einfachen Wohnzwecken für mehrere Familien genutzt.Betrachtet man das Gebäude heute, prägt vor allem ein heutiger Eindruck aus der Reiseperspektive das Bild. Wer heute durch Bansow spaziert, erlebt ein echtes Schmuckstück. Das Gutshaus wurde 1996 privatisiert. Seitdem haben die neuen Eigentümer viel Herzblut in die Sanierung des neugotischen Baus gesteckt.
Ein wichtiger Reisehinweis bleibt jedoch bestehen: Da das Schloss heute wieder rein privat bewohnt wird, ist eine Innenbesichtigung nicht möglich. Doch auch von den öffentlich zugänglichen Wegen aus bietet die Architektur – mit dem imposanten Mittelrisalit und dem historischen Charme des alten Wasserturms – ein fantastisches Fotomotiv inmitten der mecklenburgischen Natur.
www.seenlandscout.de Ich nehm' dich it raus!