Kauber Schiefer e.V.

Kauber Schiefer e.V. Kauber Schiefer
Verein und Museum für Dachschiefer-Bergbau
im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Bewahren. Erforschen. Erinnern

Was sind Ziele und Vorhaben unseres Vereins?
1) Wir haben in den Räumlichkeiten der Metzgergasse 13 in drei Räumen ein kleines Dachschieferbergbaumuseum aufgebaut. Das Museum ist für die Allgemeinheit zugänglich. Über Öffnungszeiten und -möglichkeiten informieren wir immer aktuell.
2) Temporäre Kunstausstellungen sind dort ebenso möglich.
3) Das Museum beherbergt ein Archiv und eine Bibliothek, di

e Schülerinnen und Schüler, Studierenden und anderen wissenschaftlich Interessierten für Arbeiten zum Thema zur Verfügung steht.
4) Außerdem ermöglicht unser Archiv genealogische Forschungen.
5) Wir veröffentlichen zum Thema Kauber Dachschieferbergbau, halten Vorträge und bieten unsere Hilfe an.
6) Wir haben ein Auge auf die wenigen noch vorhandenen Relikte des Bergbaus, insbesondere bei den denkmalgeschützten Anlagen, und sorgen für deren Erhalt.
7) Wir schützen die Flora und Fauna, insbesondere kümmern wir uns zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz Taunus-Westerwald e.V. um die Fledermäuse in den Kauber Stollen.
8) Wir wollen an besonderen Stellen Hinweisschilder und Informationstafeln aufstellen, auch in Verbindung mit themenspezifischen Wanderwegen.
9) Langfristig planen wir, zusammen mit dem Heimat- und Kulturverein Kaub, auf dem Rennseiterstollen im und um das ehemalige Maschinenhaus herum ein größeres (Outdoor-) Museum.
10) Wir arbeiten regional und überregional mit gleichgesinnten gemeinnützigen Vereinen und Institutionen themengezogen zusammen.

Zwei Musterhäuser auf ihrem Weg von Düsseldorf nach Kaub 🏡🏡1902 kaufte Grubenbesitzer Georg von Marées (Grube Viktoriast...
04/09/2026

Zwei Musterhäuser auf ihrem Weg von Düsseldorf nach Kaub 🏡🏡

1902 kaufte Grubenbesitzer Georg von Marées (Grube Viktoriastollen) auf der Industrie- und Gewerbeausstellung in Düsseldorf zwei Musterhäuser. Diese wurden sorgfältig zerlegt, nach Kaub transportiert und dort wieder aufgebaut.

Ein Haus erwarb Weinbrand-Fabrikant Hugo ASBACH aus Rüdesheim. Im Reichs-Telefonbuch von 1938 ist das Anwesen „Asbach, Hugo, Fabrik, Haus auf'm Hainbusch“ mit der Telefonnummer 230 verzeichnet. Das Gebäude wurde später abgerissen.

Das zweite Haus – das sogenannte Jagdhaus – ließ Marées direkt am Viktoriastollen errichten und bewohnte es zunächst selbst. Als 1940 Grube und Haus von den späteren Eigentümern an die Firma Gebrüder Puricelli verkauft wurden, beschreibt der Kaufvertrag einen für die damalige Zeit bemerkenswerten Ausstattungsstandard für das Haus: Zentralheizung, ein vollständiges Bad und eine elektrische Küche.

Wer erinnert sich an das Asbach-Haus oder besitzt vielleicht noch alte Fotos oder Dokumente? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!

Über den Dächern von Kaub 🐈 Vom mühsamen Abbau unter Tage bis zum fertigen Schieferdach: Viele Arbeitsschritte und viel ...
27/08/2026

Über den Dächern von Kaub 🐈

Vom mühsamen Abbau unter Tage bis zum fertigen Schieferdach: Viele Arbeitsschritte und viel Handwerk sind nötig, bevor die Dächer mit ihrem unverwechselbaren Charakter entstehen, die bis heute die Stadtbilder am Mittelrhein prägen.

Schön ist Bergmanns Leben – herrlich ist sein LohnIm Sommer 1923, auf dem Höhepunkt der Hyperinflation, herrschte im Deu...
20/08/2026

Schön ist Bergmanns Leben – herrlich ist sein Lohn

Im Sommer 1923, auf dem Höhepunkt der Hyperinflation, herrschte im Deutschen Reich akuter Geldmangel. Die Rheinische Bergbaugesellschaft zu Coblenz mit Verwaltungssitz in Bacharach beantragte deshalb die Ausgabe von Notgeld zur Lohnzahlung ihrer Beschäftigten.

In ihrem Antrag wurde ausdrücklich erwähnt, dass auch die Kauber Schiefergruben beabsichtigen würden, dieses Notgeld zu verwenden. Um die geforderten Sicherheiten für die Ausgabe zu erbringen, bot die Gesellschaft an, Dachschiefer im Wert von rund 25 Millionen Mark herzustellen und zu verpfänden.

Obwohl die behördliche Genehmigung fehlte und keine einzige Einlösestelle genannt wurde, wurden die Kassenscheine bereits im August 1923 gedruckt und ausgegeben. Auf der Rückseite des Fünf-Millionen-Mark-Scheins stand zu lesen

⚒️ „Schön ist Bergmanns Leben – herrlich ist sein Lohn“ ⚒️

Was zunächst wie ein Lob auf den Beruf des Bergmanns klingt, dürfte bei vielen Bergleuten eher ein bitteres Lachen ausgelöst haben. Die Arbeit unter Tage war hart, gefährlich und gesundheitsschädlich. Gleichzeitig fraß die Inflation den Lohn oft schneller auf, als er ausgezahlt werden konnte. Was morgens noch einen gewissen Wert hatte, konnte abends schon fast wertlos sein. Vor diesem Hintergrund wirkt der Satz beinahe zynisch – oder vielleicht auch wie der typische Galgenhumor jener Zeit.

Wo sich Mittelalter und Bergbaugeschichte begegnen - der Dicke Turm von KaubDer Dicke Turm, erbaut 1485-87, war ursprüng...
13/08/2026

Wo sich Mittelalter und Bergbaugeschichte begegnen - der Dicke Turm von Kaub

Der Dicke Turm, erbaut 1485-87, war ursprünglich Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. 1871 wurde er vom Wilhelm-Erbstollen erworben, „um [...] ein Bremswerk einzubauen und eine bessere Förderung des Schuttes nach dem Rhein und der Schiefer nach den Verladeplätzen“ vornehmen zu können.

Das „ganz von Eisen“ auf der Rheinböllerhütte, der größten Eisenhütte des Hunsrücks, gefertigte Bremswerk wurde im Sommer 1887 unter der Leitung von Hermann Puricelli zum ersten Mal in Betrieb gesetzt. Die Firma Gebrüder Puricelli war sowohl in Besitz der Hütte als auch des Wilhelm-Erbstollens. Mit dem Bremswerk konnten die bis zu 35 Zentner schweren, mit Schiefer beladenen Grubenwagen kontrolliert vom Werksgelände sieben Meter zum tieferliegenden Tunnel unter der Eisenbahn hindurch abgesenkt werden. Das Eigengewicht der beladenen Wagen zog die leeren Wagen gleichzeitig wieder nach oben – eine ebenso einfache wie geniale Technik. Neben dem Bremswerk befand sich ein Hebekran, um nötigenfalls auch schwerere Gegenstände heben zu können.

Die vollbeladenen Loren fuhren dann unter dem Bahndamm hindurch am Rhein entlang zu den Lagerplätzen vor der Stadt, dorthin, wo heute das Betriebsgelände der Regionalbahn ist und für die Schuttablagerung sogar bis kurz vor Lorchhausen.

Die heute sichtbare runde Mauer entstand übrigens nicht als Teil der Stadtbefestigung. Sie wurde erst nach 1884 vom Wilhelm-Erbstollen errichtet, um den ehemaligen Schuttplatz aufzufüllen und so das Betriebsgelände zu vergrößern.

Ein paar Zahlen:
• Turmhöhe bis zum Dach: 20,71 m
• Durchmesser: rund 9,7 m
• Stärke Aussenwand: 2,60 m
• 68 Stufen von der Stollensohle
• Neue Förderkette (1890): 11,4 m lang, 108 kg schwer

Sonntag, 13. September 2026: Tag des offenen DenkmalsPassend zum diesjährigen Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur...
05/08/2026

Sonntag, 13. September 2026: Tag des offenen Denkmals

Passend zum diesjährigen Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ zeigen wir, wie der Schieferbergbau einst ein wichtiger Teil der regionalen Infrastruktur und Versorgung am Mittelrhein war – und welche Spuren davon bis heute erhalten sind.
Wir laden Euch ein, die faszinierende Welt des Dachschiefer-Bergbaus zu entdecken:

🏛️ Führungen durch das Museum
⛰️ Führungen zu den historischen Tagesanlagen des Wilhelm-Erbstollens (Keine Befahrung!)
📅 Führungszeiten: 11:00 Uhr und 14:00 Uhr
🕚 Dauer: Je 90 min (ca.)
📍 Treffpunkt: Museum Kauber Schiefer, Metzgergasse 13, Kaub

Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf Euren Besuch!
Mehr Infos unter https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/tour/cmnsltllx0008jw04sgtp6xyc

Grube „Josef & Anna“: EisgangDer Winter 1892/93 war am Mittelrhein außergewöhnlich streng und schneereich. Zeitgenössisc...
30/07/2026

Grube „Josef & Anna“: Eisgang

Der Winter 1892/93 war am Mittelrhein außergewöhnlich streng und schneereich. Zeitgenössische Berichte schildern ihn als einen der härtesten Winter des späten 19. Jahrhunderts in der Region zwischen Köln, Koblenz, Bingen und Mannheim. Bei einsetzendem Eisgang wurde 1893 das Spalthaus der Dachschiefer-Grube „Josef & Anna“ an der heutigen B9 vor Oberwesel mitgerissen und zerstört. Die Grube gehörte, ebenso wie die „Grube Rhein“, der „Rheinischen Schieferbau-Gewerkschaft“.

Als Eisgang wird das Treiben von Eis auf fließenden Gewässern wie dem Rhein bezeichnet. Besonders gefährlich war der Eisgang am Mittelrhein, wenn sich auf dem Wasser eine dicke Eisdecke gebildet hat und das Wasser sich dahinter aufstaute. Bei stark steigenden Temperaturen in Verbindung mit Regen brach die Eisdecke auf und mehrere Tonnen schwere Eisblöcke schossen mit dem aufgestauten Wasser zu Tal und führte zu schweren Hochwassern und Zerstörungen.

Perspektivwechsel ⚒️So haben ihn wahrscheinlich die wenigsten gesehen: Der imposante Schornstein der Grube Ernestine ste...
22/07/2026

Perspektivwechsel ⚒️

So haben ihn wahrscheinlich die wenigsten gesehen: Der imposante Schornstein der Grube Ernestine steht auch heute noch mit dem ehemaligen Kesselhaus in Verbindung. Zwei Dampfkessel erzeugten dort ab 1903 den Dampf für die Fördermaschine des Ernestine-Schachtes. 1934 wurde die Förderung auf elektrisch umgestellt.

Glück auf!
16/07/2026

Glück auf!

Ein besonderer Tag für unseren Verein: Gemeinsam mit den letzten drei ehemaligen Bergleuten besuchten wir den Erbstollen...
11/07/2026

Ein besonderer Tag für unseren Verein: Gemeinsam mit den letzten drei ehemaligen Bergleuten besuchten wir den Erbstollen, der heute der Wassergewinnung dient. Für unsere Kameraden war es eine bewegende Rückkehr unter Tage – vielleicht das letzte Mal, dass wir sie dort gemeinsam erleben durften.

Den gelungenen Tag ließen wir in geselliger Runde im Weingut Bahles ausklingen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die diesen besonderen Moment möglich gemacht haben! ⚒️🍷

100 Jahre Cauber Knappenverein ⚒️Vor hundert Jahren, am 11. Juli 1926 gründete sich der Cauber Knappenverein um „dem Ber...
08/07/2026

100 Jahre Cauber Knappenverein ⚒️

Vor hundert Jahren, am 11. Juli 1926 gründete sich der Cauber Knappenverein um „dem Bergmannsstand bei seinen Mitbürgern Verständnis und Würdigung seiner schweren Berufsarbeit zu verschaffen“. Zum 10jährigen Jubiläum stiftete die Lotsengemeinschaft den Knappen einen Tragemast für die Vereinsfahne, beides ist im Museum zu besichtigen. Zu diesem Anlass entstand wohl auch das Foto am Rhein.

Adresse

Metzgergasse 13
Kaub
56349

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