02/04/2026
Karfreitag ohne Glocken? 🔕Wenn sie verstummen, übernehmen die Ratschen.
Das Foto von 1961 zeigt sogenannte Ratschenbuben vor der Pfarrkirche in Ebnet. Mit hölzernen Klappern ziehen Kinder von Gründonnerstag bis zur Osternacht durch die Straßen und ersetzen das Läuten der Kirchenglocken. Der Brauch, auch „Ratschen“ oder „Klappern“ genannt, ist in vielen katholischen Regionen Süddeutschlands, Österreichs und darüber hinaus verbreitet.
Die lauten, rhythmischen Geräusche erfüllten dabei eine klare Funktion: Sie rufen zu Gebet und Andacht, markieren die Tageszeiten und halten die liturgische Ordnung auch ohne Glocken aufrecht. Gleichzeitig ist das Ratschen oft mit festen Sprüchen und Rufen verbunden, die von Ort zu Ort variieren.
Das Bild hält damit nicht nur einen religiösen Brauch fest, sondern auch ein Stück Alltags- und Kindheitsgeschichte. In vielen Gemeinden wird das Karfreitagsratschen bis heute gepflegt – als lebendige Verbindung von Ritual, Gemeinschaft und Erinnerung.
🔗 Objekt im Katalog:
https://katalog.landesmuseum.de/object/0225A49EDEB5476C95B419EA1FE5DCBB-karfreitagsratschen-in-ebnet