07/07/2026
Die Wirklichkeit zeigen, wie sie ist. Das war das Anliegen der Künstler*innen der Neuen Sachlichkeit. Die Stilrichtung entwickelte sich nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im Kontext des revolutionären politischen und kulturellen Wandels der damaligen Zeit. In Abgrenzung zum Expressionismus widmeten sich die Künstler*innen einer nüchternen, präzisen, oft auch kritischen Darstellung der Welt. In ihren Werken finden sich klare Formen, genaue Beobachtungen und ungeschönte Aspekte der Realität.
Der Begriff „Neue Sachlichkeit“ benennt dabei nicht eine Künstler*innengruppe oder ein künstlerisches Konzept. Vielmehr fasst er verschiedene Richtungen der Kunst der Weimarer Republik zusammen. „Erfunden“ wurde der Begriff von Gustav Friedrich Hartlaub, der 1925 als Direktor der Mannheimer Kunsthalle eine gleichnamige Ausstellung organisierte.
Es gibt große konzeptuelle Unterschiede zwischen den einzelnen Positionen der Neuen Sachlichkeit. So gibt es Künstler*innen, die eine romantisch-idyllische Sicht auf den Menschen und die Landschaft widergeben und solche, die einen sozialkritischen Blick auf die gesellschaftlichen Zustände werfen.
Für die zweite Gruppe setzte sich der Begriff Verismus durch. Wichtigste Vertreter:innen dieser Strömung innerhalb der Neuen Sachlichkeit sind Otto Dix, George Grosz, Rudolf Schlichter, Jeanne Mammen, Hanna Nagel – und last but not least: der Karlsruher Karl Hubbuch.
💡Die Erschließung und Vermittlung von Hubbuchs künstlerischem Nachlass findet in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung statt.