09/10/2026
Fokus am FREITAG: Carl Irmer – Landschaft mit Birken
Heute präsentieren wir Euch die „Landschaft mit Birken“ von Carl Irmer, dass seit kurzem im Pulvermagazin der Zitadelle Jülich zu sehen ist. Es kommt ganz frisch aus dem aktuellen Restaurierungsförderungsprogramm NRW 2026 und erstrahlt nun im neuen Glanz.
Der Landschaftsmaler Carl Irmer (1834 – 1900) stammt ursprünglich aus Brandenburg, bildet sich zuerst in Dessau bei Johann Heinrich Beck aus, bevor er 1855 nach Düsseldorf kommt, wo er Schüler und Assistent von Hans Fredrik Gude (1825 – 1903) wird.
Das Gemälde steht im bewussten Kontrast zu den anderen Gemälden der Ausstellung, die das Thema Italienreise reflektieren. Für die Künstler der ersten Jahrhunderthälfte war Italien der maßgebliche Bezugspunkt ihrer Kunst.
Die Weiterentwicklung der Landschaftsmalerei bemerkt man bei jüngeren Gemälden nicht nur an der deutlich helleren Palette, die den dunklen, klassischen Galerieton der älteren Bilder hinter sich gelassen hat und sich aus den Impulsen der Freilichtmalerei und des französischen Impressionismus speist.
Bezeichnend ist auch eine andere Motivwahl. Im Zuge eines verstärkten Nationalismus mit Gründung des Deutschen Reiches 1871 nach dem Krieg gegen Frankreich werden Motive nordischer Landschaften noch einmal deutlich populärer. Denkmäler der germanischen Vorzeit laufen den Relikten der klassischen Antike den Rang in der Publikumsgunst ab. Irmer ist kein nationalistischer Maler, aber seine Motivwahl ist trotzdem durch die Stimmung auf dem Kunstmarkt geprägt, die solche Motive fördert.
Restaurierung 2026 gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Bildnachweis: Inv.-Nr.: MZJ 2025-0226.