Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

Zentralrat Deutscher Sinti und Roma Der Zentralrat ist die bürgerrechtliche und politische Interessenvertretung deutscher Sinti und Roma

In Berlin kamen die Kultusministerkonferenz und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma zusammen, um über Strategien geg...
03/05/2026

In Berlin kamen die Kultusministerkonferenz und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma zusammen, um über Strategien gegen Antiziganismus im Bildungsbereich zu beraten. Bei der Fachtagung „Wissensvermittlung über Sinti und Roma: Strategien gegen Antiziganismus“ in der Bayerischen Vertretung stand die Frage im Mittelpunkt, wie Schulen Wissen über Sinti und Roma vermitteln, Vorurteile abbauen und Diskriminierung wirksam begegnen können.

Antiziganismus ist kein Randphänomen. Er zeigt sich bis heute auch im Bildungsbereich. Grundlage der Tagung war die gemeinsame Empfehlung von KMK und Zentralrat zum Umgang mit Antiziganismus in der Schule, die im März 2025 beschlossen wurde. Sie bietet Schulen konkrete Orientierung für Prävention, Intervention, historisch-politische Bildung, Medienbildung und sprachsensibles Handeln.

Struktureller Rassismus beschreibt keine einzelnen Vorurteile, sondern tief verankerte gesellschaftliche Mechanismen, di...
09/04/2026

Struktureller Rassismus beschreibt keine einzelnen Vorurteile, sondern tief verankerte gesellschaftliche Mechanismen, die systematisch zu Ungleichheit führen. Für Sinti und Roma zeigt sich dieser insbesondere in zentralen Lebensbereichen wie Bildung, Arbeitsmarkt, Wohnen und Gesundheitsversorgung.

Empirische Studien wie die EU-MIDIS-II-Erhebung der Europäische Agentur für Grundrechte belegen, dass Roma in Europa zu den am stärksten diskriminierten Minderheiten gehören. Rund 80 % der befragten Roma sind von Armut bedroht, während gleichzeitig erhebliche Zugangsbarrieren zu Bildung und regulärer Beschäftigung bestehen.

Diese strukturellen Benachteiligungen sind nicht zufällig, sondern historisch gewachsen und institutionell reproduziert. Sie zeigen sich etwa in der systematischen Segregation im Bildungssystem, eingeschränkten Aufstiegschancen sowie in stigmatisierenden Diskursen, die gesellschaftliche Teilhabe erschweren.

Die Folgen sind weitreichend: Neben ökonomischer Marginalisierung entstehen auch psychische Belastungen durch wiederkehrende Ausgrenzung und das Gefühl des „Nicht-Dazugehörens“. Struktureller Rassismus wirkt damit nicht nur auf individueller, sondern vor allem auf gesellschaftlicher Ebene – und bleibt oft unsichtbar, weil er als „Normalität“ erscheint.

Ein nachhaltiger Abbau dieser Ungleichheiten erfordert daher mehr als individuelle Sensibilisierung: notwendig sind strukturelle Veränderungen in Institutionen, Bildungssystemen und politischen Rahmenbedingungen.

Mit Jesse Jackson verliert die Welt eine der prägendsten Stimmen der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Seit den 19...
20/02/2026

Mit Jesse Jackson verliert die Welt eine der prägendsten Stimmen der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Seit den 1960er-Jahren kämpfte der Pastor und Politiker unermüdlich für Gleichberechtigung, soziale Gerechtigkeit und politische Teilhabe. In den 1980er-Jahren kandidierte er zweimal für das US-Präsidentenamt und ebnete damit den Weg für eine neue Generation politischer Repräsentation – bis hin zur Wahl von Barack Obama.
2019 sprach er auf Einladung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma beim Europäischen Holocaust-Gedenktag in Auschwitz-Birkenau und setzte mit seiner Rede sowie der Unterzeichnung eines Appells gegen Antiziganismus ein starkes Zeichen der internationalen Solidarität.
Sein Einsatz für Menschenrechte und Würde bleibt unvergessen.

Auch KZ-Gedenkstätten und weitere erinnerungskulturelle Einrichtungen schlagen Alarm. In einem offenen Brief warnen sie ...
21/01/2026

Auch KZ-Gedenkstätten und weitere erinnerungskulturelle Einrichtungen schlagen Alarm. In einem offenen Brief warnen sie davor, dass sogenannte Content-Farmen gezielt die emotionale Wucht des Holocaust nutzen, um mit minimalem Aufwand maximale Reichweite zu erzielen. KI-generierte Bilder würden dabei nicht nur historische Fakten verwässern, sondern auch Opfer- und Täterrollen verschieben und revisionistische Narrative begünstigen.
Die Einrichtungen machen deutlich: Erinnerung darf kein Rohstoff für Klicks sein. Der Schutz authentischer Quellen ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass historisches Lernen, Verantwortung und Gedenken auch in digitalen Räumen möglich bleiben. Quelle: BR24

10/12/2025

Ein aktueller Bericht der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) zeigt:
Sinti und Roma erleben in Deutschland weiterhin eine deutliche Ungleichbehandlung durch polizeiliche Maßnahmen. Die 215 gemeldeten Fälle der Jahre 2022–2024 verdeutlichen ein Muster institutioneller Diskriminierung.

Die Stadt Heidelberg hat Romani Rose für sein jahrzehntelanges Engagement gegen Antiziganismus und für die Stärkung demo...
08/12/2025

Die Stadt Heidelberg hat Romani Rose für sein jahrzehntelanges Engagement gegen Antiziganismus und für die Stärkung demokratischer Werte ausgezeichnet. Oberbürgermeister Eckart Würzner würdigte Rose als eine der wichtigsten Stimmen für die Rechte von Sinti und Roma, die Brücken zwischen Kulturen, Religionen und Menschen baut.
In den Laudationes betonten Dr. Karola Fings und weitere Redner*innen Roses zentrale Rolle dabei, die nach 1945 fortgesetzte Diskriminierung sichtbar zu machen und die Anerkennung der NS-Verbrechen an Sinti und Roma im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.
Rose selbst bezeichnete die Bürgermedaille als „hohe Anerkennung“ und hob die langjährige Unterstützung durch die Stadt hervor – etwa bei der Einrichtung der ersten Forschungsstelle gegen Antiziganismus an der Universität Heidelberg. Quelle: mrn-news.de

Die Spitzenorganisation der deutschen Filmwirtschaft (SPIO) hat mehreren prominenten Filmschaffenden ihre Ehrenmedaille ...
25/11/2025

Die Spitzenorganisation der deutschen Filmwirtschaft (SPIO) hat mehreren prominenten Filmschaffenden ihre Ehrenmedaille posthum entzogen. Grundlage ist ein neues Gutachten des Münchner Instituts für Zeitgeschichte, das die NS-Verstrickungen von 89 historischen Branchenakteuren untersucht hat. Für 14 von ihnen belegen die Forschenden deutliche Nähe zum Regime – darunter Leni Riefenstahl, Heinz Rühmann, Olga Tschechowa und Produzent Ludwig „Luggi“ Waldleitner.
Die Ergebnisse zeigen: Einige von ihnen profitierten von persönlichen Kontakten zu Hi**er, Goebbels oder Göring, wirkten an Propagandafilmen mit, spielten ihre Rolle nach 1945 systematisch herunter oder wurden durch fragwürdige Entnazifizierungsverfahren entlastet. Andere nutzten ihre Positionen gezielt, um sich wirtschaftliche Vorteile im NS-Staat zu sichern.

18/11/2025

In Neuss sollte eine Auktion persönliche Dokumente aus der NS-Zeit versteigern – darunter Briefe eines Holocaust-Opfers, Gestapo-Karteikarten und ein „Judenstern“. Ein Teil der Stücke stammt aus der Korrespondenz von Menschen, die in deutschen Konzentrationslagern inhaftiert waren, mit ihren Angehörigen; zudem waren auch Dokumente der Täterbehörden darunter.

Nach deutlicher Kritik von Politik und Gedenkinstitutionen sowie einer Prüfung durch die Landesregierung NRW wurde die Versteigerung gestoppt. Fachleute betonten, dass der Umgang mit solch sensiblen historischen Zeugnissen besondere Sorgfalt erfordert und nicht ohne klare ethische Standards kommerzialisiert werden darf.

14/11/2025

Der CDU-Abgeordnete Timur Husein hat auf Instagram einen Beitrag veröffentlicht, in dem er Sinti und Roma pauschal mit „illegalem Zuzug“ verknüpfte. In seinem Post nutzte er eine rassistische Fremdbezeichnung und griff dabei auch auf NS-Vokabular zurück. Beobachter und Verbände bewerten die Wortwahl als hetzerisch, da sie ein vereinfachtes Bedrohungsszenario erzeugt und an historische Stereotype anknüpft.

Der Vorfall steht im Kontext einer breiteren Entwicklung: In den vergangenen Monaten kam es vermehrt zu politischen Äußerungen, in denen Sinti und Roma zugespitzt dargestellt oder instrumentalisiert wurden – etwa zur Mobilisierung in migrationspolitischen Debatten. Huseins Beitrag fügt sich sichtbar in dieses Muster ein und löste entsprechend deutliche Kritik von zivilgesellschaftlicher Seite aus.

Innerhalb weniger Stunden wurden über 1.400 Synagogen und Betsäle zerstört, mehr als 7.000 Geschäfte geplündert, rund 10...
12/11/2025

Innerhalb weniger Stunden wurden über 1.400 Synagogen und Betsäle zerstört, mehr als 7.000 Geschäfte geplündert, rund 100 Menschen ermordet, und etwa 30.000 jüdische Männer in Konzentrationslager deportiert. Viele von ihnen kehrten nie zurück.
Die sogenannte „Reichspogromnacht“, heute meist als „Novemberpogrome“ bezeichnet, markiert den Übergang von sozialer Ausgrenzung und Entrechtung hin zu systematischer, offener Gewalt. Sie war ein staatlich inszeniertes Signal, das der Bevölkerung zeigte, dass jüdisches Leben in Deutschland keinen Schutz mehr hatte.

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