18/10/2026
Mit großer Trauer nimmt der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma Abschied von Hermann „Mano“ Höllenreiner, der am 16. Oktober 2026 im Alter von 92 Jahren verstorben ist.
Als neunjähriger Junge wurde er 1943 gemeinsam mit seiner Familie von München nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Er überlebte die nationalsozialistische Verfolgung und drei Konzentrationslager: Auschwitz-Birkenau, Ravensbrück und Sachsenhausen.
Über Jahrzehnte hinweg setzte sich Mano Höllenreiner unermüdlich dafür ein, die Erinnerung an den Völkermord an den Sinti und Roma wachzuhalten. Als Zeitzeuge berichtete er insbesondere jungen Menschen von seinen Erfahrungen, klärte über die Verbrechen des Nationalsozialismus auf und engagierte sich gegen Antiziganismus, Ausgrenzung und das Vergessen.
Für seinen außergewöhnlichen Einsatz wurde er 2013 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma ist Hermann „Mano“ Höllenreiner für sein jahrzehntelanges Engagement, seinen Mut und seine unermüdliche Aufklärungsarbeit zutiefst dankbar. Mit seiner Lebensgeschichte und seinem Wirken hat er einen unschätzbaren Beitrag zur Erinnerungskultur und zur gesellschaftlichen Anerkennung des Schicksals der Sinti und Roma geleistet.
Seine Stimme wird fehlen. Sein Vermächtnis bleibt und verpflichtet uns, die Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermords wachzuhalten und entschieden gegen Antiziganismus einzutreten.