Heimatverein Gronau e.V.

Heimatverein Gronau e.V. Der Heimatverein Gronau e. V. befasst sich mit Heimatkunde und Heimatpflege. Er will dabei Überliefertes und Neues sinnvoll vereinen und weiterentwickeln.

Der Gronauer Heimatverein hat sich zum Ziel gesetzt hat, Besonderheiten und Traditionen der Stadt und Region zu pflegen, zu bewahren und zu fördern. Sein Anliegen ist es, Gronauer Interessen bei der politischen Willensbildung zu vertreten, für den Erhalt historischer Gebäude Einzutreten, das Ortsbild zu verschönern sowie in enger Kooperation mit dem Stadtarchiv die Heimatgeschichte aufzuarbeiten und auf vielfältige Weise lebendig zu erhalten.

Exkursion ins niederländische NachbarlandDer Heimatverein begab sich am Samstag, den 22. August, auf den Spuren ehemalig...
23/08/2026

Exkursion ins niederländische Nachbarland

Der Heimatverein begab sich am Samstag, den 22. August, auf den Spuren ehemaliger Schmuggler im deutsch-niederländischen Grenzraum. Ausgangspunkt der Tour im sogenannten Smokkel-Express war das „Kulturhus 't Trefhuus“ in Overdinkel. Nach einer Tasse und einem kurzen Film zur Geschichte des Schmuggelns begaben sich die Teilnehmerrinnen - Männer fehlten leider gänzlich – auf eine mehrstündige Rundfahrt durch das grenznahe Natur- und Schmuggelgebiet von Overdinkel und Losser. An verschiedenen Schmuggel-Hotspots gab es immer wieder erheiternde Informationen aus vergangenen Zeiten.

Während einer kleinen Pause gab es dann für die Teilnehmer Kaffee und Apfelkuchen (Appelgebak). Danach folgte bei herrlichem Sonnenschein nochmals eine Runde durch die Umgebung von Glanerbrück mit dem Elektromobil, womit der unterhaltsame Nachmittag ausklang. Bei den Teilnehmerinnen bestand zum Abschluss der Exkursion der einhellige Wunsch, im nächsten Jahr wieder eine ähnliche Tour durchzuführen. (CO)

Schlaglichter in das Gronau des Jahres 1926Das Jahr 1926 und die Stadt Gronau in der Weimarer Republik waren am vergange...
10/08/2026

Schlaglichter in das Gronau des Jahres 1926

Das Jahr 1926 und die Stadt Gronau in der Weimarer Republik waren am vergangenen Montag das Thema eines Vortrags von Gerhard Lippert beim Heimatverein Gronau. Der Referent berichtete von den innenpolitischen Spannungen, an denen mehrere Regierungen scheiterten, ebenso wie von dem alles in allem eher bürgerlichen Wahlverhalten der Gronauer Bürgerschaft, die zum überwiegenden Teil in der örtlichen Textilindustrie arbeitete.

Konfessionsfragen spielten 1926 in Gronau auf fast allen Ebenen des gesellschaftlichen und des politischen Lebens eine bedeutende Rolle, die Einwohnerzahl strebte in schnellen Schritten auf die 15.000-Marke zu. Auch wenn die NSDAP in Gronau während der Zwanzigerjahre so gut wie keinen Zuspruch erhielt, waren auch hier 1926 schon erste Anzeichen einer aufkommenden Zeitenwende sichtbar. Lippert erläuterte das in dem Jahr erschienene Gronauer Ortsstatut zur „Bekämpfung des Zigeunerunwesens“ und wies auf die zunehmende Tuchfühlung der westfälischen Heimatbewegung mit dem aufkeimenden Nationalsozialismus hin.

Der Vortrag von Gerhard Lippert vermittelte auch kurze Einblicke in die Musik- und die Kinokultur jenes Jahres, präsentierte Zeitungsmeldungen zu verurteilten (Radio-) „Schwarzhörern“ und zu einer Nachbarschaftsjagd auf Kinder als „Klingelteufel“. Am Ende gab es „Geschichte zum Anfassen“, als der Referent von Schlagballwettkämpfen als beliebtem Mannschafts- und Turnspiel berichtete und einen originalen Lederball durch die interessierte Zuhörerschaft zirkulieren ließ.

Zum Foto: Trotz hochsommerlicher Temperaturen hatten sich zahlreiche geschichtlich interessierte Personen zum Vortrag von Gerhard Lippert (rechts am Laptop) beim Heimatverein Gronau eingefunden.

Bild des Monats August 2026Die Neuapostolische Kirche ist eine internationale christliche Glaubensgemeinschaft. Grundlag...
05/08/2026

Bild des Monats August 2026

Die Neuapostolische Kirche ist eine internationale christliche Glaubensgemeinschaft. Grundlage ihrer Lehre ist die Heilige Schrift. Sie ist mit etwa 380.000 Mitgliedern in Deutschland die viertgrößte christliche Kirche. In Nordrhein-Westfalen bekennen sich derzeit mehr als 90.000 Christen zum neuapostolischen Glauben, weltweit sind es nahezu elf Millionen.

Das aktuelle Foto zeigt die 1957 an der Grünstiege errichtete Kirche der Neuapostolischen Gemeinde. Leider gibt es von dem Kirchengebäude kein Postkartenmotiv. Auch über die Geschichte der Gemeinde gibt es nur wenig Informationen, sodass an dieser Stelle aus einem Bericht der Gronauer Nachrichten vom Oktober 2008 zitiert werden muss:

„Das Jahr 1908 wird wegen des Weihgottesdienstes (Anm.: der Vorgängerkirche an der Losserstr.) am 11. Oktober als das Gründungsjahr der neuapostolischen Kirchengemeinde Gronau betrachtet, obwohl bereits seit 1904 im Rahmen der Missionstätigkeit niederländischer Seelsorger mehr oder weniger regelmäßig Gottesdienste in Gronau stattfanden. In den folgenden Jahren entwickelte sich die noch junge Gemeinde kontinuierlich. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 bremste das innere und äußere Wachstum der Gemeinde. Die Folge war eine deutliche Verringerung der Mitgliederzahl und letztendlich der Verkauf des Kirchengebäudes an der Losserstraße.

Viele Gemeindemitglieder niederländischer Nationalität siedelten zurück in ihre Heimat; nur wenige Gronauer Gemeindemitglieder blieben zurück. Diese konnten durch den andauernden Krieg nicht mehr von den niederländischen Seelsorgern betreut werden. Erst im Jahre 1925 kam ein Priester aus Deutschland nach Gronau, um die Gemeinde erneut aufzubauen und zu betreuen. Als Versammlungsstätten für die Gottesdienste dienten zunächst die Wohnungen von Gemeindemitgliedern. Als die Zahl der Gottesdienstbesucher größer wurde, mietete die Gemeinde verschiedene Räumlichkeiten an. Im Jahr 1957 entstand schließlich das Kirchengebäude an der Grünstiege.

Aktuell gehören 227 neuapostolische Christen aus Gronau und den umliegenden Ortschaften wie Epe, Ochtrup, Enschede und Losser (Niederlande) zur Gemeinde. Betreut werden diese von neun Seelsorgern. Gottesdienste finden zweimal in der Woche statt: am Sonntag um 9.30 Uhr und mittwochs um 19.30 Uhr.“

Für zusätzliche Informationen zur Geschichte der Gronauer Neuapostolischen Gemeinde empfehlen wir den Aufsatz von Verena Schaefer-Rollfs: „100 Jahre Neuapostolische Gemeinde“, ab Seite 140 im Bürgerbuch Gronau und Epe, Ausgabe 2007/2008.

PS: Über Ergänzungen/Korrekturen oder sonstige wohlwollende Hinweise, gerne auch per PN, freuen wir uns natürlich auch weiterhin; Ihr/Euer Heimatverein Gronau. (EWB)

Bild des Monats Juli 2026Die im Gronauer Verlag von Ludwig Lammers herausgegebene Postkarte zeigt die an der Hohen Straß...
02/07/2026

Bild des Monats Juli 2026

Die im Gronauer Verlag von Ludwig Lammers herausgegebene Postkarte zeigt die an der Hohen Straße – vormals Hohenzollern-Straße – auf einer kleinen Anhöhe gelegene Mennonitenkirche. Kommerzienrat Mathieu hatte für den geplanten Bau bereits 1887 eine namhafte Spende in Aussicht gestellt und zudem das Grundstück gestiftet. Bis zum Bau des Bethauses sollten allerdings noch einige Jahre vergehen. Das vom ehemaligen Gronauer Stadtbaurat Max Göhler im Jugendstil entworfene Gotteshaus der kleinen Gemeinde wurde im Juni 1904 eingeweiht.

Beim unerwarteten Luftangriff auf Gronau im März 1945 fiel ein Großteil des sakralen Gebäudes den Bombern zum Opfer. Lediglich der Eingangsbereich mit Orgelbühne und Orgel blieb unzerstört. Die Beschädigungen der Kirche besaßen aber in Gänze ein derartiges Ausmaß, dass eine Instandsetzung sich als nicht sinnvoll erwies. Daher entschloss sich die Gemeinde für einen Neubau an gleicher Stelle. Die Einweihung der in jetzt schlichter Architektur nachempfundenen Vorgängerkirche erfolgte im April 1950.

Für weitergehende Informationen zur Geschichte der Gronauer Mennonitengemeinde empfehlen wir die beiden Aufsätze von Dipl.-Chemiker Stefan van Delden: „Die Mennoniten“ ab Seite 348 im Bürgerbuch Gronau und Epe, Ausgabe 1998/99, sowie „100 Jahre Mennonitenkirche zu Gronau“ ab Seite 98 im Bürgerbuch Gronau und Epe, Ausgabe 2004/05.

PS: Über Ergänzungen/Korrekturen oder sonstige wohlwollende Hinweise, gerne auch per PN, freuen wir uns natürlich auch weiterhin; Ihr/Euer Heimatverein Gronau. (EWB)

Sommerpause beim Heimatverein Der Heimatverein Gronau geht für den gesamten Monat Juli in die Sommerpause. Während diese...
23/06/2026

Sommerpause beim Heimatverein

Der Heimatverein Gronau geht für den gesamten Monat Juli in die Sommerpause. Während dieser Zeit finden also keine Vorträge, Fahrten etc. statt. Ab August beginnen dann wieder die turnusmäßigen Veranstaltungen wie in der Programmvorschau für das 2. Halbjahr 2026 angegeben.
Wir wünschen allen Mitgliedern und Freunden des Heimatvereins bis dahin eine erholsame Ferienzeit. Bleiben Sie gesund!

Heimatverein besuchte UrananreicherungsanlageAm Freitag, den 12. Juni, besuchten 16 durchgehend interessierte Vereinsmit...
13/06/2026

Heimatverein besuchte Urananreicherungsanlage

Am Freitag, den 12. Juni, besuchten 16 durchgehend interessierte Vereinsmitglieder das Besucher-Zentrum der örtlichen Urananreicherungsanlage. Dort wurden sie herzlich von Dr. Chris Breuer empfangen, der für die Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens zuständig ist. In einem rund 90-minütigen Vortrag informierte dieser die Besucher über die Geschichte der Anlage und beantwortete zudem auch die zahlreich aufgekommenen Fragen.

Betreiber der Gronauer Anlage ist die URENCO Deutschland GmbH, wobei „Urenco“ das Akronym von „Uranium Enrichment Company“ ist. Weitere Produktionsanlagen befinden sich in den Niederlanden (Almelo), Großbritannien und den USA. Die Besitzverhältnisse (Beteiligungen) liegen paritätisch zu je einem Drittel bei den EU-Ländern Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien.

Vereinfacht ausgedrückt wird in den Anlagen natürliches Uranerz in das chemisch aggressive Gas Uranhexafluorid (UF₆) umgewandelt, damit es prozessiert werden kann. Im zweiten Schritt erfolgt dann mittels Gaszentrifugenverfahren das Uranhexafluorid zur Verwendung als Kernbrennstoff in Kernkraftwerken von 0,7 % auf ca. 4 % angereichert. Die Anlage in Gronau versorgt nach dem deutschen Atomausstieg ausländische Atomkraftwerke mit Brennstoffen, wobei sich die Nachfrage derzeit äußerst positiv entwickelt, so Dr. Breuer.

Der An- und Abtransport des Uranhexafluorids erfolgt in normierten Stahl-Druckbehältern. Die rund 3,8 Meter langen Behälter haben einen Durchmesser von 1,2 Meter und besitzen ein Fassungsvermögen von 12,5 Tonnen Uranhexafluorid. Der Transport des nicht radioaktiven Materials erfolgt in Gronau überwiegend auf der Schiene; die Urananreicherungsanlage Gronau besitzt dazu einen Gleisanschluss an die Bahnstrecke Gronau-Münster.

Das Foto zeigt Dr. Chris Breuer während des informativen Vortrages im Besucher-Zentrum.

Stadtgeschichte als ProgrammVor den Mitgliedern des Heimatvereins Gronau referierte Stadtarchivar Gerhard Lippert am Mon...
11/06/2026

Stadtgeschichte als Programm

Vor den Mitgliedern des Heimatvereins Gronau referierte Stadtarchivar Gerhard Lippert am Montag, den 1. Juni, unter dem Titel „Sachstand Stadtgeschichte“. Im Mittelpunkt standen die Tätigkeitsfelder des Vereins, welche sich mit der Pflege der Gronauer Geschichte beschäftigen. Die in Gronau heimatkundlich und stadtgeschichtlich tätigen Vereine haben sich thematisch und programmatisch der Vergangenheit verschrieben. Sie vermitteln die Geschichte aber unter heutigen Voraussetzungen und Bedingungen, oft mit aktuellen Bezügen zur Gegenwart.

Die Vereinstätigkeit erfolgt grundsätzlich im Allgemeininteresse und trägt auf zahlreichen Ebenen zur positiven Identität der Stadt Gronau bei. Daher wird sie von den kommunalen Gremien, der Stadtverwaltung, ihren Gesellschaften und der Politik in besonderem Maße unterstützt. Als ein Beispiel dafür beschrieb Lippert die städtische Förderung bzw. die Bereitstellung und Unterhaltung von Vereinsräumlichkeiten. Typische Tätigkeitsfelder insbesondere der Heimatvereine seien die Erforschung und das Archivieren der lokalen Geschichte, die Pflege des Brauchtums, der Sprache, der Denkmäler und des Ortsbildes sowie der Natur und der Landschaft.

Lippert führte zahlreiche konkrete Beispiele an, welche die Agenda des Heimatvereins Gronau in den vergangenen Jahren gefüllt hatten. Dazu gehörten u.a. der Betrieb des Drilandmuseums (bis zum Rückbau des Gebäudes), die Gestaltung des umliegenden „Klein-Venedig“ durch geschichtliche Reminiszenzen, die Bemühungen um den Erhalt der historischen Substanz am alten Rathaus, die jährlich herausgegebenen Buchpublikationen des Vereins, die Informations- und Gedenkveranstaltungen zur NS-Diktatur und dem Schicksal der Gronauer jüdischen Familien, die Beteiligung an stadtgeschichtlichen Jubiläen (125 Jahre Stadt Gronau, 50 Jahre kommunale Neugliederung) sowie zahlreiche Vorträge zur Geschichte des Gronauer Raums

Ein besonderer Schwerpunkt des Vereins liege, so Lippert, in dem Erhalt des Wissens und der Quellen zur Geschichte der Gronauer Textilindustrie. Dazu hatte der Verein ein eigenes umfassendes Archiv aufgebaut, welches durch das Stadtarchiv ergänzt und mitbearbeitet wurde. An vielen Themen der aktuellen Tagespolitik, die sich mit dem Denkmalwert historischer Bauten der Textilindustrie beschäftigen, war der Heimatverein beteiligt.

Der in Kürze aus seiner beruflichen Tätigkeit ausscheidende Stadtarchivar regte gegenüber den erschienenen Mitgliedern an, das Wirken des Vereins insbesondere in stadtgeschichtlichen Angelegenheiten weiterhin zu fördern und aktiv zu unterstützen, und mit diesem Anliegen auch durchaus initiativ auf die Gronauer Politik und die Stadtverwaltung zuzugehen. An den Vortrag schloss sich eine lebendige und interessante Diskussion mit den Anwesenden an.

Bild des Monats Juni 2026Die Entstehung einer zweiten katholischen Pfarrgemeinde in Gronau ist eng mit dem Wirken Hubert...
02/06/2026

Bild des Monats Juni 2026

Die Entstehung einer zweiten katholischen Pfarrgemeinde in Gronau ist eng mit dem Wirken Hubert Vietmeiers verknüpft, der am 10. September 1938 seine Stelle als Kaplan in Gronau antrat. Der damalige Ortspfarrer Josef Reukes übertrug ihm die Seelsorge für den im Gronauer Stadtosten gelegenen „Bezirk Eilermark“. Dort waren nach dem Ersten Weltkrieg mehrere neue Wohngebiete entstanden: Bauverein, Freiheits-, Heidekamp-, Bismarck- und die Drilandsiedlung.

Um den Bewohnern der Eilermark den weiten Weg zur Pfarrkirche St. Antonius zu ersparen, war bereits zwischen den Weltkriegen mit den Planungen für einen Kirchbau in diesem Wohnbezirk begonnen worden. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhinderte jedoch die für 1940 geplante Grundsteinlegung für das neue Gotteshaus. Im Verlauf des Krieges konnte jedoch ersatzweise eine „Barackenkirche“ auf dem vorgesehenen Kirchengelände errichtet werden.

Da die Interimslösung „Barackenkirche“ nach dem Krieg in keinster Weise den Anforderungen entsprach, begannen schon bald die Vorbereitungen für den Bau einer neuen Kirche. Im Rahmen von Grundstückstauschen konnte der notwendige Bauplatz zwischen der Bentheimer Eisenbahn und der Kaiserstiege bereitgestellt werden. Mit der Planung für den die Kirche samt Nebengebäude wurde der Eper Architekt Franz Jakobs beauftragt.

Bereits 1947 konnte mit dem Bau des Pfarrhauses begonnen werden, für das Kirchenprojekt waren die Voraussetzungen (Planung und Finanzierung) erst 4 Jahre später erfüllt. Am Sonntag, den 15. April 1951, konnte schließlich der Grundstein durch Domkapitular Franz Vorwerk unter Anwesenheit zahlreicher kirchlicher und weltlicher Repräsentanten gelegt werden.

Während der Bauphase ereignete sich im Dezember 1951 ein schlimmes Unglück. Im Innern des Rohbaus brach ein Gerüst ein und zehn Bauleute stürzten aus etwa 10 Meter Höhe in die Tiefe. Durch den ungebremsten Fall erlitten die Männer schwere Verletzungen.

Nach knapp einjähriger Bauzeit war die Kirche schließlich fertiggestellt, wodurch einer Einweihung nichts mehr im Wege stand. Die Benedizierung (Segnung) nahm am 19. März 1952 Domkapitular Karl Alexander Cantauw vor, sodass alle kirchlichen Feiern über Karfreitag und Ostern bereits im neuen Gotteshaus gefeiert werden konnten. Die Konsekration (Einweihung) der Kirche nahm dann Weihbischof Banken am 4. Mai 1952 vor. Schon bald entwickelte sich danach rund um die neuerbaute Josefkirche ein reges Vereinsleben. Die nun abgängige Baracke diente fortan der Gemeinde als Pfarrheim.

In den Jahren 1964 – 1966 wurde die Kirche renoviert und ein mächtiger Kirchturm aus roten Ziegelsteinen angebaut. Der durchaus markante Dachreiter hatte nun keine Funktion mehr, sodass er abgebaut wurde. Der Chorraum im Innern erfuhr eine völlige Neugestaltung , die Wände im Kirchenschiff wurden verklinkert und die Fenster höher gelegt. Im nächsten Jahr kann die Josefkirche ihren 75. Geburtstag feiern. Ob ihr Bestand weiterhin gesichert bleibt, wird die Zukunft zeigen.

Die Postkartenansicht aus dem Jahr 1958 zeigt die an der Kaiserstiege gelegene katholische Josefkirche in ihrer ursprünglichen Bauausführung. Das sakrale Bauwerk aus Ibbenbürener Bruchsteinen mit seinen schlichten Formen spiegelt die typische Architektur der Nachkriegsära wider. Das bogenförmige Eingangsportal befand sich damals am straßenseitigen Giebel; der um 1965 errichtete Kirchturm fehlt noch. Ursprünglich hatte die Pfarrkirche, wie auf dem Bild gut zu erkennen ist, für die Glocken lediglich einen sogenannten Dachreiter.

PS: Über Ergänzungen/Korrekturen oder sonstige wohlwollende Hinweise, gerne auch per PN, freuen wir uns natürlich auch weiterhin; Ihr/Euer Heimatverein Gronau. (EWB)

Exkursion zum Bentheimer SandsteinmuseumBad Bentheim ist die Stadt des Sandsteins. Überall in der Stadt, auf Schritt und...
16/05/2026

Exkursion zum Bentheimer Sandsteinmuseum

Bad Bentheim ist die Stadt des Sandsteins. Überall in der Stadt, auf Schritt und Tritt, trifft man auf Bentheimer Sandstein, sei es als gewachsenen Felsen, als Mauer- und Pflasterstein oder als Baustein vieler Gebäude. So lag es auf der Hand, dass der Heimatverein Gronau sich ein eigenes Bild vor Ort machen wollte. Und so war es naheliegend, als 1. Adresse das 1999 eröffnete Sandsteinmuseum zu besuchen.

Das Sandsteinmuseum befindet sich unterhalb der Burg Bentheim im Schlosspark an der Funkenstiege. Steil aufsteigende Sandsteinfelsen des Bentheimer Bergrückens bilden den malerischen Hintergrund für das Museumsgebäude. Das Sandsteinmuseum ist in einem historischen Bentheimer Ackerbürgerhaus und einem neuen Erweiterungsbau eingerichtet. Es ist ein modern gestaltetes Museum mit einer Ausstellungsfläche von ca. 180 m². Dazu gehören zusätzlich im Außenbereich Flächen mit Großexponaten. Die Dauerausstellung gliedert sich in mehrere Abteilungen: Geologie, der Sandsteinabbau, die Art der Transportwege sowie die Ausstellung „Arbeitswelt Steinbruch“.

Zuerst gab es im Museum einen gut 45-minütigen Vortrag vom Museums-Vorstandsmitglied Reinhardt Neumann zu den zahlreichen Bauwerken aus Bentheimer Sandstein. Im weiteren Verlauf erfuhren die Gronauer Heimatfreunde dann Details über den Herrgott von Bentheim, über die Arbeit im Steinbruch und den mühseligen Transport der schwergewichtigen Ware vor unserer Zeit. Dabei erwähnte er auch den Untergang der Batavia, also eines niederländischen Schiffes, das mit Bentheimer Sandstein beladen war und 1629 vor der Küste Australiens auf ein Riff lief und danach versank. Ergänzend zum Vortrag konnten die durchweg interessierten Teilnehmer sich dann noch einen Einblick über die zahlreichen Exponate des Hauses verschaffen.

Als kleine Belohnung ging es anschließend noch zu „Ferdinands“ Café und Bistro im Burgbereich, um sich bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen zu stärken. Der gewählte Weg durch den Schlosspark führte dabei am 2023 eingeweihten Batavia-Portal (Rekonstruktion) vorbei. Die fünf Bilder vermitteln einen kleinen Eindruck von der Exkursion, die bei den Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck hinterließ.

"Aus dem Nähkästchen geplaudert ... "„Lokalzeitung heute - Im Spannungsfeld zwischen Lesererwartungen und digitaler Tran...
16/05/2026

"Aus dem Nähkästchen geplaudert ... "

„Lokalzeitung heute - Im Spannungsfeld zwischen Lesererwartungen und digitaler Transformation“ lautete das Thema einer Veranstaltung, zu der der Heimatverein Gronau am Montag eingeladen hatte. Um eine möglichst ortsbezogene Sicht auf das Thema zu garantieren, hatte der Verein Guido Kratzke von der WN-Lokalredaktion als Referenten passend zum Tag des Lokaljournalismus eingeladen.

Nach einer kurzen Vorstellung seiner beruflichen Laufbahn griff Kratzke locker, und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, den Begriff „digitale Transformation“ auf. So führte er aus, dass die Lokalzeitungen vor einem tiefgreifenden Wandel stehen. Die Leserschaft altert, die Printauflagen schrumpfen stetig und digitale Plattformen gewinnen insbesondere bei jüngeren Lesern zunehmend an Bedeutung, heißt es in einer Mitteilung des Heimatvereins.

Der Generationswechsel erfordere, so Kratzke weiter, zudem neue journalistische Formate vor Ort. Dabei verwies er auf Projekte wie die Pop-up-Redaktion auf dem vergangenen Weihnachtsmarkt oder das Live-Interview vor Lesern mit Bürgermeister Jörg von Borczykowski, das auch als Video im Internet angeboten wird.

Hilfreich bei der Themenbewertung, so der Lokalredakteur, seien datenbasierte Auswertungen über das Zugriffsverhalten digitaler Leserinnen und Leser. Dabei orientiere sich die Entscheidung über die Veröffentlichung von Beiträgen und Nachrichten an lokaler Relevanz. Es bleibe bei allem natürlich die Frage: Was sind wertvolle lokal-journalistische Produkte, für die Menschen gern bezahlen?

Ein weiteres Thema des Redakteurs bezog sich auf die Zukunft der gedruckten Lokalausgaben. Möglicherweise liegt die Tageszeitung schon in einigen Jahren nicht mehr morgens im Briefkasten, so die Befürchtung einiger Veranstaltungsteilnehmer. Dafür könne man die Ausgaben schon am Abend vorher auf dem Handy, dem Tablet oder am PC lesen, wies der Journalist auf Alternativen hin.

In den Vereinigten Staaten seien „News Deserts“ – Nachrichtenwüsten ohne regionale Medien - für die demokratischen Debatten ein Problem. In Deutschland gebe es dies in dieser Form zwar noch nicht, allerdings hätten erste Zeitungen schon den Vertrieb gedruckter Ausgaben eingestellt, rundete Kratzke das Thema „E-Paper“ ab.

Nach einem rund 45-minütigen Schnelldurchgang mit weiteren Aspekten, die einen Wandel der Zeitungslandschaft hervorrufen werden, bedankten sich die zahlreich erschienenen Heimatfreunde mit lebhaftem Applaus für den informativen Vortrag.

In der sich anschließenden Aussprache brachten dann zahlreiche Zuhörer ihre breit gefächerten Wünsche in Sachen „lokaler Berichterstattung“ zum Ausdruck. Das eingebrachte Feedback soll, soweit möglich, für die künftige Redaktionsarbeit berücksichtigt werden.

Bereits im kommenden Jahr könnte es ein Wiedersehen geben. Dann, so der Vorschlag aus den Reihen der Mitgliederschaft, könnte ihnen in der Praxis gezeigt werden, wie die digitalen Angebote konkret aussehen und vor allem, wie sie genutzt werden können. Ob sie für die langjährigen Leser der gedruckten Ausgabe tatsächlich eine Alternative darstellen können, ließen die Heimatfreunde offen. Mit dem digitalen Mehrwert wollen sie sich allerdings gern auseinandersetzen.

Bildunterschrift: Guido Kratzke zog mit seinen lebhaften und viel Herzblut gepaarten Ausführungen die zahlreichen Heimatfreunde in seinen Bann. (Foto: EWB)

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