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Am 9. Oktober 1849, heute vor 177 Jahren, starb in Wien der österreichische Feldmarschall-Leutnant Graf August Georg zu ...
09/10/2026

Am 9. Oktober 1849, heute vor 177 Jahren, starb in Wien der österreichische Feldmarschall-Leutnant Graf August Georg zu Leiningen-Westerburg-Neuleiningen.

1770 in Grünstadt geboren, wurde er Offizier in der Reichsarmee. 1792 geriet er bei Kämpfen um die Festung Namur in französische Kriegsgefangenschaft und man brachte ihn als Geisel nach Frankreich. In Paris traf er mit seinem aus Grünstadt dorthin verschleppten Vater und seinem älteren Bruder, dem Erbgrafen zusammen. Er konnte 1795, nach drei Jahren, zusammen mit dem Bruder entfliehen. Beide kamen nach abenteuerlicher Flucht in dem ausgeplünderten Grünstadt an, der Bruder begab sich auf die Westerburg, August Georg sofort wieder zur Armee. Er wurde dort aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen zu einem der eifrigsten und tapfersten Kämpfer gegen die Franzosen. 1806 erhielt er die höchste österreichische Tapferkeitsauszeichnung und sein Angriff, 1809, bei Znaim, wo er die Franzosen im prasselnden Regen über die Thaya abdrängte, galt geradezu als legendär. (Bild unten rechts). In der Schlacht von Dresden, wurde seine Einheit am 27. August 1813 umzingelt und Graf Leiningen entkam in einem kühnen Ritt der drohenden französischen Gefangenschaft. Bei der Flucht rettete er beide Fahnen seines Regimentes und es kam zwischen ihm und seinen Verfolgern zu einem Pistolenkampf. Zuletzt amtierte er als Vizegouverneur der Bundesfestung Mainz.

Im Treppenhaus des Museums Grünstadt hängt sein riesiger, kunstvoll gemalter Stammbaum, ehedem auf Schloss Westerburg (großes Bild). Eine schöne Lithographie August Georgs zu Leiningen wurde unserem Museum schon in den 1920er Jahren von Direktor Carl Leonhard aus Heidelberg geschenkt (Bild oben rechts).

Am 7. Oktober 1793, heute vor 233 Jahren, zerschlug der Jakobiner Philippe Rühl in Reims, mit einem Hammer, die "Heilige...
07/10/2026

Am 7. Oktober 1793, heute vor 233 Jahren, zerschlug der Jakobiner Philippe Rühl in Reims, mit einem Hammer, die "Heilige Ampulle" mit dem Öl zur Salbung der französischen Könige. Rühl war zuvor Rektor der Lateinschule Bad Dürkheim und Geheimrat der Grafen bzw. Fürsten zu Leiningen-Hardenburg, für die er auch oft in Heidesheim tätig wurde. Bei Ausbruch der Revolution ging er nach Frankreich und avancierte zum Vertreter des Elsass' im Nationalkonvent. Da er ein "rasender" Revolutionär von großer Gewalttätigkeit war, wurde er schließlich 1795 von anderen Revolutionären verhaftet und erstach sich aus Verzweiflung selbst.

Die Heilige Ampulle galt als französisches Nationalheiligtum und Bischof Remigius soll sie angeblich 499, bei der Taufe des Frankenkönigs Chlodwigs, auf wunderbare Weise vom Heiligen Geist erhalten haben. Sicher ist, dass es eine römische Glasflasche war, die schon auf der ältesten erhaltenen Darstellung von Chlodwigs Taufe, einer Elfenbeinschnitzerei um 870, erscheint. Der Inhalt (Chrisamöl) wurde vor der Zerstörung heimlich gerettet, ebenso die größeren Scherben der Ampulle. Zur Krönung Karl X. hat man sie wieder benutzt und 1825 in ein neues Reliquiar übertragen, das sich heute im Erzbischöflichen Palais von Reims befindet.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Museums Grünstadt,wir laden Sie herzlich zu dem Vortrag "Kunst in den Z...
06/10/2026

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Museums Grünstadt,

wir laden Sie herzlich zu dem Vortrag "Kunst in den Zeiten des Bauernkrieges" von Dr. Helmut Orpel ein. Der Vortrag findet am Freitag, den 16. Oktober 2026, um 19.00 Uhr im alten Ratssaal (Museumsgebäude) statt. Der Eintritt ist kostenlos. Näheres zur Veranstaltung ist den beiden Bildern zu entnehmen.

Am 4. Oktober 1810, heute vor 216 Jahren, wurde Gräfin Seraphine zu Leiningen geboren. Ihr Vater Christian Ludwig zu Lei...
04/10/2026

Am 4. Oktober 1810, heute vor 216 Jahren, wurde Gräfin Seraphine zu Leiningen geboren. Ihr Vater Christian Ludwig zu Leiningen, ein hochdekorierter österreichischer Offizier, kam 1771 noch in Grünstadt zur Welt.

Gräfin Seraphine, der letzte Spross der regulären Neuleininger Grafenlinie, lebte als geistliche Stiftsdame am Damenstift Innsbruck. Dieses hatte Kaiserin Maria Theresia in der Hofburg Innsbruck, an der Todesstätte ihres geliebten Gatten Franz Stephan, eingerichtet um für ihn zu beten. Das umgebaute Sterbezimmer war die Kapelle der Stiftsdamen. Sie mussten ledig sowie von hochadeliger Abkunft sein und trugen eine schwesternähnliche Tracht. Im Museum Grünstadt besitzen wir ein schönes Porträt von Gräfin Seraphine, in ihrer Stiftsdamentracht (großes Bild). Es hing früher in der Ahnengalerie auf Schloss Westerburg und wurde von dort der hiesigen Lokalhistorikerin Margarethe Roth (+ 1950) geschenkt, über die es ans Museum gelangte.

Als ihr Bruder Christian Franz 1856 starb, erbte Gräfin Seraphine die Standesherrschaft Leiningen-Westerburg und residierte unter dem Herzog von Nassau, als „Quasi-Landesherrin“ auf Schloss Westerburg (Bild oben rechts). Sie galt als sehr fromm und wohltätig; noch heute finden sich im Stadtarchiv Westerburg Briefe zahlreicher Bittsteller an sie, die fast nie abschlägig beschieden wurden.

Da sie ihr Ende nahen fühlte, verließ sie Ende September 1874 die Westerburg und begab sich wieder nach Innsbruck, wo sie knapp sechs Wochen später verstarb. Mit ihr erlosch der reguläre Neuleininger Familienzweig, ihre Güter und Rechte fielen an die Linie Altleiningen.

Über Gräfin Seraphine zu Leiningen wurde in Zusammenarbeit der Städte Westerburg und Grünstadt eine Broschüre aufgelegt, die kostenlos im Museum Grünstadt zu erhalten ist (Bild unten rechts).

Heute, am 29. September, feiert man das Fest des Hl. Erzengels Michael, ein Engel übrigens, der im Christentum, dem Isla...
29/09/2026

Heute, am 29. September, feiert man das Fest des Hl. Erzengels Michael, ein Engel übrigens, der im Christentum, dem Islam und dem Judentum gleichermaßen verehrt wird. Als Anführer der himmlischen Heerscharen erwählte ihn das Ostfrankenreich zu seinem Schutzpatron, daraus hervorgehend wurde er zum Schutzpatron der Deutschen, die ja nicht zufällig als „Deutsche Michel“ bezeichnet werden.😅

Trotzdem besaß nur ein einziges deutsches Land einen Verdienstorden vom Hl. Michael — das Königreich Bayern. 1837 gestiftet, war er einer der höchsten Orden des Landes und wurde auch von einigen Grünstadtern getragen. Man zeichnete damit Personen „ohne Unterschied des Standes, der Geburt und der Religion“ aus, die „sich durch Anhänglichkeit, durch Vaterlandsliebe und durch ausgezeichnet nützliches Wirken irgend einer Art die besondere Zufriedenheit des Königs erworben“ hatten.
Einer der wenigen Grünstadter Träger war Schulrektor Heinrich Dittmar (1792-1866), sogar Ritter 1. Klasse des St.-Michaelsordens. Ein weiterer Ludwig von Stempel (1850-1917), Grünstadter Architekt und Baubeamter, der das Ritterkreuz 3. Klasse trug. Von Stempel hat sich das beigefügte Foto mit dem Orden erhalten (auf der Ordensspange 2. von links).

Am 24. Oktober hält unser Vereinsmitglied Dr. Ulrich Karl in der Stadtbücherei einen Vortrag über die Kunst der Buchillu...
24/09/2026

Am 24. Oktober hält unser Vereinsmitglied Dr. Ulrich Karl in der Stadtbücherei einen Vortrag über die Kunst der Buchillumination. Der Eintritt ist frei, alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.

Am 22. September 1792, heute vor 234 Jahren, wurde in Frankreich die Monarchie abgeschafft und die Republik ausgerufen. ...
22/09/2026

Am 22. September 1792, heute vor 234 Jahren, wurde in Frankreich die Monarchie abgeschafft und die Republik ausgerufen. Mit diesem Tag setzte man auch einen neuen Kalender in Kraft (1793 nochmals modifiziert), der sich nach eben diesem Gründungstag der Republik ausrichtete und in 12 neu benannten Monaten mit je 30 Tagen, eingeteilt in 3 Wochen mit 10 neu benannten Tagen rechnete. Er blieb bis zum 31. Dezember 1805 gültig, als Napoleon zum Gregorianischen Kalender zurückkehrte, nach dem wir uns bis heute (wie auch schon zuvor) richten. Die Umrechnung beider Kalender zueinander ist äußerst kompliziert und man nutzt dazu meist Tabellen.

Im Museum Grünstadt hat sich ein französischer Regierungsaushang erhalten, datiert nach dem Revolutionskalender mit: „Grünstadt den 16.ten Nebelmonats, 4.tes Jahr der einen und unzertheilbaren Republik“. Jemand schrieb früher bereits mit Tinte dazu „6. November 1795“. Er stammt laut einer weiteren Aufschrift „Müller“ offenbar noch aus dem Fundus von Pfarrer Emil Müller (+ 1918), der 1903 unseren Altertumsverein und unser Museum gründete. Damals erst knapp 100 Jahre alt, heute, über 120 Jahre später, aber eIn äußerst rares Stück. Wir sind froh, dass er es uns hinterlassen hat. ❤️

Am 15. September 1856, heute vor 170 Jahren, wurde in Bamberg Graf Karl Emich zu Leiningen-Westerburg-Neuleiningen gebor...
15/09/2026

Am 15. September 1856, heute vor 170 Jahren, wurde in Bamberg Graf Karl Emich zu Leiningen-Westerburg-Neuleiningen geboren.

Von Beruf Offizier, erwarb er sich einen Namen als Hobbyhistoriker, -genealoge und -heraldiker. Er veröffentlichte ein Buch über deutsche und österreichische Exlibrisdrucke, das bis heute ein Standardwerk blieb. Für sich und seine Verwandten ließ er zahlreiche geschmackvolle dieser Bucheinkleber gestalten. Eines seiner eigenen Exemplare zeigt einen Ausblick auf die Burg Neuleiningen.

Graf Karl Emich beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte und den Wappen seines Hauses. In der Martinskirche ließ er einen geschnitzten Totenschild für seinen Vater anbringen, der leider im 2. Weltkrieg verbrannte, aber im Museum Grünstadt fotografisch dokumentiert ist. Kurz vor seinem Tod stiftete er 1906, zusammen mit seinem Cousin, die wertvollen Tische des Grünstadter Ratssaales (Altes Rathaus); der Haupttisch trägt bis heute eine von ihm entworfene Widmungsplatte.

Der Graf erwarb auch die Ruine der Stammburg Neuleiningen und ließ deren Südost-Turm wieder aufbauen bzw. wohnlich gestalten (jetzt Museum). Dort hielt er sich regelmäßig als Urlauber auf, da ihm das Leininger Land ans Herz gewachsen war. Die Gemeinde Neuleiningen ernannte ihn 1889 zum Ehrenbürger; der Historische Verein der Pfalz 1893 zum Ehrenmitglied.

Am 10. September 1765, heute vor 261 Jahren,  wurde in Mannheim der spätere Grünstadter Pfarrer Gabriel Hagspiel geboren...
10/09/2026

Am 10. September 1765, heute vor 261 Jahren, wurde in Mannheim der spätere Grünstadter Pfarrer Gabriel Hagspiel geboren.

1788 bis 1793 fungierte er als Kaplan des Mannheimer Theaterintendanten und Schiller-Freundes Wolfgang Heribert von Dalberg, in Herrnsheim. Hier war der Priester Joseph Anton Sambuga sein Chef, als Pfarrer (Bild rechts oben). Beide blieben zeitlebens befreundet. Sambuga ging 1797 in den Hofdienst und wurde Erzieher König Ludwig I. von Bayern. Hagspiel trat auf seine Empfehlung hin die Nachfolge in Herrnsheim an. 1810 wechselte er von dort nach Grünstadt, wo er bis zu seinem Tod, 1815, die kath. Pfarrstelle inne hatte. Zur Amtsübernahme in Grünstadt schrieb ihm Joseph Anton Sambuga aus München einen Gratulationsbrief.

Gabriel Hagspiel starb im Oktober 1815, an einer Lungenentzündung, die er sich bei einer Gastpredigt in Mannheim zugezogen hatte. 1816 erschien eine kurze Biografie im Druck (unten rechts). Auch mehrere Briefe seines Mentors Sambuga an ihn sind uns überliefert. Bei dessen Lebensbeschreibung „Joseph Anton Sambuga wie er war“, fungierte er noch in seinem Todesjahr als Co-Autor des Hauptverfassers Johann Michael Sailer. Hagspiel wurde im Peterspark Grünstadt beigesetzt, wo sich sein Grabmal erhalten hat. Es ist ein Werk seines Nachfolgers Bernhard Würschmitt, der sich nebenbei auch als Bildhauer betätigte.

In Pfarrer Hagspiels Todesanzeige stand zu lesen: „Wer den guten, lieben Mann kannte, der weiß, welchen Geistesmann und frommen Priester der Altar Gottes, welchen alles umfassenden Menschenfreund die Welt und welchen herzlichen Freund seine Freunde in ihm verlohren und kann allein den tiefen, bleibenden Schmerz bemessen, den seine Freunde, seine Pfarrgemeinde von Grünstadt, ohne Unterschied der Confessionen, bey seinem Verluste fühlen.“

Adresse

Hauptstraße 84
Grünstadt
67269

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