Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Freiburg

Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Freiburg Dokumentationszentrum und Gedenkraum zur Zeit des Nationalsozialismus in Freiburg und Südbaden.

Das künftige Dokumentationszentrum Nationalsozialismus wird neben einer Dauerausstellung zur Zeit des Nationalsozialismus Platz für Sonderausstellungen sowie die Möglichkeit stillen Gedenkens an die Opfer bieten. Der Beginn der Umbauarbeiten ist für Sommer 2022, die Eröffnung für Winter 2023/24 geplant.

To all our English speaking friends: This weekend, we will once again be offering our guided tour of the permanent exhib...
04/06/2026

To all our English speaking friends: This weekend, we will once again be offering our guided tour of the permanent exhibition “Behind the Facades” in English.

The National Socialists' seizure of power in 1933 also changed politics and everyday life in Freiburg. During the tour you will learn more about local actors through various testimonies and reflect on the events.

For our next tour date on Sunday, June 7, there are still tickets available – so we welcome you to join in and look forward to your visit!

📍Dokumentationszentrum Nationalsozialismus, Rotteckring 14
📅Sunday, 7.6.2026, 3pm
🎟️ Tickets cost 4 Euros and are available at the museum ticket office or via our online shop

Heute erinnern wir an das Leben von Siegfried Lay, geboren am 3. Juni 1888 in Freiburg. Sein Name ist einer von 170 Name...
03/06/2026

Heute erinnern wir an das Leben von Siegfried Lay, geboren am 3. Juni 1888 in Freiburg. Sein Name ist einer von 170 Namen, die am 16. Juni im Gedenkraum des DZNS ergänzt werden.
Siegfried Lay lebte in Freiburg. Über sein Leben wissen wir nicht viel – wir kennen nicht seinen Beruf, wissen nichts über seine Familie und sein Umfeld.

Ab 1933 wurde Sigfried Lay von den Nationalsozialist*innen als jüdisch verfolgt. In den 1930er Jahren flüchtete er aus Deutschland und lebte danach in den Niederlanden. Nach der deutschen Besatzung der Niederlande inhaftierten ihn die Nationalsozialist*innen im Lager Westerbork. Von dort wurde er am 1. Juni 1943 ins Vernichtungslager Sobibor im Südosten von Polen deportiert. Dort kam er am 4. Juni 1943 an, einen Tag nach seinem 55. Geburtstag. Danach gilt er als verschollen. Er wurde zu diesem Tag für tot erklärt.

Jeden Monat erinnern wir an das Leben verfolgter Menschen mit Bezug zu Freiburg. Wie ausführlich die jeweilige Biografie dargestellt werden kann, hängt u. a. davon ab, ob es historische Quellen, Berichte von Angehörigen oder bereits Forschung zu der jeweiligen Verfolgungsgeschichte gibt.

Neue Namen in unserem Gedenkraum  ✍Dank intensiver Forschungsarbeiten können wir am 16. Juni 2026 rund 170 neue Namen am...
02/06/2026

Neue Namen in unserem Gedenkraum ✍
Dank intensiver Forschungsarbeiten können wir am 16. Juni 2026 rund 170 neue Namen am Kubus in unserem Gedenkraum anbringen.
Wir stellen euch hier deshalb diesen Monat sechs Geburtstagskinder vor, deren Namen neu im Gedenkraum sind.
Am Dienstag, 16. Juni bieten wir ein Programm mit Führungen und Mitmachaktionen rund um die Erweiterung an. Kommt gerne vorbei!
Mehr Informationen gibt es auf unserer Website sowie im Kalender.

Foto: Patrick Seeger

Heute erinnern wir an das Leben von Else Forst, geboren am 30. Mai 1922 in Boppard im heutigen Rheinland-Pfalz. Nach der...
30/05/2026

Heute erinnern wir an das Leben von Else Forst, geboren am 30. Mai 1922 in Boppard im heutigen Rheinland-Pfalz. Nach der Scheidung ihrer Eltern Bella und Jakob lebte sie mit ihrer Mutter und ihrem älteren Bruder Erich Joseph Forst (*1920) in der Reichsgrafenstraße 24 im Stadtteil Wiehre.
Ihr seht die beiden Geschwister auf dem Foto im Post.

Else Forst und ihr Bruder waren beide christlich getauft, galten für die Nationalsozialist*innen aber als „Volljuden“. Daher entschied sich Erich Forst bereits 1937 oder 1938 zur Flucht nach Frankreich. Else blieb mit ihrer Mutter in Freiburg. Der Vater, Jakob Forst, wurde im Februar 1940 im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet.

Else und ihre Mutter Bella Forst wurden am 22. Oktober 1940 gemeinsam mit anderen Familienmitgliedern in Freiburg verhaftet und ins Lager Gurs in Südfrankreich deportiert. Später kamen sie in das Lager Rivesaltes, etwa 350 km östlich von Gurs.

1942 gelang es ihrem Bruder Erich, mindestens neun Mitglieder seiner Familie, darunter Else und seine Mutter Bella, nachts mithilfe eines Lastwagens aus dem Lager zu befreien. Danach lebte die Familie versteckt auf einem Bauernhof in der Gemeinde Caussade in Südfrankreich.
Nach rund sieben Monaten wurden sie verraten, verhaftet und zurück ins Lager Rivesaltes gebracht. Von dort wurde Else Forst im Verlauf des Jahres 1942 gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder ins Lager Drancy, und dann nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet.
Als Tag ihres Todes wurde der 31. Dezember 1942 festgesetzt. Else Forst wurde 20 Jahre alt.

Jeden Monat erinnern wir an das Leben verfolgter Menschen mit Bezug zu Freiburg. Wie ausführlich die jeweilige Biografie dargestellt werden kann, hängt u. a. davon ab, ob es historische Quellen, Berichte von Angehörigen oder bereits Forschung zu der jeweiligen Verfolgungsgeschichte gibt.

Foto: Else und Erich Forst, Archiv STOLPERSTEINE in FREIBURG,
Marlis Meckel.

22. Januar 1979 - im WDR läuft zum ersten Mal die Fernseh-Serie "Holocaust". Die Serie erzählt die fiktive Geschichte de...
26/05/2026

22. Januar 1979 - im WDR läuft zum ersten Mal die Fernseh-Serie "Holocaust". Die Serie erzählt die fiktive Geschichte der als jüdisch verfolgten Familie Weiss und bringt damit zum ersten Mal einem Millionen-Publikum in Westdeutschland und Österreich die unbestreitbaren Tatsachen des Holocausts ins eigene Wohnzimmer. Die Reaktionen sind heftig und sehr unterschiedlich - "Der Judenmord bewegt die Deutschen", titelt der Spiegel.

Die Ausstrahlung von "Holocaust" verstärkt einen Prozess, der schon seit den Protesten der 1968er-Generation spürbar ist: Immer mehr Menschen in Deutschland fordern eine fundierte Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Diese wachsende Aufmerksamkeit schafft auch eine Möglichkeit für Überlebende, über ihre eigene Rolle als Zeug*innen nachzudenken und zu sprechen.

Ab den 1980er Jahren nimmt diese Entwicklung Fahrt auf: Erste Interview-Archive, wie z.B. das Fortunoffe Archive, entstehen. Auch die Forschung zu "Oral History profitiert davon.
Und auch die zweite Generation der Verfolgten-Familien meldet sich verstärkt zu Wort - in Interviews, aber auch in künstlerischen Auseinandersetzungen, wie z.B. mit der vielfach verkauften Graphic Novel "Maus. Die Geschichte eines Überlebenden" von Art Spiegelmann, selbst Sohn eines Auschwitz-Überlebenden.

Die Ausstellung "Ende der Zeitzeugenschaft?" ist noch bis zum 13. September im Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Freiburg zu sehen.
Erarbeitet wurde die Ausstellung vom Museum Hohenems und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

22/05/2026

Hast du schon reingehört?👂🏻
In der Museen Freiburg App gibt es eine neue Audiotour, die das Thema unserer Sonderausstellung mit Objekten und Zeugnissen der Dauerausstellung im DZNS verbindet. An verschiedenen Stationen erhältst du so spannende Hintergrundinfos und Denkanstöße. Dabei dreht sich alles um die Frage, wer oder was eigentlich Zeug*in des Holocausts sein kann — auch nach dem „Ende der Zeitzeugenschaft“.
💡Zu jedem Audio-Beitrag findest du in der App auch ein Transkript zum Mitlesen.
Neugierig geworden? Dann halte beim nächsten Mal Ausschau nach den grünen Stickern mit dem Kopfhörer-Symbol. 🎧
Wir freuen uns auf deinen Besuch!

Am 17.5. erinnern wir an alle Menschen, die in der NS-Zeit nach Paragraf (§) 175 als homosexuell verfolgt wurden. § 175 ...
17/05/2026

Am 17.5. erinnern wir an alle Menschen, die in der NS-Zeit nach Paragraf (§) 175 als homosexuell verfolgt wurden.

§ 175 war ein Gesetz, das sexuelle und romantische Beziehungen zwischen Männern strafbar machte. Das Gesetz gab es seit 1871, also schon vor der NS-Zeit. 1935 verschärften es die Nationalsozialist*innen. Über 50.000 Männer wurden in Gefängnissen und Konzentrationslagern inhaftiert. In den Lagern mussten sie einen rosafarbenen Winkel tragen. Die Freiburger Gerichte verurteilten zwischen 1935 und 1945 mindestens 114 Personen nach § 175.

Die Nationalsozialist*innen verfolgten auch einzelne lesbische Frauen und andere Menschen, die sich heute als „queer“ bezeichnen würden. Ihre Lebensführung galt nach der NS-Ideologie als „unnormal“ oder „asozial“. Sie erhielten in den Lagern z. B. den schwarzen Winkel der Kategorie „asozial“.

§175 blieb auch nach 1945 weiter in Kraft. Viele in der NS-Zeit verfolgte Männer erlebten weiterhin Diskriminierung und Strafverfolgung. Erst 1994 wurde das Gesetz endgültig abgeschafft. Seit 2002 konnten Verfolgte eine Entschädigung beantragen. Erst im Juli 2017 wurden ausnahmslos alle Verurteilungen nach § 175 rückwirkend aufgehoben.

Am 16. Mai 1940 wurden mindestens zwei als Sinti*zze verfolgte Familien in Freiburg verhaftet und ins Sammellager Hohena...
16/05/2026

Am 16. Mai 1940 wurden mindestens zwei als Sinti*zze verfolgte Familien in Freiburg verhaftet und ins Sammellager Hohenasperg bei Ludwigsburg deportiert. Von dort wurden sie in den Süden von Polen verschleppt und in Arbeitslagern und Ghettos inhaftiert.

Insgesamt verhafteten und deportierten die Nationalsozialist*innen im Mai 1940 mehr als 2.500 als „Z*******“ verfolgte Menschen aus dem deutschen Südwesten. Viele starben später an Unterernährung, Krankheiten oder den Folgen der Zwangsarbeit. Manche wurden zwangssterilisiert oder ermordet.

Ab 1943 verschleppten die Nationalsozialist*innen alle Sinti*zze und Rom*nja aus Deutschland und den besetzten Gebieten nach Auschwitz-Birkenau. Die meisten von ihnen wurden dort ermordet.
Die systematische Verfolgung und Ermordung der Rom*nja und Sinti*zze im Nationalsozialismus nennt man auch „Porajmos“ („das Verschlingen“).

Halbzeit! Schon 3,5 Monate ist die Ausstellung "Ende der Zeitzeugenschaft?" im DZNS zu sehen. Fast genau die Hälfte der ...
12/05/2026

Halbzeit! Schon 3,5 Monate ist die Ausstellung "Ende der Zeitzeugenschaft?" im DZNS zu sehen. Fast genau die Hälfte der Laufzeit ist damit schon vorbei.
Habt ihr die Ausstellung schon besucht? Welche Objekt oder welche Geschichte hat euch besonders angesprochen?

Bis zum 13. September 2026 könnt ihr die Ausstellung in Freiburg noch kostenfrei besuchen. Kommt vorbei!

Erarbeitet wurde die Ausstellung "Ende der Zeitzeugenschaft?" vom Jüdisches Museum Hohenems und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

🎉Es ist wieder soweit: Am Sonntag, 17. Mai, ist Internationaler Museumstag – und die Museen Freiburg sind natürlich mit ...
12/05/2026

🎉Es ist wieder soweit: Am Sonntag, 17. Mai, ist Internationaler Museumstag – und die Museen Freiburg sind natürlich mit am Start!

Zur Feier des Tages erwartet euch in allen fünf Museen ein vielseitiges Programm. Von kreativen Mitmachangeboten für Klein und Groß über verschiedene Themenführungen bis hin zu spannenden Forschungs- und Informationsformaten gibt es für alle etwas zu entdecken. ✨🔎

Und es kommt noch besser: Der Eintritt in alle Häuser sowie die Teilnahme an den Veranstaltungen sind kostenfrei. 💸

Adresse

Rotteckring 14
Freiburg Im Breisgau
79098

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