Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Freiburg

Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Freiburg Dokumentationszentrum und Gedenkraum zur Zeit des Nationalsozialismus in Freiburg und Südbaden.

Das künftige Dokumentationszentrum Nationalsozialismus wird neben einer Dauerausstellung zur Zeit des Nationalsozialismus Platz für Sonderausstellungen sowie die Möglichkeit stillen Gedenkens an die Opfer bieten. Der Beginn der Umbauarbeiten ist für Sommer 2022, die Eröffnung für Winter 2023/24 geplant.

Heute erinnern wir an das Leben von Franz Ludwig Reinhardt, geboren am 16. Juni 1923 in Gemmrigheim. Sein Name ist einer...
16/06/2026

Heute erinnern wir an das Leben von Franz Ludwig Reinhardt, geboren am 16. Juni 1923 in Gemmrigheim. Sein Name ist einer von 170 Namen, die am 16. Juni im Gedenkraum des DZNS ergänzt werden.
Franz Reinhardt lebte mit seinen Eltern und seinen beiden älteren Geschwistern in Freiburg. Ab 1933 wurde die Familie von den Nationalsozialist*innen als „Z*******“ verfolgt.
Im Mai 1940 wurde Franz Reinhardt mit seiner Mutter Kunigunde und seiner Schwester Johanna Reinhardt nach Polen deportiert. Dort war er in verschiedenen Lagern in Lublin, Lubiarschow, Soleov und Konizpol und musste Zwangsarbeit leisten. 1945 konnte er fliehen und gelangte mit einem Flüchtlingszug nach Leipzig. Wie er von dort nach Baden-Württemberg zurück kam, ist nicht klar.

Am 6. Mai 1945 starb Franz Reinhardt mit 21 Jahren in Kleinaspach an einer Embolie, ausgelöst durch Misshandlungen und die schlechten Bedingungen in den Lagern.

Jeden Monat erinnern wir an das Leben verfolgter Menschen mit Bezug zu Freiburg. Wie ausführlich die jeweilige Biografie dargestellt werden kann, hängt u. a. davon ab, ob es historische Quellen, Berichte von Angehörigen oder bereits Forschung zu der jeweiligen Verfolgungsgeschichte gibt.

15/06/2026

Ab morgen (16. Juni) sind im Gedenkraum im DZNS 170 neue Namen zu sehen. Diese 170 Menschen wurden im Nationalsozialismus ermordet oder starben durch die Verfolgung. Sie wurden in Freiburg geboren, lebten, arbeiteten oder studierten hier oder wurden in der NS-Zeit in Freiburg verfolgt, waren hier im Gefängnis oder vor Gericht.
Rund um die Erweiterung des Gedenkraums gibt es morgen einige Programmpunkte im DZNS - alle Infos findet ihr auf der Website oder im Post in unserem Feed.

Programm am 16. Juni im DZNS - Dank intensiver Forschungsarbeiten können im Frühjahr 2026 rund 170 neue Namen im Gedenkr...
11/06/2026

Programm am 16. Juni im DZNS - Dank intensiver Forschungsarbeiten können im Frühjahr 2026 rund 170 neue Namen im Gedenkraum des Dokumentationszentrum Nationalsozialismus (DZNS) ergänzt werden. Ab dem 16. Juni werden sie im Gedenkraum zu sehen sein.
Kommt vorbei, erfahrt mehr über die Recherchen und schreibt oder lest mit uns die neuen Namen!

⚠ Für die Führungen sind Gratis-Tickets erfoderlich! Buchung an der Kasse im DZNS oder im Online-Shop. Alle Infos aufder Website des DZNS.

Heute erinnern wir an das Leben von Maria Terwiel, geboren am 7. Juni 1910 in Boppard im heutigen Rheinland-Pfalz. Ihr N...
07/06/2026

Heute erinnern wir an das Leben von Maria Terwiel, geboren am 7. Juni 1910 in Boppard im heutigen Rheinland-Pfalz. Ihr Name ist einer von 170 Namen, die am 16. Juni im Gedenkraum des DZNS ergänzt werden.
Ihr Vater war katholischer Sozialdemokrat, ihre Mutter wurde ab 1933 als jüdisch verfolgt. Maria Terwiel galt demnach als „Halbjüdin“.
Sie studierte Jura in München und Freiburg. Dort lernte sie Helmut Himpel kennen. Die beiden verliebten sich, durften jedoch wegen der nationalsozialistischen „Rassegesetze“ nicht heiraten.

1935 wurde Maria Terwiel gezwungen, ihre Promotion abzubrechen. Bis 1942 arbeitete sie als Sekretärin in einem deutsch-schweizerischen Textilunternehmen in Berlin. Gemeinsam mit ihrem Partner Helmut Himpel unterstützte sie andere als jüdisch verfolgte Menschen mit gefälschten Ausweisen und Lebensmittelmarken. Das Paar hatte Kontakt zur Widerstands-Gruppe rund um Harro Schulze-Boysen und verteilten z.B. kritische Flugblätter gegen das Regime.

Am 17. September 1942 wurde Maria Terwiel in Berlin verhaftet und ins Frauengefängnis Moabit gebracht. Das Reichskriegsgericht verurteilte sie am 26. Januar 1943 wegen ihrer Aktivitäten im Widerstand als Landesverräterin. Am 5. August 1943 wurde Maria Terwiel im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet. Sie wurde 33 Jahre alt.

Jeden Monat erinnern wir an das Leben verfolgter Menschen mit Bezug zu Freiburg. Wie ausführlich die jeweilige Biografie dargestellt werden kann, hängt u. a. davon ab, ob es historische Quellen, Berichte von Angehörigen oder bereits Forschung zu der jeweiligen Verfolgungsgeschichte gibt.

To all our English speaking friends: This weekend, we will once again be offering our guided tour of the permanent exhib...
04/06/2026

To all our English speaking friends: This weekend, we will once again be offering our guided tour of the permanent exhibition “Behind the Facades” in English.

The National Socialists' seizure of power in 1933 also changed politics and everyday life in Freiburg. During the tour you will learn more about local actors through various testimonies and reflect on the events.

For our next tour date on Sunday, June 7, there are still tickets available – so we welcome you to join in and look forward to your visit!

📍Dokumentationszentrum Nationalsozialismus, Rotteckring 14
📅Sunday, 7.6.2026, 3pm
🎟️ Tickets cost 4 Euros and are available at the museum ticket office or via our online shop

Heute erinnern wir an das Leben von Siegfried Lay, geboren am 3. Juni 1888 in Freiburg. Sein Name ist einer von 170 Name...
03/06/2026

Heute erinnern wir an das Leben von Siegfried Lay, geboren am 3. Juni 1888 in Freiburg. Sein Name ist einer von 170 Namen, die am 16. Juni im Gedenkraum des DZNS ergänzt werden.
Siegfried Lay lebte in Freiburg. Über sein Leben wissen wir nicht viel – wir kennen nicht seinen Beruf, wissen nichts über seine Familie und sein Umfeld.

Ab 1933 wurde Sigfried Lay von den Nationalsozialist*innen als jüdisch verfolgt. In den 1930er Jahren flüchtete er aus Deutschland und lebte danach in den Niederlanden. Nach der deutschen Besatzung der Niederlande inhaftierten ihn die Nationalsozialist*innen im Lager Westerbork. Von dort wurde er am 1. Juni 1943 ins Vernichtungslager Sobibor im Südosten von Polen deportiert. Dort kam er am 4. Juni 1943 an, einen Tag nach seinem 55. Geburtstag. Danach gilt er als verschollen. Er wurde zu diesem Tag für tot erklärt.

Jeden Monat erinnern wir an das Leben verfolgter Menschen mit Bezug zu Freiburg. Wie ausführlich die jeweilige Biografie dargestellt werden kann, hängt u. a. davon ab, ob es historische Quellen, Berichte von Angehörigen oder bereits Forschung zu der jeweiligen Verfolgungsgeschichte gibt.

Neue Namen in unserem Gedenkraum  ✍Dank intensiver Forschungsarbeiten können wir am 16. Juni 2026 rund 170 neue Namen am...
02/06/2026

Neue Namen in unserem Gedenkraum ✍
Dank intensiver Forschungsarbeiten können wir am 16. Juni 2026 rund 170 neue Namen am Kubus in unserem Gedenkraum anbringen.
Wir stellen euch hier deshalb diesen Monat sechs Geburtstagskinder vor, deren Namen neu im Gedenkraum sind.
Am Dienstag, 16. Juni bieten wir ein Programm mit Führungen und Mitmachaktionen rund um die Erweiterung an. Kommt gerne vorbei!
Mehr Informationen gibt es auf unserer Website sowie im Kalender.

Foto: Patrick Seeger

Heute erinnern wir an das Leben von Else Forst, geboren am 30. Mai 1922 in Boppard im heutigen Rheinland-Pfalz. Nach der...
30/05/2026

Heute erinnern wir an das Leben von Else Forst, geboren am 30. Mai 1922 in Boppard im heutigen Rheinland-Pfalz. Nach der Scheidung ihrer Eltern Bella und Jakob lebte sie mit ihrer Mutter und ihrem älteren Bruder Erich Joseph Forst (*1920) in der Reichsgrafenstraße 24 im Stadtteil Wiehre.
Ihr seht die beiden Geschwister auf dem Foto im Post.

Else Forst und ihr Bruder waren beide christlich getauft, galten für die Nationalsozialist*innen aber als „Volljuden“. Daher entschied sich Erich Forst bereits 1937 oder 1938 zur Flucht nach Frankreich. Else blieb mit ihrer Mutter in Freiburg. Der Vater, Jakob Forst, wurde im Februar 1940 im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet.

Else und ihre Mutter Bella Forst wurden am 22. Oktober 1940 gemeinsam mit anderen Familienmitgliedern in Freiburg verhaftet und ins Lager Gurs in Südfrankreich deportiert. Später kamen sie in das Lager Rivesaltes, etwa 350 km östlich von Gurs.

1942 gelang es ihrem Bruder Erich, mindestens neun Mitglieder seiner Familie, darunter Else und seine Mutter Bella, nachts mithilfe eines Lastwagens aus dem Lager zu befreien. Danach lebte die Familie versteckt auf einem Bauernhof in der Gemeinde Caussade in Südfrankreich.
Nach rund sieben Monaten wurden sie verraten, verhaftet und zurück ins Lager Rivesaltes gebracht. Von dort wurde Else Forst im Verlauf des Jahres 1942 gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder ins Lager Drancy, und dann nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet.
Als Tag ihres Todes wurde der 31. Dezember 1942 festgesetzt. Else Forst wurde 20 Jahre alt.

Jeden Monat erinnern wir an das Leben verfolgter Menschen mit Bezug zu Freiburg. Wie ausführlich die jeweilige Biografie dargestellt werden kann, hängt u. a. davon ab, ob es historische Quellen, Berichte von Angehörigen oder bereits Forschung zu der jeweiligen Verfolgungsgeschichte gibt.

Foto: Else und Erich Forst, Archiv STOLPERSTEINE in FREIBURG,
Marlis Meckel.

22. Januar 1979 - im WDR läuft zum ersten Mal die Fernseh-Serie "Holocaust". Die Serie erzählt die fiktive Geschichte de...
26/05/2026

22. Januar 1979 - im WDR läuft zum ersten Mal die Fernseh-Serie "Holocaust". Die Serie erzählt die fiktive Geschichte der als jüdisch verfolgten Familie Weiss und bringt damit zum ersten Mal einem Millionen-Publikum in Westdeutschland und Österreich die unbestreitbaren Tatsachen des Holocausts ins eigene Wohnzimmer. Die Reaktionen sind heftig und sehr unterschiedlich - "Der Judenmord bewegt die Deutschen", titelt der Spiegel.

Die Ausstrahlung von "Holocaust" verstärkt einen Prozess, der schon seit den Protesten der 1968er-Generation spürbar ist: Immer mehr Menschen in Deutschland fordern eine fundierte Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Diese wachsende Aufmerksamkeit schafft auch eine Möglichkeit für Überlebende, über ihre eigene Rolle als Zeug*innen nachzudenken und zu sprechen.

Ab den 1980er Jahren nimmt diese Entwicklung Fahrt auf: Erste Interview-Archive, wie z.B. das Fortunoffe Archive, entstehen. Auch die Forschung zu "Oral History profitiert davon.
Und auch die zweite Generation der Verfolgten-Familien meldet sich verstärkt zu Wort - in Interviews, aber auch in künstlerischen Auseinandersetzungen, wie z.B. mit der vielfach verkauften Graphic Novel "Maus. Die Geschichte eines Überlebenden" von Art Spiegelmann, selbst Sohn eines Auschwitz-Überlebenden.

Die Ausstellung "Ende der Zeitzeugenschaft?" ist noch bis zum 13. September im Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Freiburg zu sehen.
Erarbeitet wurde die Ausstellung vom Museum Hohenems und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

22/05/2026

Hast du schon reingehört?👂🏻
In der Museen Freiburg App gibt es eine neue Audiotour, die das Thema unserer Sonderausstellung mit Objekten und Zeugnissen der Dauerausstellung im DZNS verbindet. An verschiedenen Stationen erhältst du so spannende Hintergrundinfos und Denkanstöße. Dabei dreht sich alles um die Frage, wer oder was eigentlich Zeug*in des Holocausts sein kann — auch nach dem „Ende der Zeitzeugenschaft“.
💡Zu jedem Audio-Beitrag findest du in der App auch ein Transkript zum Mitlesen.
Neugierig geworden? Dann halte beim nächsten Mal Ausschau nach den grünen Stickern mit dem Kopfhörer-Symbol. 🎧
Wir freuen uns auf deinen Besuch!

Adresse

Rotteckring 14
Freiburg Im Breisgau
79098

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