Kreativquartier City Nord.Essen ist eine Entwicklungsinitiative des Kulturamtes der Stadt Essen. Gemeinsam mit Kooperationspartnern wird durch die Ansiedlung und Unterstützung von Künstlern und Kreativen sowie durch Projekte in der nördlichen Innenstadt dazu beigetragen, das Quartier in einem neuen Licht erstrahlen zu lassen.
„Raum für Kunst!“, das war die Forderung der jungen Künstler, die 2010
das DGB-Haus an der Schützenbahn in der Essener Nordstadt besetzten. In Essen arbeiten mehr als 500 Künstler aller Sparten in circa 130 über die Stadt verteilten Ateliers oder Ateliergemeinschaften. Das kreative Potential, das von der Freien Kunstszene abseits der Kulturinstitutionen ausgeht, bereichert das kulturelle Leben in Essen und strahlt elementare Impulse für das urbane Zusammenleben und dessen Zukunft aus. Aus der Forderung wurde 2011 das Konzept des Kunsthauses Essen „Nördliche Innenstadt – Raum für Kunst“ in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro der Stadt Essen entwickelt. Es wurde identifiziert, dass die City Nord mit den bereits vorhandenen Kreativorten (wie dem Unperfekthaus oder dem Forum Kunst und Architektur), mit ihren Leerständen und Plätzen den nötigen Nährboden und Freiraum für Kreative und deren Projekte bietet. Auch die Politik erhörte die Forderungen und aus dem Konzept zur Förderung der Künstler und zur Verdichtung des kreativen Potentials wurde 2011 per Stadtratsbeschluss die nördliche Innenstadt zum Entwicklungsgebiet „Kreativquartier City Nord.Essen“ erklärt. Die Ziele der Initiative sind:
- Verdichtung des kreativen Potentials & Vernetzung der Akteure
- temporäre & dauerhafte Aktivierung von Leerständen
- Bereitstellung von kostengünstigen Räumen für Künstler & kreative Branchen
- Qualifizierungs- & Professionalisierungsangebote für Selbstständige/Start-ups in kreativen Branchen
- Kommunikation & Projekte zur Sichtbarmachung der Aktivitäten und zur Belebung & Aufwertung des öffentlichen Raums
Und natürlich arbeiten wir im Hintergrund auf mehreren Ebenen an der kulturpolitischen Wegbereitung zur Umsetzung der Strategien. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Förderprogramms „Kreativ.Quartiere Ruhr“ vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (MFKJKS) und ist Mitglied der gleichnamigen Projektfamilie, die von der european centre for creative economy (ecce) GmbH Dortmund gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung metropoleruhr (wmr) betreut wird. Zusammen treiben sie die Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie der Kreativ.Quartiere im Ruhrgebiet voran und knüpfen relevante Netzwerke auf lokaler wie europäischer Ebene. Seit dem Startschuss 2011 hat sich im Quartier viel getan. Auftakt war die Eröffnung des Atelierhauses der Stadt Essen in der Schützenbahn 19/21, als dort 20 Kreative ihre Arbeitsräume bezogen. Seither entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern, dem Kunsthaus Essen e. V., der Essen Marketing Gesellschaft (EMG), der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft (EWG), ecce und den lokalen Akteuren in einem integrativen und partizipativen Prozess weitere Strategien und Projekte für das Kreativquartier. Ende 2013 wurde auf drei Etagen ein weiteres Atelierhaus in der Viehofer Straße 38 – 52 eingeweiht, das sich unter einem Dach zur Galerie 52 der Folkwang Universität der Künste gesellt. Mittlerweile hat sich ein lebendiges Netzwerk aus den etwa 300 lokalen Akteure, die sich auf die 18 Kreativorte verteilen, gebildet und gefestigt. Mehr über die verschiedenen Orte und Projekte findet ihr auf www.kq-essen.de. Die Arbeit und die positiven Entwicklungen seit 2011 werden langsam aber sicher erkennbar: Eine „kritische Masse“ von Kreativen hat das Quartier für sich entdeckt, Leerstände verwandeln sich in Galerien, die Schaufenster und Wände werden bunter, kulturelle Veranstaltungen & Vernissagen laden in die City Nord ein... Sichtbar gewinnt das Viertel an Attraktivität, Vielfalt und eröffnet Visionen, die hoffentlich ansteckend sind – nicht nur für andere Kreative, sondern vielleicht auch für den einen oder anderen Immobilieneigentümer, Wirtschaftsförderer, Politiker oder privaten Investor.