03/09/2026
Seit 1962 bewahrt das Albertinum, infolge einer Schenkung aus Familienbesitz, ein größeres Konvolut an Gemälden der Malerin Sophie Sthamer (1855-1940). Mit 36 Bildern ist dieses eine der umfangreichsten Werkgruppen einer Künstlerin des späteren 19. Jahrhunderts in unserem Museum. Bislang wurde davon kaum etwas ausgestellt.
Sophie Sthamer hatte 1886 den Historienmaler Hermann Prell geheiratet. Seitdem scheint ihre künstlerische Produktion, trotz allen anerkannten Talents, erheblich abgenommen zu haben.
Die hier im Rahmen des Projekts „Albertinum befragen“ gezeigten Studien aus Italien entstanden auf Reisen in den 1880er Jahren und bezeugen ihr Können. Gleichwohl sind es nur Studien, die sich unter den zahlreichen „Meisterwerken" des Museums schwer behaupten können. Sollten sie trotzdem dauerhaft gezeigt werden? Um einer fast vergessenen Künstlerin zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen?
Und wenn ja, unter welchem Namen? Einige von ihnen sind mit „Sophie Prell" signiert, obwohl sie aus einer Zeit stammen, in der sie noch nicht verheiratet war. Andere wiederum tragen die Initialen S.S. In Bestandskatalogen und -karteien des Museums wird die Malerin unter dem Namen Sophie Prell geführt (mit dem Zusatz „geb. Sthamer") – und ist seit jeher vornehmlich unter diesem Namen recherchiert worden.
Wäre aber Sophie Sthamer nicht der angemessenere Name? Oder Sthamer-Prell? Prell-Sthamer? Oder entsprechend des Entstehungsjahrs eines Werkes jeweils anders? Allein schon solche vermeintlichen Spitzfindigkeiten tragen dazu bei, (Wieder-)Entdeckungen von Künstlerinnen zu erschweren.
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Gefördert von Outset Contemporary Art Fund