26/06/2026
Nur noch bis zum 30. Juni öffnet das Museum Mühlberg 1547 mit einer Multimedia-Ausstellung einen eindrucksvollen Zugang zur Renaissance und zur europäischen Machtpolitik des 16. Jahrhunderts. Ausgangspunkt ist der Ort Mühlberg, geprägt von Kloster und Reformation, der zum Resonanzraum für die höfische Kultur der Habsburger wird. Drei Medieninstallationen mit historischen Ansichten, Klangräumen und audiovisuellen Rekonstruktionen machen die Zeit Kaiser Karls V. sinnlich erfahrbar.
Im Zentrum steht Maria von Ungarn, eine der einflussreichsten Persönlichkeiten ihrer Zeit. Als Schwester Karls V. und Statthalterin der Niederlande agierte sie in einer Phase religiöser und politischer Umbrüche. Während Karl V. gegen den Protestantismus vorging, verfolgte Maria einen diplomatischen Kurs: Sie stand reformatorischen Ideen offen gegenüber, ohne sich eindeutig zu positionieren. Als Regentin stabilisierte sie die habsburgische Herrschaft maßgeblich. Nach dem Tod ihrer Tante Margarete von Österreich regierte sie die Niederlande, eine der wirtschaftlich bedeutendsten Regionen Europas. Dabei nutzte Maria Kunst und Kultur gezielt zur politischen Repräsentation. Ihre Höfe in Binche und Mariemont entwickelten sich zu Zentren der Renaissancekunst. Architektur, Musik und bildende Kunst dienten dabei auch der Darstellung von Macht und dynastischer Kontinuität. Die Ausstellung vermittelt diese facettenreiche Persönlichkeit mithilfe digitaler Technologien. Das EU-Projekt MARY4ALL rekonstruierte virtuell verlorene Räume, Kunstwerke und Klangwelten und ist eine Kooperation des Musée royal de Mariemont, der KU Leuven (Belgien), des RicercarLab und das Centre d’études supérieures de la Renaissance (Frankreich) sowie des Museums Mühlberg 1547 und des Netzwerks der Kulturrouten Karls V. Die Installationen werden neben Mühlberg auch in Brüssel, Laredo und Granada gezeigt.
Maria von Österreich, Königin von Ungarn, Meister der Magdalenenlegende, 1531 © Museum der Schönen Künste, Budapest, Ungarn – Montage Musée royal de Mariemont