02/06/2026
Mario Candotto wäre heute 100 Jahre alt geworden.
Der italienische Überlebende des KZ Dachau verstarb letztes Jahr kurz nach dem 80. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau, bei dem er noch eine bewegende Gedenkrede am ehemaligen Krematorium gehalten hat.
Mario Candotto wurde am 2. Juni 1926 in Porpetto (Italien) geboren. Nach der Kapitulation Italiens am 8. September 1943 wurde Candotto Kurier einer Widerstandsgruppe. Am 24. Mai 1944 wurde die Familie Candotto nach einer Denunziation geschlossen verhaftet. Die Familie wurde auseinandergerissen: Mario und sein Vater Domenico wurden nach Dachau, seine Mutter und seine Schwestern Ida und Fede nach Auschwitz deportiert. Die älteren Brüder waren bereits im Kampf als Partisanen gefallen.
Von der Sicherheitspolizei in Triest wurde Mario Candotto an seinem 18. Geburtstag in das Dachauer KZ-Außenlager Allach verbracht. Von dort wurde er in verschiedene KZ und Außenlager des KZ Dachau deportiert, zuletzt nach Trostberg. Im November 1944 starb sein Vater in einem Dachauer Außenlager. Er selbst wurde am 3. Mai 1945 von US-amerikanischen Streitkräften befreit.
Nach der Befreiung kehrte er nach Italien zurück und traf dort auf seine beiden Schwestern, die Auschwitz überlebt hatten. Seine Mutter war auf einem der Todesmärsche aus Auschwitz gestorben. 1958 heiratete Mario Candotto Anna Maria Zotti. Erst 30 Jahre nach seiner Rückkehr nach Italien begann er über das Erlebte zu sprechen. Bis ins hohe Alter war er als Zeitzeuge aktiv.
Mario Candotto hat regelmäßig an den alljährlichen Feierlichkeiten zur Befreiung des Konzentrationslagers Dachau teilgenommen.
Foto: Mario Candotto beim 77. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau in der Gedenkstätte © KZ-Gedenkstätte Dachau