Theaterwissenschaftliche Sammlung Köln

Theaterwissenschaftliche Sammlung Köln TWS Köln is one of Europe's leading theatre and media archives🎭 unterstützt, mehr Informationen zu den Freunden und Förderern: www.schloss-wahn.de

Die Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln ist ein internationales Dokumentations- und Forschungszentrum für Theatergeschichte und Medienkultur. Schwerpunkte der Sammlung liegen zum einen auf der deutschsprachigen Theaterkultur – mit einem umfassenden Kritiken- und Fotoarchiv, das durch eine vielseitige graphische Sammlung ergänzt wird –, zum anderen auf den Theater- und Medienf

ormen unterschiedlicher Kulturen und Epochen. Als Teil des Instituts für Medienkultur und Theater ist die Sammlung mit ihrer umfangreichen Bibliothek intensiv in die Lehre eingebunden und bietet Studierenden neben ihren umfangreichen Beständen auch einen einmaligen Ort zum Lernen und Forschen. In ihrer Arbeit wird die Theaterwissenschaftliche Sammlung durch die "Freunde und Förderer der Theaterwissenschaftlichen Sammlung Schloss Wahn e.V."

TWS|Kalender (english below) Als am 11. September 1926 Schillers »Räuber« in der Regie von Erwin Piscator im Preußischen...
01/09/2026

TWS|Kalender (english below)
Als am 11. September 1926 Schillers »Räuber« in der Regie von Erwin Piscator im Preußischen Staatstheater auf die Bühne kommen, scheinen sich die Alpträume konservativer Kulturkritiker zu bestätigen: Schillers ikonisches Jugenddrama ist kaum wiederzuerkennen, denn Piscator hat das Stück als Revolutionsdrama inszeniert. Nicht mehr Karl und Franz stehen im Zentrum, sondern die Masse der Räuber.
Piscator verdichtet das Stück zu einer schnellen Folge von Szenen, die nur durch Lichtwechsel getrennt sind. So imitiert er mit den Mitteln des Theaters die Rhythmisierung der Filmmontage. Befeuert wird das Bühnengeschehen von Edmund Meisels peitschender Komposition.

Text (gekürzt): Prof. Dr. Peter W. Marx (.marx)
Bild: Fotoatelier Zander & Labisch, Inszenierungsfotografie »Die Räuber«, Staatliches Schauspielhaus Berlin 1926, TWS.


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When Schiller’s »Räuber« (The Robbers), directed by Erwin Piscator, premiered at the Prussian State Theatre on 11 September 1926, the nightmares of conservative cultural critics appeared to have come true: Schiller’s iconic youthful drama was barely recognisable, as Piscator had staged it as a revolutionary play. Karl and Franz were no longer at the centre of attention; instead, the focus shifted to the collective body of the robbers. Piscator condensed the play into a rapid succession of scenes separated only by changes in lighting. In this way, he employed theatrical means to imitate the rhythm of film montage. The stage action was further intensified by the driving score of Edmund Meisel.

TWS|Kalender (English below) Ein Hut aus Erdbeeren und Kirschen, ein Torso aus Früchten, den ausgestellten Rock aus Trau...
01/08/2026

TWS|Kalender (English below)
Ein Hut aus Erdbeeren und Kirschen, ein Torso aus Früchten, den ausgestellten Rock aus Trauben und Melone schwingend, posiert die Obsthändlerin wie eine Ballerina mit Armen aus Haselnuss und Stachelbeere vor einer fernen Vedute auf freiem Feld. Einzig ihr kokett geneigtes Haupt ist nicht aus Obst gemacht, ansonsten verkörpert »The Fruiterer« die Frische und Exotik der Ware, die sie anbietet: Früchte aus aller Herren und Damen Länder. Leichtfüßig und streng tailliert wie Marie Taglioni posiert die Figur in Füßchen aus Berberitzen, scheint selbst zur tanzenden Frucht geworden. Ein moralisch doppelbödiges Spiel in Farben. Madeleys Obsthändlerin ist eine charakteristische Figur des britischen Alltags seiner Zeit, verschmolzen mit der künstlerischen Grazie einer Tänzerin.

Text (gekürzt): PD Dr. Nic Leonhardt
Bild: George Edward Madeley, »The Fruiterer«, kolorierte Lithographie, England 1838, Sammlung Werner Nekes, Miteigentümer UzK/DFF/FMP.


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A hat made of strawberries and cherries, a torso of fruit, swinging a skirt flounced with grapes and melon, the fruiterer poses like a ballerina, with arms of hazelnut and gooseberry in front of a distant veduta in an open field. Only her coquettishly tilted head is not made of fruit; otherwise, »The Fruiterer« embodies the freshness and exoticism of the goods she offers: fruits from far and wide. Light-footed and tightly corseted, posing like Marie Taglioni on little feet of barberry, the figure seems to have become a dancing fruit herself. A morally ambiguous play in colours.
Madeley's Fruiterer is a characteristic figure of the British everyday life of his time, fused with the artistic grace of a dancer.

TWS|Kalender (English below)Angelina, genannt Aschenputtel, ist die Titelfigur in Rossinis Märchen »La Cenerentola« (181...
02/07/2026

TWS|Kalender (English below)
Angelina, genannt Aschenputtel, ist die Titelfigur in Rossinis Märchen »La Cenerentola« (1817). So erscheint sie auch im szenischen Raum von Claudia Doderer: übergroß und mächtig. Ihre ätherisch reine Gestalt steht für die Größe und Schönheit eines tugendhaften Herzens, welches sogar Nachsicht und Verzeihen gegenüber ihrem Stiefvater und ihren Stiefschwestern zulassen kann. Der rückseitige Entwurf zeigt Angelina noch wie einen Ascheschatten in einem Raum, der abstrahierende Andeutung ist – die blauen Glaspantoffeln am Bodenrand aufgestellt. Doderer entzog 2001 der Szene zunehmend die Farbe: Alles süßlich Konkrete war verbannt, insbesondere im schwarz- weißen Schlussraum. Die Figurine im Finale zeigt keine Außenschönheit: in einem Blau-Grün, das von Sehnsucht, Traum und eigentlichem Wesen erzählt.

Text (gekürzt): Dr. Gerald Köhler ()
Bild: Claudia Doderer, Kostümfigurine »Angelina« zur Oper »La Cenerentola«, Staatstheater am Gärtnerplatz München 2001, TWS.

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Angelina, known as Cinderella, is the title character in Rossini’s fairy tale opera La Cenerentola (1817). This is also how she appears in Claudia Doderer’s scenic space: monumental and powerful. Her ethereally pure figure represents the grandeur and beauty of a virtuous heart, which can even allow for forbearance and forgiveness towards her stepfather and stepsisters. The design on the back shows Angelina still like an ash-shadow in a room which is an abstract suggestion – with the blue glass slippers placed at the edge of the floor. In 2001, Doderer increasingly removed color from the scene: all things sweetly concrete were banished, particularly in the black-and-white final scene. The costume in the finale does not display external beauty: it is in a blue-green that speaks of longing, dreams, and one’s true essence.

TWS|special (English below)It’s  ! 🏳️‍🌈 Dieses Jahr richten wir den Scheinwerfer auf die Ausstellung »Acts of Queerness«...
28/06/2026

TWS|special (English below)
It’s ! 🏳️‍🌈
Dieses Jahr richten wir den Scheinwerfer auf die Ausstellung »Acts of Queerness«. Unsere Studierenden und Kolleg*innen kuratierten eine spannende und berührende Ausstellung, um versteckte Erzählungen q***rer Geschichte sichtbar zu machen.
»Zwei enge Freundinnen«, »they were [just] roommates« und weitere narrative Stereotype dienten lange Zeit dazu jegliche Perspektiven, die von der Heteronormativität abweichen, unsichtbar zu machen. »Acts of Queerness« entlarvt diese historische Angewohnheit und gibt q***ren Stimmen den Raum, den sie verdienen.
They were never just roommates!
➡️ bis zum 1. September 2026 📢
📍 Foyer der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln
***ringthearchive ***rhistories ***rcologne

Credits Bilder
1: Druck »Die zwei besten Freundinnen im September«, TWS.
2: Fotografie (Postkarte) der Damendarsteller*innen Ehrlich, Hamburger und Stauber im Kriegstheater, Russland 1917, TWS.
3: Karikatur »An Alle«, TWS.
4: Ernst Schneider, Fotografie Claire Waldoff, TWS.
5: Karline und Karl Kunze, Zeichnung Claire Waldoff als Halb Bruder, Halb Schwester in »An Alle!«, TWS.
6: Postkarte (Repro) von Sarah Bernhardt als Hamlet, Paris 1899, TWS.
7: Fotografie (Postkarte) von Asta Nielsen und anderen Darsteller*innen des Films »Hamlet«,1920, TWS. .
8: Fotografie (Postkarte) Damendarsteller*in im Kriegstheater, TWS.
9: Fotografie einer Bühne im Kriegstheater, TWS.
10: Fotografie (Postkarte) von Marcel André, TWS.

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It’s pridemonth! 🏳️‍🌈 This year, we’re shining the spotlight on the exhibition »Acts of Queerness.« Our sudents and colleagues curated an exciting and moving exhibition to bring hidden narratives of q***r history to light.
»Two close friends«, »they were [just] roommates« and other narratively stereotypes have long served to render invisible any perspectives that deviate from heteronormativity. »Acts of Queerness« exposes this historical habit and gives q***r voices the space they deserve.
They were never just roommates!

TWS|NewsWe are happy to welcome Dr. Nazlı M. Ümit at UoC and are even more excited for her presentation on »Women Behind...
02/06/2026

TWS|News
We are happy to welcome Dr. Nazlı M. Ümit at UoC and are even more excited for her presentation on »Women Behind Karagöz’s Screen: Performance, Transmission, and Heritage«. ➡️ SAVE THE DATE ❗❗❗
🗓️ June 23rd, 10-12h
📍 Tagungsraum, Seminargebäude
📩 Registration via mail: [email protected]

Dr. Nazlı M. Ümit is an independent researcher, Karagöz puppeteer, and theatre practitioner. As a form of puppet theatre, Karagöz has survived to the present day through its rich textual, literary, iconographic, dramatic, and performative elements. While the professional transmission of Karagöz performance remained predominantly within male circles, many of its layers were also shaped by women’s practices.
More Information on our website!

TWS|Kalender (english below)Wer an eine Zaubershow denkt, stellt sich einen distinguierten Herrn in Frack, Zylinder und ...
01/06/2026

TWS|Kalender (english below)
Wer an eine Zaubershow denkt, stellt sich einen distinguierten Herrn in Frack, Zylinder und weißen Handschuhen vor. Frauen tauchen in dieser Vorstellung nur als hübsche Assistentinnen, Zuschauerinnen oder gar als unsichtbare, schwebende oder zersägte Objekte der männlichen Magie auf.
Tatsächlich glänzten aber auch Frauen in der männlich dominierten Welt der Bühnenmagie. Sie zauberten auf Bühnen wie auch in Salons, solo oder mit Partnern. Historische Werbeplakate zeigen Frauen als integralen Bestandteil der Performances: Zauberinnen und Assistentinnen werden prominent als gleichrangige Co-Performerinnen beworben. So auch bei »The Houdinis«, Bess und Harry. Doch während ihr Mann zum Inbegriff des Zauberkünstlers avancierte, verschwand die »Queen of Mystery« Bess aus dem kulturellen Gedächtnis.
Text (gekürzt): Charlene Fündgens

Bild: »The Houdini’s. Original Introducers of Metamorphosis«, lithographisches Plakat, National Printing & Engraving Company, Chicago ca. 1895, Sammlung Huber, TWS.

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When people think of a magic show, they imagine a distinguished gentleman in tails, top hat, and white gloves. In this image, women only appear as pretty assistants, spectators, or even as invisible, floating, or sawed-in-half objects of male magic.
In reality, however, women also shone in the male-dominated world of stage magic. They performed on stages as well as in salons, solo or with partners.
Historic advertising posters accurately show them as integral parts of the shows: The female magicians and assistants are featured prominently and equally to their male colleagues. »The Houdinis«, Bess und Harry are a case in point. But while her husband became the epitome of the magician, the »Queen of Mystery« Bess disappeared from cultural memory.

TWS|Special - English below - Zum Museumstag blickt die TWS auf ihre eigene Vergangenheit als »Theatermuseum Köln« zurüc...
17/05/2026

TWS|Special - English below -
Zum Museumstag blickt die TWS auf ihre eigene Vergangenheit als »Theatermuseum Köln« zurück. Die Sammlung wurde 1919 als Schausammlung von Carl Niessen begründet, war aber erst 1932 nach einem Umzug in größere Räumlichkeiten im Salierring offiziell das »Kölner Theatermuseum«. In Dauer- und Sonderausstellungen wurden Objekte der Sammlung präsentiert. Der Museumsbetrieb fand sein Ende, als der Bestand während des Zweiten Weltkrieges zum Schutz eingelagert wurde. Seit 1956 ist die Sammlung in Schloss Wahn untergebracht. Der Museumstitel wurde allerdings erst in den 80er Jahren aufgegeben.
Ganz vorbei ist es aber nicht mit den Ausstellungen: Am Tag der offenen Tür und durch Leihgaben an Museen in ganz Europa können unsere Bestände weiterhin bestaunt werden.

Slide 1&2: Fotografie Blick in die Ausstellungsräume am Salierring, TWS.
Slide 3: Fotografie Hubert Hahn und Carl Niessen (rechts) im Theatermuseum, TWS.
Slide 3: Fotografie Carl Niessen (rechts) und Ria Malms (links) im Theatermuseum, TWS.
Slide 4: Hermann Beissel, Fotografie Carl Niessen (rechts) mit Studierenden im Theatermuseum, 1930er.


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On International Museum Day, the TWS looks back on its history as the »Cologne Theater Museum.« The collection was founded in 1919 as a »Schausammlung» (›show collection‹) by Carl Niessen, but it wasn’t until 1932—after moving to larger premises on Salierring—that it officially became the “Cologne Theater Museum.” Objects from the collection were displayed in both permanent and special exhibitions.
Museum operations came to an end when the collection was stored for safekeeping during World War II. Since 1956, the collection has been housed at Schloss Wahn.
The museum ceased operations when the collection was moved into storage for safekeeping during World War II. Since 1956, the collection has been housed at Wahn Castle. However, it was not until the 1980s that the title ›museum‹ was officially omitted.
But exhibitions aren’t a thing of the past: For our annual TWS Open House and through loans to museums across Europe, our collection can still be admired.

TWS|Kalender Marie Nejar – Eine erwachsene Frau als singender Kinderstar?Das Leben von Marie Nejar, bekannt als »Leila N...
07/05/2026

TWS|Kalender
Marie Nejar – Eine erwachsene Frau als singender Kinderstar?
Das Leben von Marie Nejar, bekannt als »Leila Negra«, erzählt eine Geschichte von Zwang, Diskriminierung, Überleben und Kraft. Sie war eine der letzten afrodeutschen Zeitzeuginnen der NS-Zeit und lebte bis zu ihrem Tod im Mai 2025 in Hamburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg »entdeckt«, war ihre Schauspiel- und Schlagerkarriere weiterhin geprägt von Fremdzuschreibungen: Ihr Produzent versah sie mit einem neuen Namen und einem neuen Alter. Mit über 20 sollte sie als 15-Jährige mit Teddybär touren.
Europaweit wurde sie bewundert, zugleich als Schwarze Künstlerin exotisiert und infantilisiert.
In Archiven finden sich kaum Spuren von ihrer Lebensgeschichte. Sie lag lange im Schatten und fordert uns auf, genau hinzusehen um die Realität dieser zu erkennen und ans Licht zu bringen.

Text (gekürzt): Janne Bierwirth und Viktoria Marx
Bild: Autogrammkarte »Leila Negra«, BRD 1957, Foto: Kastler, TWS.
In manchen Fällen können wir die Rechteinhaber:innen nicht zweifelsfrei ermitteln.
Berechtige Ansprüche werden im Rahmen der üblichen Vereinbarungen abgegolten.

IFTR|  NOW online!Book of Abstracts - IFTR 2025 Performing Carnival: Ekstasis, Subversion, MetamorphosisThis book compil...
30/04/2026

IFTR| NOW online!
Book of Abstracts - IFTR 2025 Performing Carnival: Ekstasis, Subversion, Metamorphosis
This book compiles the contributions for the IFTR 2025 Conference Performing Carnival: Ekstasis, Subversion, Metamorphosis, which was held from 9 to 13 June in Cologne.
https://doi.org/10.5281/zenodo.18694626

Adresse

Burgallee 2
Cologne
51147

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Dienstag 09:30 - 16:00
Mittwoch 09:30 - 16:00
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