21/08/2026
Die Aquarelle dieses Sommers tragen die salzige Luft der Côte de Granit Rose in sich.
Zwischen Tregastel und Porz Maho, dort wo sich die bretonische Küste in markanten Felskörpern bricht, hat Vincent Vallois die Landschaft durch Farbe und Duktus neu erfunden.
Und über allem liegt das Blau — als tragende Farbe dieses Sommers: ein tiefes, mineralisches Blau, das die Küstenbecken öffnet
Die Tusche fließt über das Reispapier wie Gezeiten: ein erster, wässriger Zug, der sich ausbreitet, dann stockt, dann wieder ansetzt. Die Übergänge sind das eigentliche Motiv – jene Stellen, an denen die Farbe sich sammelt, ausfranst, sich zurückzieht, als würde sie den Rhythmus der Brandung nachahmen.
Ein Felsvorsprung wird zu einer Linie, die sich im Papier verliert. Die Bretagne erscheint hier nicht als Landschaft, sondern als Temperatur: ein kühles Blau, das sich in die letzten Fasern des Papiers zieht.
Vallois arbeitet mit einer Pinselführung, die tastet. Sie ist suchend, atmend, manchmal abrupt – wie ein Schritt über unebenes Küstengestein. In dieser Bewegung entsteht eine stille Spannung:
Form will werden, aber nicht bleiben.
So öffnen die Blätter einen Zustand, in dem die Bretagne erinnert wird – als Echo von Wind, Wasser und Licht, als ein Sommer, der sich in Farbe verwandelt hat.
Vincent Vallois (*1959 Lille)
Tusche auf Reispapier – Tregastel, Porz Maho,
August 2026, unten links signiert u. beschriftet.
Preis auf Anfrage