artothek - Raum für junge Kunst

artothek - Raum für junge Kunst Blick in den Ausstellungsraum, Foto: Lothar Schnepf Ausleihe
Die artothek bietet seit 1973 die Möglichkeit, Werke aktueller Kunst auszuleihen.

Anders als bei einer flüchtigen Begegnung in einer Ausstellung können sich Qualität und Aussage einer Arbeit über eine gewisse Zeit in der eigenen Umgebung oder am Arbeitsplatz in besonderer Weise entfalten. Die Sammlung der artothek umfasst Kunstwerke internationaler und Kölner Künstler verschiedener Stilrichtungen und Techniken. Information
Die artothek vermittelt Adressen von Ateliers, Galerien

und anderen Kunsträumen, sie gibt Orientierungshilfen zu den ausleihbaren Werken und informiert mit Hilfe eines Archivs über die Kölner Kunstszene. Ausstellungen
Die artothek zeigt neben den Kölner Museen, Galerien und freien Initiativen ein Ausstellungsprogramm mit Raum zum Experimentieren. Möglichst alle Bereiche aktueller Kunst sollen gezeigt werden - von Malerei, Zeichnung, Skulptur, Photographie bis zu raumbezogenen Arbeiten oder Performances Kölner Künstler und internationaler Gäste.

Arne SchmittDie Gute Form, es gibt sie nicht.Ausstellung30.4. - 20.6.2026Arne Schmitts Arbeiten sind subtile Bestandsauf...
07/05/2026

Arne Schmitt
Die Gute Form, es gibt sie nicht.

Ausstellung
30.4. - 20.6.2026

Arne Schmitts Arbeiten sind subtile Bestandsaufnahmen des Alltäglichen, die von der Fotografie ausgehen. Dem Visuellen stellt Schmitt Texte zur Seite, die er selbst verfasst oder aus historischen Quellen zitiert und neu editiert.
In der artothek zeigt Arne Schmitt unter dem Titel „Die Gute Form, es gibt sie nicht“ eine Auswahl von Fotografien aus dem Stadtbild von Zürich und Köln, sein aktuelles Buch „Things“ – eine ungewöhnliche Mischung aus Künstlertagebuch und Reiseführer - eine Videoarbeit zur Guten Form des modernen Wohnens, sowie eine Arbeit, in der er unsere Beziehungen zu Städten vergleicht mit unseren menschlichen Beziehungen.

Die „Gute Form“ als gestalterische Zielsetzung wurde im frühen 20. Jahrhundert entwickelt zur ästhetischen Erziehung der breiten Bevölkerung verbunden mit der Hoffnung, sie zu besseren Menschen zu formen. Sie diente als Grundlage für architektonische Konzepte und Formentwicklungen im Gebrauchsdesign. Bis heute schwingt der Wunsch nach Funktionalität, Klarheit und Schönheit bei „Gutem Design“ mit. Allerdings wird darin nicht mehr die Geschmackserziehung einer breit gedachten Gesellschaft angestrebt, sondern es findet eine Abgrenzung vom Gewöhnlichen durch individuell vorhandenes ökonomisches und kulturelles Kapital statt.

Auf der Suche nach Erscheinungen der „Guten Form“ im Alltag unserer heutigen Städte hat Arne Schmitt in seinen ästhetisch präzisen Fotografien Situationen entdeckt, in denen gestalterischer Anspruch auf gescheiterte Realität trifft, in der ausgefeilte Werbeästhetik auf belanglose Alltagsumgebung stößt und in denen sich trotzdem ein Erleben von Schönheit nachspüren lässt, eine Schönheit, die eher in der Authentizität des Erlebten als im abstrakten Ideal verortet ist.
Den Arbeiten der Ausstellung ist die Beschäftigung mit der Beziehung von städtischen Innen- wie Außenräumen gemeinsam, wofür die räumliche Situation der artothek ein besonderes prägnantes Beispiel darstellt.

Clara Lena LangenbachFight or FlightWhat does it mean to be held by an object?12.3. - 18.4.2026Clara Lena Langenbach zei...
11/03/2026

Clara Lena Langenbach

Fight or Flight
What does it mean to be held by an object?

12.3. - 18.4.2026

Clara Lena Langenbach zeigt in ihrer Soloausstellung in der artothek – Raum für junge Kunst unter dem Titel „Fight or Flight. What does it mean to be held by an object?“ eine Rauminstallation mit Objekten aus Keramik, Metall und Holz, graphischen Arbeiten und textilen Raumteilern.
Darin setzt sie ihre künstlerische Auseinandersetzung mit medizinischen Prozessen und dem schmalen Grat zwischen natürlicher Körperlichkeit und mechanischen Eingriffen fort.

Unverzichtbare Stützhilfen für den Körper stehen dem Ideal körperlicher Optimierung gegenüber. Ihr stummer Dialog führt zu einem wechselseitigen Hinterfragen der Vorstellungen von normierten Körpern. Die Künstlerin bedient sich dazu vertrauter Erscheinungsformen von Körpern und Körperbildern und transformiert diese in abstrahierte Strukturen. Langenbach versteht Körper dabei als formbare Objekte, die durch äußeren Druck – ob physisch oder gesellschaftlich – beeinflusst, verändert oder eingeschränkt werden.

„Die Skulpturen werden zu Körpern, die eine Leerstelle öffnen für Imaginationen. Betrachtende können sich mit dem eigenen Körper, mit ihren Schmerzen, Begehren oder Handlungsspielräumen in die umschließenden Formen gedanklich hineinbegeben. Die körperleeren Korsagen können einengen, aber auch stützen, umarmen und halten und zeugen dadurch wiederum von einer eigenständigen Körperlichkeit. Die Erfahrung von Phantomschmerz oder wiederkehrendem Juckreiz bewegen sich ebenfalls in solchen Zwischenräumen. Sie entstehen dort, wo etwas fehlt, und machen eine Leerstelle spürbar, die dennoch körperlich präsent bleibt.“ (Lisa Klosterkötter)

Cécile LempertDown Below15.1. – 28.2.2026Cécile Lempert zeigt in der Ausstellung „Down Below“ in der artothek – Raum für...
04/02/2026

Cécile Lempert
Down Below

15.1. – 28.2.2026

Cécile Lempert zeigt in der Ausstellung „Down Below“ in der artothek – Raum für junge Kunst großformatige Gemälde, die das Narrativ der Erinnerung an verlorene Heimat und Familie aufgreifen.

Aus historischen Fotografien der Familie Dildilian, einer erfolgreichen armenischen Fotografendynastie, entwickelt sie eine atmosphärische Reflexion über emotionale Bindungen an Familie und die Erinnerung an Heimatorte und schließt die Frage an, was Menschen unter Verfolgung und Vertreibung von dieser Verwurzelung in die eigene Geschichte bleibt.

Den atmosphärischen Fotografien der Dildilians stellt sie die Romantrilogie von William Golding „To the End of the Earth“ zur Seite, deren letzter Band „Fire Down Below“ für den Titel der Ausstellung Pate stand. In diesem Roman erlebt ein junger Mann auf einer Schiffsüberfahrt ans andere Ende der Welt eine persönliche Reifung. Meer, Schiff und die lange Reise stehen nach seinem Aufbruch aus der Heimat für eine Phase der Unsicherheit, in der sich seine Wandlung vollziehen kann, auch wenn unterschwellig unter der Fassade einer gesellschaftlichen Ordnung unbekannte Gefahren lauern.

© Cécile Lempert, 2025, Fotos Mareike Tocha

13/12/2025

noch bis 20.12.2025 Ausstellung des Friedrich-Vordemberge Stipendiaten der Stadt Köln 2025

Moritz RiesenbeckUser (lean)30.10. - 20.12.2025Ausstellung in der artothek - Raum für junge KunstFriedrich-Vordemberge-S...
13/12/2025

Moritz Riesenbeck
User (lean)

30.10. - 20.12.2025

Ausstellung in der artothek - Raum für junge Kunst

Friedrich-Vordemberge-Stipendium für Bildende Kunst der Stadt Köln 2025

Moritz Riesenbecks Werk kreist um die wechselseitigen Beziehungen von Menschen mit dem umgebenden architektonischen, sozialen und emotionalen Raum. In der artothek fokussiert er unter dem Titel „User (lean)“ die an den Nutzern orientierte Entwicklung von Produkten und die Bedingungen ihrer Herstellungen. Lean beschreibt dabei z.B. ein Verfahren, das aktuell insbesondere bei der Entwicklung von Arbeitsprozessen und zur Produktoptimierung eingesetzt wird, zum anderen bezieht es sich aber auch auf die in der Jugendkultur gebräuchliche Nutzung von leicht zugänglichen, medizinischen Drogen zur Betäubung und Distanzierung vom alltäglichen (beruflichen) Problemumfeld.

In der artothek entwickelt der Künstler völlig analog die Ausstellung um zwei große ausgediente Blasebälge. Diese altertümlichen Geräte stammen aus Schmiedewerkstätten der frühen Industrialisierung, sind fast so groß wie die Menschen, die sie bedient haben, und tragen die Spuren ihrer Arbeit auf den ledernen und hölzernen Oberflächen ihres Körpers. Im Kontrast zu der sehr simplen, aber funktionalen Konstruktion der Blasebälge werden sie über eine digital gesteuerte, pneumatische Apparatur aktiviert, nehmen in langen Abständen einen tiefen Atemzug und entspannen mit der Ausatmung. Sie erhalten so trotz ihrer technischen Funktion etwas Wesenhaftes und sind durch Kraftanstrengungen und Arbeitsumgebung gealtert und erschöpft. Die Verbindung mehrerer Zeitschichten in den Objekten – Anfänge der Industrialisierung, Pneumatik und digitale Steuerung – provoziert die Frage nach dem „und dann?“. Welche Rolle spielen zukünftig noch körperliche Daseinsformen?
Dekorative Schnörkel und Bildelemente aus metallgetriebenen Zierelementen sind häufig auf Blasebälgen zu finden. Moritz Riesenbeck ersetzt diese durch eine Gravur nach Francisco Goyas Radierung „Sopla“ (dt. blase), auf der ein kindlicher Körper, zum Blasebalg umfunktioniert, ein Feuer inmitten ausgezehrter Gestalten anfachen soll, und zitiert so Goyas zeitkritische Position.


Stadt Köln

Danke für den ausführlichen Bericht über uns Artotheken in NRW
27/11/2025

Danke für den ausführlichen Bericht über uns Artotheken in NRW

Kunst In Bonn ist die Artothek Teil des Kunstvereins. Foto: Markus J. Feger Leih mal! Text: Vera Lisakowski 27. Nov.. 2025 In Bonn ist die Artothek Teil des Kunstvereins. Foto: Markus J. Feger Kunstwerke an der eigenen Wohnzimmerwand? Schön, bloß viel zu teuer! Aber wer sagt denn, dass die Kunst g...

Vanja SmiljanićOn Board Were The Twelve04.09. – 18.10.2025Davon ausgehend, dass 12 auserwählte Abgesandte von Atlantis d...
08/10/2025

Vanja Smiljanić
On Board Were The Twelve
04.09. – 18.10.2025

Davon ausgehend, dass 12 auserwählte Abgesandte von Atlantis den Untergang an anderen Orten überlebt haben, entwickelt Vanja Smiljanić in der artothek eine konkrete Erscheinungsform zu dem spekulativ fluiden Konstrukt einer möglichen Historie. „Was könnte sein, wenn?“ ist hierzu eine grundlegende Fragestellung.

Auf einer Sequenz von acht Gemälden erscheinen die Überlebenden von Atlantis und bilden auf Plattformen montiert eine lange Prozession quer durch den Raum der artothek. Neben den alten Gottheiten erscheinen der Dichter, der Arzt, der Bauer, der Wissenschaftler und der Magier als (Zeit-) Reisende an Bord von Booten, einem U-Boot und einem fliegenden Raumschiff/Flugzeug. Sie treten auf den Gemälden für den Zeitraum der Ausstellung körperlich in Erscheinung und machen Spekulationen über Atlantis in einer Parallelwelt der Möglichkeiten greifbar. Vanja Smiljanić nutzt die Gelegenheit, um diesem phantastischen Konstrukt ihre inhaltliche Prägung zu geben. So werden Fragen zu Ökologie der Meere und einem Zusammenleben verschiedener, fluider Spezies ebenso angesprochen wie Überlegungen zu einer idealen Gesellschaft.

Formal greift Smiljanić die sehr ursprüngliche Tradition der ritualisierten Bewegung durch öffentlichen Raum auf, einschließlich religiöser Prozessionen oder politischer Demonstrationen. Sie war und ist auch heute noch ein mächtiges Instrument für Protest und Widerstand, sie macht marginalisierte Gruppen sichtbar und dient als Medium für das Erzählen von Geschichte(n).

© Foto Mareike Tocha

Katharina Jahnkese souvenir3.7. - 23.8.2025Katharina Jahnke zeigt in der artothek – Raum für junge Kunst eine Reihe von ...
22/07/2025

Katharina Jahnke
se souvenir
3.7. - 23.8.2025

Katharina Jahnke zeigt in der artothek – Raum für junge Kunst eine Reihe von neuen Werken, die sich mit Erscheinungen von privater Erinnerungskultur, insbesondere im Hinblick auf deren objektive Verlässlichkeit und individuelle Fragilität beschäftigen.
Mitten im touristischen Herzen Kölns, umgeben von zahlreichen Kiosken und Souvenirshops, lassen sich in der artothek Zeichnungen und Collagen aus klassischen Kunstreiseführern, Kulturbildbänden und Alltagsschnappschüssen entdecken und damit eine persönliche Sicht der Künstlerin auf ein städtisches Lebensumfeld mit vielen Schichten.
Die erste Werkreihe „wiegehtesdirmirgehtesgut“ zeigt eine Reihe von ca. 30 Postkartenporträts.
Aus gefundenen, bereits geschriebenen Ansichtspostkarten entsteht in Jahnkes Zeichnungen scheinbar ein Archiv für verschickte Urlaubserinnerungen. Die ehemalige Verbindung von Absender und Empfänger wird dabei wie unter ein Vergrößerungsglas gelegt. So werden nicht nur die Erinnerungen an die banal vertrauten Grüße aus der eigenen Urlaubspost wach.
Das Lesen der fremden Post bedient hier ebenso den Reiz der heimlichen Beobachtung wie es gleichzeitig das Bewusstsein für den Verlust der Jahrhunderte alten Kultur der postalischen Urlaubsgrüße schafft, die von der digitalen Kommunikation abgelöst wurde.
Auch die zweite Serie „Cologne“ aus Collagen mit Repliken der klassischen Sehenswürdigkeiten im bekannten Ansichtskartendesign oder mit Motiven aus Bildbänden sind einen zweiten Blick wert. Auf ihnen entstehen aus Details verschiedener vertrauter Motive neue Örtlichkeiten in surrealem Setting. Dabei wird für das Kölner Publikum kulturelles Insiderwissen re-aktiviert und die touristischen Highlights mit einem etwas anderen Kontext vermarktet. Trotz Rückgriff auf historische Fotografien geben manche Collagen die städtische Realität mit aktuellerem Zeitbezug wieder als jedes Hochglanzfoto in Social Media.
Beide Serien stehen in einer auf den Raum bezogenen Installation in einem Dialog und spiegeln subversiv/sublim das soeben vom Publikum im Außenraum passierte Umfeld.



© Fotos Mareike Tocha

Alwin Lay | Markus SaileObjects in the Mirror8.5. - 21.6.2025 Di - Fr 13 - 19 UhrSa 13 - 16 UhrEintritt frei„Objects in ...
28/05/2025

Alwin Lay | Markus Saile
Objects in the Mirror

8.5. - 21.6.2025
Di - Fr 13 - 19 Uhr
Sa 13 - 16 Uhr
Eintritt frei

„Objects in the Mirror“ bringt die Fotografien von Alwin Lay und die Malerei von Markus Saile in einen spannungsvollen Dialog. Ihre Arbeiten eint eine fragile Zeitlichkeit, in der Ereignisse wie angehalten wirken – als würde man einen flüchtigen Moment betrachten, der gerade vergangen ist und zugleich noch nachhallt, wie ein Echo im Raum. Der Titel „Objects in the Mirror“ bezieht sich auf auf den Schriftzug „Objects in the mirror are closer than they appear“, der als Warnhinweis auf amerikanischen Rückspiegeln zu finden ist. Wirken die Arbeiten von Alwin Lay und Markus Saile auf den ersten Blick durch ihre unterschiedliche Medialität (Fotografie und Malerei) entfernt, macht die Ausstellung jedoch inhaltliche Parallelen sichtbar, die Ihre Werke miteinander verbinden.

Im täglichen Gespräch in ihren benachbarten Ateliers stellen die beiden immer wieder fest, wie viele inhaltliche und strukturelle Überschneidungen ihre Arbeiten aufweisen. Für beide endet das Bild nicht am Bildrand, und die Auseinandersetzung mit dem Ausstellungsraum, der Architektur und deren Geschichte wie auch der Dialog zwischen den Arbeiten spielen eine entscheidende Rolle.
Zeitliche Strukturen wie Dauer und Momente, in denen sich etwas im Bild ereignet, sind elementar für beide Ansätze. In Sailes Bildern schafft die (Re-)Inszenierung malerischer Gesten räumliche und zeitliche Strukturen, in denen Verweise auf digitale Räume, filmische Aspekte und die Malereigeschichte mitschwingen. Hingegen entsteht das sichtbare Resultat bei Lay aus vielen unsichtbaren Entscheidungen und Handlungen verschiedener, genau aufeinander abgestimmter Momente. Die ihr zugeschriebene medienspezifische Indexikalität wird hier von der Fotografie entkoppelt.

Bei beiden handelt es sich somit nicht um einen Moment im Sinne eines kurzen Zeitabschnitts, sondern vielmehr um „ein Moment im Kontinuum“. Bei Lay wird dieser Kontext noch dadurch verstärkt, dass die Objekte vor einem scheinbar neutralen Hintergrund stehen, der sie von einem bestimmten Ort loslöst. Dennoch verweisen die weißen Wände, grauen Böden und monochromen schwarzen Hintergründe direkt auf den White Cube oder die Black Box: Räume, die nicht wirklich neutral sind, sondern mit Werten und Erwartungen aufgeladen. Einerseits ahmen Lays Werke das isolierte Kunstobjekt in einem White Cube nach, andererseits bekennen sich diese Objekte zu ihrer Eigenständigkeit. Ein weiterer wichtiger Aspekt, der die Arbeiten der beiden Künstler verbindet, ist das Spiel mit dem Bild als Bühne, die einer Inszenierung oder Aufführung Raum gibt. Während bei Lay die Bühne als unspezifischer Ort den Ausstellungsraum ins Bild holt, dramatisieren bei Saile die gestischen Eingriffe den Bildraum im Sinne einer performativen und theatralen Situation.

Im Malprozess schafft Saile mit einer Pinselbewegung Volumen, ähnlich dem Extrusionsprozess in 3D-Programmen. Anstatt eine Reihe von Punkten zu einer Linie zusammenzufügen, wie es bei der perspektivischen Zeichnung der Fall ist, erzeugt ein Pinselstrich in einer einzigen Geste eine Ebene. In einer Werkgruppe schweben diese Gebilde vor fast neutralen Räumen, als wären sie freigestellt. In einigen neuen Bildern arbeitet Markus Saile mit Störungen im Pinselduktus, die vergleichbar mit digitalen Glitches Irritationsmomente schaffen. In seiner neuen Werkgruppe „Picardie“ lässt Alwin Lay Gläser der Marke Duralex durch eine KI zerbrechen. Die Bilder sind in einem klassischen Verfahren in Schwarz-Weiß auf Barythpapier belichtet und thematisieren auf diese Weise die vermeintliche Authentizität der Fotografie als Beweismittel. Doch beim genauen Hinsehen merkt man, dass die Scherben konstruiert sind und dadurch das Verhältnis zwischen künstlerischer und generierter Autorschaft sich zuspitzt.

Adresse

Am Hof 50
Cologne
50667

Öffnungszeiten

Dienstag 13:00 - 19:00
Mittwoch 13:00 - 19:00
Donnerstag 13:00 - 19:00
Freitag 13:00 - 19:00
Samstag 13:00 - 16:00

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