04/10/2026
Mit großer Traurigkeit gedenken wir Wilfried Schwarz, dem Künstler, Kunsterzieher, Denkmalpfleger und Lehrer. In der letzten Woche verstarb er nach längerer Krankheit im Alter von 88 Jahren. Dem Stadtmuseum war er über viele Jahre verbunden, anlässlich seines 80. Geburtstages widmete unser Haus dem Künstler mit „Lebensreise“ eine eigene Ausstellung. Die Ausstellung „Stadtwende“ (2021) zu Altstädten in der DDR, in der ein Kapitel zu Brandenburg an der Havel aufgeschlagen wurde, zeigte nicht nur einige seiner Werke aus unserer Sammlung, Wilfrid Schwarz begleitete diese aktiv als Gesprächspartner, denn hier thematisierten sich seine Anstrengungen als Denkmalpfleger vor und nach der Wende.
Geboren 1937 in Finsterwalde, studierte Wilfried Schwarz 1955 – 1960 in Berlin an der Humboldt-Universität Germanistik und Kunsterziehung. Von dort ging er nach Brandenburg an der Havel, wo er bis 1980 im Schuldienst tätig war. Zwischen 1980 und 1990 war er Fachbereichsleiter der VHS, leitete dort Kunst- und Stadtgeschichtskurse oder gab Deutschunterricht in der Abiturstufe des 2. Bildungsweges. Sein Engagement in der Denkmalpflege unter dem Schirm des Kulturbundes der DDR brachte ihm 1990 – 92 die Berufung als Kulturamtsleiter ein, wo er auch am Aufbau der Unteren Denkmalschutzbehörde beteiligt war. Daneben initiierte er erste Arbeiten am Paulikloster. Auch die OFF-ART gehörte zu seinen Ideen. 1992 bis 2001 kehrte er als Kursleiter an die VHS zurück. Seine Leidenschaft war das Reisen, zu DDR-Zeiten zur Familie nach Frankreich und in die Schweiz, nach Polen und Ungarn für Ausstellungen. Italien, Ägypten, Syrien, Jordanien, Marokko, Großbritannien und die USA waren Ziele ausgedehnter Reisen in späteren Jahren. Wenn man ihn „schnell“ anrufen wollte, war er oft in der Welt unterwegs – niemals ohne Malutensilien.
Wilfried Schwarz hinterlässt ein umfangreiches künstlerisches Werk, sein größtes Vermächtnis ist aber sein Anteil an der Sanierung der beiden historischen Stadtkerne von Brandenburg an der Havel.
Unsere Anteilnahme und stilles Gedenken gelten seiner Familie und allen, die ihm freundschaftlich verbunden waren.