09/07/2026
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Stefan Kovac, Haustechniker im Museum August Macke Haus
Ich hänge an diesem Museum… manchmal im wahrsten Sinne des Wortes.
Für mich ist es unheimlich wichtig, an einem Ort zu arbeiten, an dem ich mich wohlfühle. Dazu gehören natürlich in erster Linie die Kolleginnen und Kollegen.
Aber auch die Räume, in denen ich mich aufhalte und in denen ich arbeite, sind für mich von großer Wichtigkeit.
Als ich nach Bonn zog, arbeitete ich über 25 Jahre in einem, in vierter Generation geführten Familienbetrieb, nicht weit vom Museum entfernt in der Kölnstraße. An jeder Wand der großen und kleinen Werkstätten, in denen seit über 100 Jahren Lehrlinge, Gesellen und Meister zusammen Pfeifenorgeln bauen, sind die Tradition, die Liebe zum Detail, aber auch die Anstrengung sichtbar und spürbar. Hier findet man selbstgebaute Werkzeuge, Notizen, die ältere Kollegen vor vielen Jahrzehnten dort hinterlassen haben, und Schablonen für Werkstücke, die schon lange ein Teil wunderschöner Musikinstrumente in einer Kirche oder einem Konzertsaal sind.
Später kaufte ich mit meiner Frau auf der Beueler Seite Bonns ein Haus mit dahinterliegender Schreinerwerkstatt. Diese Gebäude stammen aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts und mussten umfangreich in Eigenleistung saniert werden. Auch hier freue ich mich jedes Mal, wenn ich beim Arbeiten auf Daumenabdrücke in Backsteinen, alte Zeitungen hinter Tapeten und Zeichnungen in der Werkstatt stoße.
Nun kümmere ich mich als Haustechniker unter anderem um den Erhalt des uns wohlbekannten spätklassizistischen Eckhauses mit der Hausnummer 96. Das wunderschöne Herzstück des Museum August Macke Haus. Hier repariere ich Fußbodendielen, die bestimmt schon geknarrt haben, als August und Elisabeth darüberliefen. Hier mussten sich Franz oder Helmuth an dem Geländer des Treppenhauses vielleicht ganz ordentlich festhalten, da der Abend unter dem Atelierdach mit ihrem Freund August mal wieder länger wurde. Und welche Kerbe im Türrahmen stammt von Walter und welche stammt von Wolfgang?
Es gibt nicht viele Orte, an denen man so intensiv Geschichte sehen und die Menschen spüren kann, die einst hier lebten.