02/06/2026
Maxi & Leo
Portraits und der fotografische Roadtrip
2014 - 2024
Als Katharina Bosse 2014 mit den Portraits ihrer Kinder Maxi und Leo begann, galt es als unprofessionell, die eigenen Kinder im künstlerischen Werk zu thematisieren.
Man akzeptierte die Unsichtbarkeit von Care-Arbeit. In der professionellen Arbeit (im künstlerischen Bereich oft ebenso unbezahlt) waren die Kinder unsichtbar.
Katharina Bosse hatte bereits in der vorherigen Serie „A Portrait of the Artist as a young Mother“(2004-2009) Mutterschaft zum Thema gemacht. Zudem ließ das Leben als alleinerziehende Mutter eine Trennung von den Kindern zum Zweck der Kunstproduktion nicht zu.
Also wandte sie die Mittel an, die ihr aus der langen Laufbahn als internationale Magazinfotografin vertraut waren. Sie unternahm mit ihren Kindern Fotoreisen, oft in die USA - ihrer Heimat bevor sie Mutter wurde. In dem Langzeitprojekt sieht man das Heranwachsen der Kinder. Zu Beginn sind sie sieben und zehn Jahre alt. Zehn Jahre später kommt das Projekt zu einem vorläufigen Abschluss.
Auf abgelaufenem Fotopapier vergrößert, wirken die Bilder nostalgisch und zeitlos. Sie thematisieren die Vergänglichkeit der Fotografie ebenso wie die im Nachhinein verflogen erscheinende Zeit, in der Kinder heranwachsen. Die Fotografien sind persönlich, aber nicht privat. Es bleibt offen, von wessen Erinnerungen sie handeln.