Stasimuseum

Stasimuseum Museum in der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit
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Neue Dauerausstellung „Staatssicherheit in der SED-Diktatur“
Im Mittelpunkt der Dauerausstellung steht die Frage, wie es der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) über 40 Jahre hinweg gelang, Millionen von Menschen in der DDR unter Kontrolle zu halten. Wichtigstes Instrument dabei war das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), das „Schild und Schwert der Partei“. Im Haus 1, dem Dienst

sitz des letzten Ministers für Staatssicherheit, Erich Mielke, zeigt die Ausstellung auf drei Etagen die Entstehung, Entwicklung und Tätigkeit der Staatssicherheit als „Schutz- und Sicherheitsorgan“. Die Stasi, wie das MfS im Volk genannt wurde, hatte die Macht der SED zu sichern, sie gegen „Feinde“ zu verteidigen und die gesamte Bevölkerung weitgehend zu kontrollieren. Die Ausstellung zeigt, daß der Apparat aus Menschen mit konkreten Handlungen und Entscheidungen bestand. Hunderttausende waren für das MfS aktiv: Sie waren hauptamtliche oder inoffizielle Mitarbeiter oder sie unterstützten das MfS als Funktionäre in der Verwaltung. Anschauliche Beispiele verdeutlichen die enge Zusammenarbeit des MfS mit allen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Institutionen in der DDR.
Es werden zahlreiche, oft einmalige Objekte wie Spezialkameras, Wanzen, Einbruchswerkzeuge oder Geräte zum heimlichen Öffnen von Briefen präsentiert, die das Ausmaß der Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit veranschaulichen. Ausgewählte Beispiele aus unterschiedlichen Stasi-Akten dokumentieren die Aktivitäten des MfS gegen die eigene Bevölkerung. Die Diensträume Erich Mielkes sind bis heute im Originalzustand erhalten und können als Teil der Ausstellung besichtigt werden.

Ein Regime mauert sich einAm 13. August 1961, nachts gegen 1 Uhr, ist es soweit: Mehr als 10.000 Polizisten und Soldaten...
13/08/2026

Ein Regime mauert sich ein

Am 13. August 1961, nachts gegen 1 Uhr, ist es soweit: Mehr als 10.000 Polizisten und Soldaten, verstärkt durch tausende Kampfgruppenangehörige, sperren die Grenzen des sowjetischen Sektors von Berlin gegenüber dem französischen, englischen und amerikanischen Sektor ab. Überall fahren Militärkolonnen. Rund um Berlin sichern hunderte Panzer und 7.000 Soldaten die Maßnahmen in der Stadt ab. Die sowjetische Armee bildet einen dritten Sicherungsring um die Stadt.(1)

Durchgangsstraßen werden plötzlich zu Sackgassen, Züge halten an und fahren zurück, die Fenster von Häusern, die an der Grenze stehen, werden nach und nach zugemauert. Eltern in West-Berlin können nicht zu ihrem Kind in Ost-Berlin. (2)

Eine Millionenstadt wird über Nacht auseinandergerissen.

Und die Waffen des Militärs richten sich gegen die eigenen Landsleute; Spitzel und in Zivil gekleidete Stasi-Mitarbeiter mischen sich unter das fassungslose Volk. In den nächsten 3 Wochen werden 3.000 Menschen wegen "Staatsverleumdung" verhaftet; gegenüber dem ersten Halbjahr steigt im zweiten Halbjahr 1961 die Zahl der politischen* Strafurteile von 4.500 auf über 18.000. (3)

Als man anfängt, die Zugänge zu ihrem direkt an der Sektorengrenze liegenden Haus in der Bernauer Straße zu versperren, springt die 58jährige Ida Siekmann am frühen Morgen des 22. August 1961 aus dem Fenster, um in den französischen Sektor zu gelangen, der am Gehweg unter ihrem Fenster beginnt. Auf dem Weg ins Krankenhaus stirbt sie an den erlittenen Verletzungen.

Zwei Tage später versucht der 24jährige Günter Litfin durch den Humboldt-Hafen beim Lehrter Bahnhof nach West-Berlin zu schwimmen. Zwei Transportpolizisten erkennen seine Fluchtabsichten, geben Warnschüsse ab, wollen ihn nicht entkommen lassen und eröffnen gezieltes Feuer auf den im Wasser Schwimmenden. Günter Litfin erhält einen Kopfschuss und versinkt tödlich getroffen im Wasser.

Bis 1989 sterben etwa 200 Menschen an der Berliner Mauer.

Foto: Wolfgang Paul, Mauer der Schande, München 1961
(1) Zahlen: chronik-der-mauer.de
(2) Geschichte der Familie Weinstein, "Wir Kinder der Mauer", ARD
(3) Zahlen: Klaus Schröder, "Die DDR", 2019

* Genau genommen macht es jedoch keinen Sinn, in der DDR zwischen "politischen" und "unpolitischen" Strafurteilen zu unterscheiden. Denn: "Das sozialistische Recht dient der Entwicklung der bewussten Disziplin (...) der Mitglieder der sozialistischen Gesellschaft." (Lehrbuch m.-l. Staats- und Rechtstheorie, 1980)
"Dem Klassenkampf (...) entspricht unsere Parteilichkeit der ideologischen Haltung. Das (...) kann nicht dazu führen, dass der Richter 'objektiv' Angeklagte, Verteidiger und Staatsanwalt als gleichberechtigte Parteien behandelt." (Hilde Benjamin, Neue Justiz, 1961, S. 155)

Im August verwandelt sich der Innenhof der ehemaligen Stasizentrale in ein Open-Air-Kino. Von Montag, 3. August, bis Don...
11/06/2026

Im August verwandelt sich der Innenhof der ehemaligen Stasizentrale in ein Open-Air-Kino. Von Montag, 3. August, bis Donnerstag, 27. August 2026, präsentiert das Campus-Kino Filme zur DDR-Geschichte, Staatssicherheit, zu Widerstand und Aufarbeitung.

Hier der Link zum Programm: https://www.bundesarchiv.de/stasi-unterlagen-archiv/stasi-zentrale-campus-fuer-demokratie/campus-kino/

Das Campus-Kino wird veranstaltet vom Stasi-Unterlagen-Archiv in Zusammenarbeit mit dem Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Robert-Havemann-Gesellschaft e. V.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung findet in der Ruschestraße 103, 10365 Berlin statt. Die Anreise mit der U-Bahn-Linie 5 (Magdalenenstraße) sei empfohlen; es gibt in der Nachbarschaft nur wenige Parkplätze.

Foto: Stasi-Unterlagen-Archiv

"alle verantwortlichen Mitarbeiter … akzeptierten die offizielle Darstellung des Suicid des Domaschk ...“Am Abend des 10...
13/04/2026

"alle verantwortlichen Mitarbeiter … akzeptierten die offizielle Darstellung des Suicid des Domaschk ...“

Am Abend des 10. April 1981 werden Peter Rösch und sein Freund Matthias Domaschk von der DDR-Transportpolizei "zugeführt". Unter der Überschrift "Kampfkurs X" führt die Staatssicherheit "Maßnahmen" durch, damit die kommunistische Partei in Ost-Berlin ihren 10. Parteitag "störungsfrei gestalten" kann. Rösch und Domaschk gelten der Stasi als Störer. Beide gehören zu jenen Menschen in der DDR, die sich ihres Verstandes bedienen und selbstbestimmt leben wollen. Seit Jahren "bearbeitet" die Staatssicherheit diese Menschen, ihre Freundeskreise, versucht sie zu korrumpieren, zu brechen, ihre Treffpunkte stillzulegen, ihre Kreise zu zerstören.

Thüringer Mitarbeiter der Staatssicherheit übernehmen die jungen Männer von der Trapo, bringen sie ins Stasi-Gefängnis nach Gera und "bearbeiten" sie bis zum Morgen des 12. April. An den "Maßnahmen" beteiligt sind u.a. die Mitarbeiter der Staatssicherheit Hauptmann Dieter Strakerjahn, Oberleutnant Hans-Joachim Seidel, Leutnant Roland Peißker und Hauptmann Horst Köhler. Ungenannt bleiben hier die Fahrer, die Sekretärinnen, die Schließer, die Mitarbeiter im Heizhaus, jene, die "rückwärtig" tätig sind und den ganzen Laden am Laufen halten.

Während Peter Rösch das Gebäude der Staatssicherheit wieder verlassen kann, ist Matthias Domaschk am Morgen des 12.4.1981 bereits tot. Hauptmann Köhler schreibt später in eine Akte: "alle verantwortlichen Mitarbeiter … akzeptierten die offizielle Darstellung des Suicid des Domaschk ...“

Bis heute ist der Tod des Matthias Domaschk nicht vollständig aufgeklärt. Die beteiligten Stasi-Mitarbeiter haben geschwiegen. Sie konnten sich "nicht erinnern".

Text des Tagesspiegels zum Thema:https://www.havemann-gesellschaft.de/fileadmin/robert-havemann-gesellschaft/themen_dossiers/Matthias_Domaschk/max_thomas_mehr_markthalle_stasi.pdf

(Foto: Matthias Domaschk auf dem Marktplatz in Jena, Quelle: Archiv der Robert-Havemann-Gesellschaft, RHG_Fo_HAB_11725

Tschekisten müssen Sprit sparen Im Verlauf einer Dienstkonferenz innerhalb der Linie VIII des Ministeriums für Staatssic...
10/04/2026

Tschekisten müssen Sprit sparen

Im Verlauf einer Dienstkonferenz innerhalb der Linie VIII des Ministeriums für Staatssicherheit (Observation, Durchsuchungen, Verhaftungen) wird der Sparkurs erläutert, den die SED-Parteiführung der DDR verordnet hat.

1982 drosselte die Sowjetunion den Export von verbilligtem Öl in die DDR. Weil die DDR mit dem Export von veredelten Öl-Produkten jedes Jahr mehrere zehn Milliarden Valuta-Mark verdiente, traf sie diese Entscheidung des "großen Bruders" hart. Der Staatshaushalt geriet in Gefahr!

Also heißt es fortan bei der Stasi: "Durch weitere geeignete Maßnahmen konsequent noch vorhandene Reserven erschließen, um vorgegebene Einsparungsraten zu überbieten!"

Adresse

Ruschestraße 103, Haus 1
Berlin
10365

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