Galerie Gutshaus Steglitz

Galerie Gutshaus Steglitz Die Galerie im Gutshaus Steglitz wird vom Fachbereich Kultur Steglitz-Zehlendorf bespielt.

48 Dollars and a Namesake – Jen Tiger, 2017, Pigmentdruck, 45,7 × 30,5 cmIn unserer aktuellen Ausstellung „Osage Orange“...
01/09/2026

48 Dollars and a Namesake – Jen Tiger, 2017, Pigmentdruck, 45,7 × 30,5 cm
In unserer aktuellen Ausstellung „Osage Orange“ zeigt die Künstlerin Jen Tiger eine Arbeit, die mit erschreckender Präzision eine koloniale Logik offenlegt: Wer vier Jahre lang 12 Dollar pro Jahr zahlte – 48 Dollar insgesamt – erhielt das „Privileg", einem indigenen Kind einen neuen Namen zu geben.

Tiger gräbt in Missionstagebücher, Diözesanunterlagen und anderen Archiven – und was sie dort findet, sind keine abstrakten Zahlen, sondern die Spuren von Kindern: Kinder aus Osage-Familien, Kinder aus gemischten Familien, getauft, umbenannt, eingeschrieben in Listen, die nicht für sie, sondern über sie geschrieben wurden. Die Umbenennung war kein Randphänomen, sondern Methode: durch Taufe, durch Internatserziehung, durch das systematische Überschreiben von Zugehörigkeit

Osage Orange – Antje Majewski & Jen Tiger
📍 Gutshaus Steglitz
Mo–So 10–18 Uhr
🎟 Eintritt frei

📸 Jen Tiger, 48 Dollars and a Namesake, 2017
© Jen Tiger
Ausstellungsansicht: Ludger Paffrath

✨ Save the Date: Artist Walk am 29.08. ✨Wir laden Sie herzlich zu einer exklusiven Führung durch die aktuelle Ausstellun...
25/08/2026

✨ Save the Date: Artist Walk am 29.08. ✨

Wir laden Sie herzlich zu einer exklusiven Führung durch die aktuelle Ausstellung „Osage Orange“ ein.

Die Führung wird von der Künstlerin Antje Majewski persönlich durchgeführt, die Einblicke in ihre Werke, deren Entstehungsprozesse sowie die konzeptionellen Hintergründe geben wird. 🎨

Wir freuen uns auf einen anregenden Austausch und einen besonderen Einblick in die aktuelle Ausstellung. 🍊🍃

📍 Gutshaus Steglitz
🗓️ 29.08.
🕒 14:30 Uhr
🎟 Eintritt frei

📸 Antje Majewski, Foto: Fachbereich Kultur Steglitz-Zehlendorf

Osage Orange VIII – Antje Majewski, Öl auf Holz, 60 × 60 cm, 2026Eine Frucht für Mäuler, die seit über 10.000 Jahren nic...
18/08/2026

Osage Orange VIII – Antje Majewski, Öl auf Holz, 60 × 60 cm, 2026
Eine Frucht für Mäuler, die seit über 10.000 Jahren nicht mehr existieren und die sehr viel größer und anders ausgelegt waren als die, die wir heute kennen – die Mäuler von Mammuts, Riesenfaultieren und wilden Kamelen. Kein Tier trägt sie weg, kein Mensch isst sie – und doch liegt sie jeden Herbst in den zentralen südlichen Regionen der USA leuchtend grün im Gras.
Nicht die Frucht ist hier also der Fremdkörper. Wir sind es.

Zu sehen in der Ausstellung „Osage Orange“ von Antje Majewski und Jen Tiger bis zum 18. Oktober im Gutshaus Steglitz.

📸 Antje Majewski, Osage Orange VIII, 2026
© Antje Majewski / VG Bild-Kunst, Bonn; Foto: Ludger Paffrath

12/08/2026

🌳 Workshop im Botanischen Garten: Sag lieber Osagedorn, wie geht es dir?

Was erzählen uns Pflanzen über Geschichte, Kolonialismus und unsere eigene Beziehung zur Natur?

Im Rahmen unserer Ausstellung „Osage Orange. Antje Majewski und Jen Tiger“ laden wir zu einem besonderen Workshop rund um den Osagedorn (Maclura pomifera) ein.

Die großen, hellgrünen Früchte des nordamerikanischen Baumes sorgen im Herbst im Botanischen Garten für neugierige Blicke. Doch hinter dem ungewöhnlichen Baum steckt eine Geschichte, die eng mit der Kolonialisierung der USA verbunden ist.

Gemeinsam mit Antje Majewski, Dr. Luiza Bengtsson und Sina Ribak nähern wir uns dem Osagedorn aus botanischer, künstlerischer und persönlicher Perspektive. Wir erkunden den Baum mit allen Sinnen, hören Geschichten und werden schließlich selbst kreativ – mit der intensiven orangefarbenen Farbe seiner Rinde.

📅 Donnerstag, 24. September 2026, 10 Uhr
📍 Treffpunkt: Botanischer Garten, Besuchszentrum Königin-Luise-Platz
⏱️ Dauer: 180 Minuten
🎟️ Workshop kostenlos, regulärer Eintritt in den Botanischen Garten erforderlich
👥 Für alle

Der Workshop ist eine Kooperation des Botanischen Gartens Berlin mit dem Fachbereich Kultur Steglitz-Zehlendorf.

👉 Tickets & weitere Infos: https://bo.berlin/de/sag-lieber-osagedorn-wie-geht-es-dir-0

Das Werk „They Have No Heart for God“ von Jen Tiger zeigt Pater Schoenmakers, der vor dem ehemaligen Gebäude der Osage-M...
11/08/2026

Das Werk „They Have No Heart for God“ von Jen Tiger zeigt Pater Schoenmakers, der vor dem ehemaligen Gebäude der Osage-Mission steht. Beobachtet wird er dabei von einer jungen Osage-Mutter und ihren Kindern.

Die Osage-Nation zog 1825 nach Kansas, nachdem sie aus Missouri vertrieben wurden. In ihrer verzweifelten Lage wandten sie sich an Katholiken und Missionare wie Pater Schoenmakers, die die Missionsstation, die auf dem Kunstwerk abgebildet ist, errichteten. Von den Missionaren wurden die Osage-Kinder christianisiert und unterrichtet, was zur Folge hatte, dass viele kulturelle Praktiken der Osage-Nation drohten, mit der Zeit verloren zu gehen.

Wer mehr über die Geschichte und kulturelle Identität der indigenen Bevölkerung der Osage-Nation erfahren will, die in den Arbeiten der Künstlerin Jen Tiger aufgearbeitet werden, hat noch bis zum 18. Oktober Zeit, diese im Gutshaus Steglitz zu bestaunen.

Osage Orange – Antje Majewski & Jen Tiger
📍 Gutshaus Steglitz
⏰Mo–So 10–18 Uhr
🎟 Eintritt frei

📸 Jen Tiger, They Have No Heart for God, 2017
© Jen Tiger

Ein herzförmiges Medaillon – Symbol der Liebe. Im Inneren: eine historische Fotografie aus der Carlisle Indian Industria...
04/08/2026

Ein herzförmiges Medaillon – Symbol der Liebe. Im Inneren: eine historische Fotografie aus der Carlisle Indian Industrial School. Reihen namenloser Mädchen. Zwangsweise abgeschnittenes Haar.
Haar ist in indigenen Gemeinschaften heilig. Es wird nur aus bestimmten Gründen geschnitten – zur Trauer, für spirituelle Praktiken. Es ist Teil der Identität: Viele Namen beziehen sich direkt auf das Haar. In Carlisle und anderen Internatsschulen dieser Zeit war das Abschneiden der Haare kein Zufall – es war Methode. Zusammen mit Namensänderungen und dem strikten Verbot der eigenen Sprache diente es einem einzigen Ziel: „Töte den Indianer, rette den Menschen."
Tiger nennt diese Arbeit „politische Arbeit in Schmuckform". Das Medaillon ist Trauerschmuck – aber nicht für eine einzelne Person. Es trauert um einen kollektiven Verlust: indigene Lebensweisen, die systematisch ausgelöscht werden sollten.

Bis zum 18. Oktober zu sehen im Gutshaus Steglitz: Osage Orange von Antje Majewski & Jen Tiger.

📸 Jen Tiger, A-Ba-Shda (To Cut Hair), 2026
© Jen Tiger

28/07/2026

Von der Osage Orange bis zur abgewaschenen Tinte: Zwei Berliner Ausstellungen verbinden Kolonialgeschichte, indigenes Wissen und persische Literatur.

In dem Kunstwerk „Shelterbelts“ verfolgt Antje Majewski die Transformation der Osage-Orange als lebendige Infrastruktur ...
28/07/2026

In dem Kunstwerk „Shelterbelts“ verfolgt Antje Majewski die Transformation der Osage-Orange als lebendige Infrastruktur durch unterschiedliche Formen der Landnutzung. Das Gemälde basiert auf einer Aufnahme eines Interviews mit dem Forstexperten Mark Bays, das Antje Majewski im Jahr 2022 in Oklahoma geführt hat. Zu sehen ist eine große Karte, die die zwischen 1936 und 1942 angelegten Shelterbelts zeigt. Die Osage-Orange wurde einst als lebender Zaun, als Windschutzbepflanzung, also Shelterbelts, genutzt, weil die dichten und dornigen Hecken als besonders widerstandsfähig galten.

Wenn Sie mehr über die Bedeutung der Osage-Orange für die amerikanische Landschaft erfahren wollen, können Sie die Ausstellung noch bis zum 18. Oktober 2026 besuchen. Einen tieferen Einblick in die Thematik bietet außerdem unser Katalog zur Ausstellung, den Sie im Gutshaus oder im Buchhandel erwerben können.

📸 Antje Majewski, Shelterbelts, 2026
© Antje Majewski / VG Bild-Kunst, Bonn; courtesy the artist and neugerriemschneider, Berlin; Foto: Jens Ziehe
Ausstellungsansicht: Ludger Paffrath

Der Titel von Jen Tigers Diptychon „The Arts of Civilized Life“ ist bittere Ironie. „Die Künste des zivilisierten Lebens...
21/07/2026

Der Titel von Jen Tigers Diptychon „The Arts of Civilized Life“ ist bittere Ironie. „Die Künste des zivilisierten Lebens" – das war der Auftrag der Missionare, die 1821 die Harmony Mission für die Osage gründeten. Landwirtschaft und Holzverarbeitung für Jungen. Spinnen, Weben, Nähen für Mädchen. Ein Lehrplan, der die Osage nicht nur christianisieren, sondern grundlegend umprogrammieren sollte.
Jen Tiger, Bürgerin der Osage Nation, hat jahrelang in Archiven gegraben und Stimmen freigelegt, die diese Geschichte aus der Perspektive derer erzählen, die sie verordnet haben. Was dort als „Erziehung" erscheint, war ein systematischer Versuch, eine Weltsicht durch eine andere zu ersetzen

Die Arbeit ist bis zum 18. Oktober in der Ausstellung „Osage Orange“ im Gutshaus Steglitz zu sehen.

📸 Jen Tiger, The Arts of ‘Civilized Life', 2017, Ausstellungsansicht: Ludger Paffrath
© Jen Tiger

Zäune aus lebendem Holz, Tausende von Meilen lang, dicht und dornig. Bevor es Stacheldraht gab, hielten Reihen aus Osage...
14/07/2026

Zäune aus lebendem Holz, Tausende von Meilen lang, dicht und dornig. Bevor es Stacheldraht gab, hielten Reihen aus Osage-Orange-Bäumen die Prärie in Schach. Die Siedler pflanzten sie in engen Reihen, ließen sie zu einem verworrenen Dickicht zusammenwachsen, schnitten sie zurück und verwendeten das nachwachsende Holz als Zaunpfähle – ein vollständiger Kreislauf aus lebendem Material. Der Stacheldraht, der später die amerikanische Landschaft so grundlegend prägen sollte, wurde nach ihrem Vorbild entworfen: Die Dornen des Baums wurden ins Metall übersetzt. Und derselbe Baum, der half, Land einzuzäunen und in Besitz zu verwandeln, wurde Jahrzehnte später millionenfach als Windschutzstreifen gepflanzt – um die ökologischen Folgen eben dieser Inbesitznahme abzumildern.
Antje Majewskis Ausstellung folgt dieser langen, verflochtenen Geschichte.

Die Ausstellung „Osage Orange“ von Antje Majewski und Jen Tiger ist bis zum 18. Oktober 2026 im Gutshaus Steglitz zu sehen. Der Eintritt ist frei.

📸 Antje Majewski, Osage Orange II, 2026
© Antje Majewski / VG Bild-Kunst, Bonn; courtesy the artist and neugerriemschneider, Berlin; Foto: Jens Ziehe

Adresse

Schloßstraße 48
Berlin
12165

Öffnungszeiten

Montag 10:00 - 18:00
Dienstag 10:00 - 18:00
Mittwoch 10:00 - 18:00
Donnerstag 10:00 - 18:00
Freitag 10:00 - 18:00
Samstag 10:00 - 18:00
Sonntag 10:00 - 18:00

Telefon

+4930902992302

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