29/09/2026
vor 120 Jahren wurde Herbert Sonnenfeld in Berlin-Neukölln geboren. Als einer der wenigen jüdischen Fotografen dokumentierte er in den 1930er-Jahren jüdisches Leben in Berlin und Umgebung: Theater- und Opernaufführungen, Konzerte und Ausstellungen, jüdischen Sport, Schulen und Wohlfahrtseinrichtungen – aber auch Abschiede von Menschen, die Deutschland verlassen mussten.
Seine rund 3.000 Negative aus den Jahren 1933 bis 1938 gehören heute zu den bedeutendsten Beständen der Fotografischen Sammlung des Jüdischen Museums Berlin. Sie zeigen jüdisches Leben nicht allein unter den Bedingungen von Verfolgung und Ausgrenzung, sondern auch in seiner Vielfalt, seinem Alltag und seiner kulturellen Lebendigkeit.
Sonnenfelds Fotografien sind damit mehr als historische Dokumente: Sie geben Menschen, Orten und Momenten ein Gesicht und bewahren Einblicke in eine jüdische Lebenswelt, die durch die nationalsozialistische Verfolgung gewaltsam zerstört wurde.
1988 konnte ein Teil seines Nachlasses für die Sammlung des damaligen Berlin Museums erworben werden. Nach der Eröffnung des Jüdischen Museums Berlin wurde der Bestand wissenschaftlich erschlossen, digitalisiert und 2012 als einer der ersten Sammlungsbestände online zugänglich gemacht.
🔎 Mehr über Herbert Sonnenfeld und seine Fotografien findet ihr in den Kommentaren!
📷 Leni Sonnenfeld fotografiert ihren Mann Herbert, Berlin ca. 1935, Ankauf aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin
📷 Leni Sonnenfeld mit einer von Walter Cohn angefertigten Maske von sich, Berlin Ende 1935, Ankauf aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin
📷 Schüler der Theodor-Herzl-Schule während einer Theateraufführung von "Wie die Chelmer den Mond fingen", Berlin, Februar 1937, Schenkung von Steven Dorner
📷 Frieda Glücksmann und Kinder beim Essen im Freien im Jüdischen Erholungsheim in Lehnitz, ca. 1934–1935, Schenkung von Ernest J. Mann, früher Ernst Glücksmann