Pilecki-Institut

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17/09/2021

Zum Jahrestag der sowjetischen Besetzung Polens

Marian Kolasa erinnert sich an den Kampf gegen zwei Besatzer und was der Einmarsch der Sowjetunion am 17.09 für Polen bedeutete.

Ein sehenswerter Beitrag unseres neuen englischsprachigen Twitter-Profils https://twitter.com/ThePileckiInst

Zuletzt hat Alexander Lukashenko den Tag der nationalen Einheit, d.h. einen neuen Feiertag, eingeführt: Er findet am 17....
17/09/2021
Deutsch The Soviet Union faces Poland and the West

Zuletzt hat Alexander Lukashenko den Tag der nationalen Einheit, d.h. einen neuen Feiertag, eingeführt: Er findet am 17.09, also heute , statt - am Jahrestag des sowjetischen Einmarsches in Polen. Der Einmarsch war eine Folge des Hitler-Stalin Pakts. Lukashenka: "Hätte es den 17.09 nicht gegegen, gäbe es unser Land nicht!". Für ihn ist es eine "wichtige Etappe auf dem Weg der Entstehung der belarusischen Nation".

Vor einem Jahr haben wir eine Diskussion über den 17.09 organisiert, welche u.a. folgende Fragestellung thematisierte:

"Sind der Hitler-Stalin-Pakt vom August 1939 und die
sowjetische Besetzung Polens, die im September 1939 begann, in den europäischen Erinnerungskulturen überhaupt präsent?"

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie wichtig Erinnerungskulturen sind und welch starken Präsenzbezug sie aufbauen können. Deswegen empfehlen wir heute diese Diskussion, um die Hintergründe und das, was vor und nach dem 17.09 passierte, besser zu verstehen.

Veranstaltungsbeschreibung:

In diesem Jahr feiern wir den hundertsten Jahrestag der Schlacht bei Warschau am 15. August 1920 – dem entscheidenden Moment des polnisch-sowjetischen Krieges, als Polen seine Unabhängigkeit behielt und die weitere sowjetische Offensive im Westen stoppte.
Die Sowjetunion gab jedoch ihre Absichten, nach Westen zu expandieren, nicht auf, was sich später im Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt, der mit dem Dritten Reich am 23. August 1939 geschlossen wurde, und im Einmarsch in Polen am 17. September 1939 niederschlug.

Wie hat die UdSSR Polen und den
Westen gesehen? Welche Pläne und Strategien waren damit verbunden? Welchen Platz nimmt der polnisch-bolschewistische Krieg in den westlichen Erinnerungskulturen ein, und welchen Platz nimmt er in der russischen Erinnerungskultur ein? Sind der Hitler-Stalin-Pakt vom August 1939 und die sowjetische Besetzung Polens, die im September 1939 begann, in diesen Erinnerungskulturen überhaupt präsent?

Diese Themen wurden von unseren Gästen diskutiert: Jan Behrends, Françoise Thom i Wojciech Kozłowski. Die Diskussion wird von Mateusz Fałkowski moderiert.

https://youtu.be/22ZGAMV-SiY

"The Soviet Union faces Poland and the West"Donnerstag, 17.09.2020, 18.00 | Online- Diskussion | Jan Behrends, Françoise Thom und Wojciech Kozłowski | Modera...

Am letzten Tag von Exercising Modernity in Gdynia durften wir einen ganz besonderen Gast willkommen heißen: Diego, der t...
13/09/2021

Am letzten Tag von Exercising Modernity in Gdynia durften wir einen ganz besonderen Gast willkommen heißen: Diego, der treue, 100% zuverlässige Weggefährte unserer Direktorin Hanna Radziejowska, welcher unten zu sehen ist :).

Doch damit nicht genug: Zu den weiteren Highlights gehörte ein Vortrag von Prof. David Crowley (https://youtu.be/iICjEqhIbkI), einem Historiker und Kurator, welcher sich in seiner Arbeit intensiv mit der Kunstszene Ostmitteleuropas der kommunistischen Ära auseinandersetzt. Dies lässt sich auch an mehreren Titeln seiner Bücher erkennen, z.B. National Style and Nation-State. Design in Poland oder eine zusammen mit Susan Reid verfasste Trilogie: Socialism and Style. Material Culture in Post-war Eastern Europe; Socialist Spaces. Sites of Everyday Life in the Eastern Bloc; und Pleasures in Socialism: Leisure and Luxury in the Eastern Bloc. Er hat auch mehrere Ausstellungen kuratiert, darunter Cold War Modern’ im V&A Museum in London.

Ausgestattet mit dieser außergewöhnlichen Expertise, nahm sich Prof. David Crowley eines ebenso außergewöhnlichen Themas an: Die Werke und Lebensläufe avantgardistischer Künstler und Designer, die sich 1960 in einer historisch interessanten Situation wiederfanden. Sie erlebten jene Zukunft, über die sie 40 Jahre zuvor spekuliert hatten, welche sie zu Zukunftsphantasien und futuristischen, künstlerisch-avangartdistischen Höchstleistungen inspirierte. Unter radikal veränderten Vorzeichen konnten sie nun erleben, was es heißt, wenn Zukunft zur Gegenwart wird. Zu den Protagonisten dieses Vortrags gehörten Künstler wie Henryk Stażewski, Henryk Berlewi, Lajos Kassák, Władysław Strzemiński.

Und wo wir schon bei „außergewöhnlich“ sind: Das darauf folgende Workshop hatte es auch in sich. Es wurde von Alicja Bielawska geführt und zusammen mit CENTRALA organisiert. Letzteres meint ein Architektur- und Researchstudio, welches ein originelles, eher dynamisch-prozessual als statisch ausgerichtetes Architekturkonzept vertritt und häufig Debatten stimuliert, um Nachkriegsbauten als Kulturgut zu schützen. „Clothed Home“ nannte sich der Workshop für die EM-Teilnehmer:innen, bei welchem die im Titel angesprochenen Textilien und Kleider der Ausarbeitung einer philosophischen Vision dienen. In der modernen Zivilisation fest eingenistet, zwischen klimatisierten Arbeitsbüros und Wohnungen mit Zentralheizung, sei dem Menschen der Sinn für die zyklische Veränderungen in der Natur abhandengekommen. Eine stärkere Integration der Architektur und der Inneneinrichtungen mit Kleidern und Textilien, welchen der oben beschriebene Zyklus innewohnt, mag uns dieses Wissen und Bewusstsein wieder in Erfahrung bringen.

4 Tage voller inspirierender Vorträge, horizont-erweiternder Workshops und direkt vor Ort erlebter Erfahrungen mit der Moderne in Gdynia liegen hinter uns. Möglich war das auch dank dem Instytut Adama Mickiewicza, dem Mitveranstalter von Exercising Modernity.

13/09/2021

Ein Zug mit Witold Pilecki Comic-Zeichnungen fährt heute durch Berlin!

Unser Gedenken an den 120. Geburtstag von Witold Pilecki - in Zusammenarbeit mit @PKP.Intercity

Lieber Berliner:innen, vielleicht sehen Sie den Zug ja heute auch oder sind gar sein Fahrgast!

Ostmitteleuropa als Exerzierfeld der Moderne, Stefan Żeromskis Gläserne Häuser und das "Zeitalter der Extreme" - Exercis...
12/09/2021

Ostmitteleuropa als Exerzierfeld der Moderne, Stefan Żeromskis Gläserne Häuser und das "Zeitalter der Extreme" - Exercising Modernity Tag 3

Zu Beginn führte uns die Architekturhistorikerin Weronika Szerle in einen neuen Themenbereich ein: Es ging zwar wieder um die Architektur der Innenräume und das Innendesign, aber explizit anvisiert wurden diesmal modernistische Gebilde im Luxussegment, darunter auch das größte Gebäude dieser Art, der Klassiker: Das Wohngebäude der Bank Gospodarstwa Krajowego (etwa "staatliche polnische Förderbank"). Treppenhäuser und die verschiedensten Ausbaumaterialien, darunter Terrakottafliesen, Terrazzo und Marmor rundeten das Bild ab und deckten eine weitere Facette modernistischer Baukunst ab.

Als Autor eines anerkannten Buchs zu dem Thema ("Brokers of Modernity. East Central Europe and the Rise of Modernist Architects, 1910-1950) nahm Prof. Martin Kohlrausch, mit welchem wir im Rahmen von Exercising Modernity regelmäßig zusammenarbeiten (https://youtu.be/wvkqydmJDsE), im nächsten Teil die EM-Teilnehmer:innen auf eine wahre Grand Tour durch die modernistische polnische Architekturszene der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit. Im Buch schreibt Prof. Kohlrausch dabei Ostmitteleuropa die Funktion eines Exerzierfelds der Moderne zu - durch die Dynamik der Region in der Zwischenkriegszeit bot diese viele Gelegenheiten, modernistische Experimente über die rein theoretische Reflexion hinaus auch architektonisch umzusetzen.

Es zeigt aber auch, dass der polnische Modernismus vor allem eins war: ein globales Phänomen. Dafür stehen die engen Kontakte zum Congrès international d’architecture moderne, kurz genannt CIAM, einer internationalen, in den Jahren von 1928 bis 1959 stattfindenden Reihe von Kongressen für Architekten und Stadtplaner, die als Denkfabrik zu verschiedensten Themen der Architektur und des Städtebaus fungierte.

Dabei rückte Prof. Kohlrausch drei thematische Schwerpunkte in den Fokus:

1.) Die Wechselwirkungen zwischen den gesellschaftlich-politischen Verhältnissen der Zweiten Republik und der Geburt der modernistischen Architekten, die immer stärker zu einem bewussten, identitätsstiftenden Kollektiv zusammenwuchsen.

2.) Das Konzept der "Brokers of Modernity", dank welchem man die modernistischen Architekten dieser Epoche auch historisch einordnen kann.

3.) Das Vermächtnis der Moderne und ihre Rolle im "Zeitalter der Extremen" - ein Begriff der auf Eric Hobsbawms bekannte historische Quadrologie zurückgeht und die permanenten politisch-gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts meint. Welchen Einfluss hatte das auf die Architekten, auf ihre Lebensläufe und wie häufig zwang es sie dazu, schwierige persönliche und politische Entscheidungen zu treffen? Und inwiefern half die Moderne als eine Ansammlung von Glaubenssätzen ihnen dabei, diese schwierigen Hürden zu meistern?

Dabei führte Prof. Kohlrausch ein interessantes, weil durchaus riskantes, epistemisches Experiment durch: Als virtuellen Zeitzeugen lud er Stefan Żeromski ins Seminar ein, obwohl dieser bei den oben beschrieben Gegebenheiten häufig gar nicht direkt dabei war (er starb 1925). Trotzdem offenbaren seine Werke eine Lesart der Moderne, die neue Erkenntnisse in Petto hat.

Kenner der polnischen Literatur dürfte hierbei wenig überraschen, dass Prof. Kohlrausch sich an der Stelle der Metapher der Gläsernen Häuser bediente. Diese stammt aus einem der bekanntesten Romane von Stefan Żeromski "Przedwiośnie" (Vorfrühling). Einer der Protagonisten des Buchs Seweryn Baryka flüchtet vor der Revolution in Russland und befindet sich im Zug aus Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans, in welcher sein Sohn geboren wurde. Er versucht seinen Sohn davon zu überzeugen, in die "Heimat", nach Polen, in welchem sein Sohn noch nie war, zurückzukehren.

Er schwelgt in der Vision von "Gläsernen Häusern", welcher ein weit entfernter Verwandter angeblich konzipiere und baue. Aus Meeressand und Wasser gebaut, würden diese viele Vorteile bieten: Sie seien zugleich günstig, komfortabel und Ausdruck von sozialer Gerechtigkeit. Die Metapher galt als erstrebenswerte langfristige Vision für das erst jüngst die Unabhängigkeit wiedererlangte Polen der Zwischenkriegszeit. Es steht dafür, dass es keinen Widerspruch geben darf zwischen einem erhabenen materiellen Standard für alle und der Umsetzung von Idealen wie der sozialen Gerechtigkeit.

Auch der Titel der Exercising Modernity Veranstaltungsreihe "Häuser aus Glas? Polen und Europas Ringen um die Moderne im 20. Jahrhundert." nahm Bezug auf diese bekannte Metapher: https://www.youtube.com/playlist?list=PL-hpbAC2R-04ubcmifFfdghcDmuCFE56z

Heute wird der "Primas des Jahrtausends" Kardinal Stefan Wyszyński seliggesprochen - gerade aus politischer Sicht eine z...
12/09/2021
Kardynał Wyszyński a Żydzi - sprzeciw wobec antysemityzmu w czasie dwóch totalitaryzmów

Heute wird der "Primas des Jahrtausends" Kardinal Stefan Wyszyński seliggesprochen - gerade aus politischer Sicht eine zentrale Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts

Hier ein paar wesentliche Fakten, bevor wir in den nächsten Tagen noch einen längeren Artikel veröffentlichen.

"Wyszynski leitete von 1948 bis 1981 die Polnische Bischofskonferenz und genoss auch als Gegenspieler des kommunistischen Regimes in Warschau hohes Ansehen. Zudem war er ein Förderer des jungen Krakauer Erzbischofs Kardinal Karol Wojtyla (1920-2005), der 1978 zum Papst gewählt wurde und als Johannes Paul II. entscheidend zum Sturz des Kommunismus beitrug. Auch Wyszynski wird von seinen Landsleuten hoch angerechnet, dass er die geistige Freiheit gegen die politischen Machthaber in Polen verteidigte. Die Kommunisten steckten ihn von 1953 bis 1956 ohne Prozess ins Gefängnis."

In den letzten Wochen sind zudem neue Fakten ans Tageslicht gekommen: Kard. Wyszyński half vielen Juden im Zweiten Weltkrieg und kritisierte die kommunistische Regierung offen im März 1968: https://www.onet.pl/informacje/kai/kardynal-wyszynski-a-zydzi-sprzeciw-wobec-antysemityzmu-w-czasie-dwoch-totalitaryzmow/0yp3wfy,30bc1058

Bei der vom Präfekten der vatikanischen Heiligsprechungskongregation Kardinal Marcello Semeraro geleiteten Feier in Warschau wird zudem auch die polnische Ordensgründerin Elzbieta Roza Czacka (1876-1961) seliggesprochen.

W czasie II wojny światowej ksiądz profesor Stefan Wyszyński, choć sam zagrożony niemieckimi represjami, angażował się w pomoc Żydom. Z kolei już jako prymas, potępił antysemicką nagonkę władz PRL w 1968 r. To wciąż szerzej nieznane karty z życiorysu kardynała, który zostanie wyn...

Ein (zweiter) Traum namens Gdynia -  Eindrücke vom zweiten Tag bei Exercising Modernity  Der erste im Titel angesprochen...
11/09/2021

Ein (zweiter) Traum namens Gdynia - Eindrücke vom zweiten Tag bei Exercising Modernity

Der erste im Titel angesprochene Traum von Gdynia, d.h. der Wandel der Stadt von einer Hafenstadt, dem "Tor zur Welt" hin zu einer Musterschülerin der Moderne. wurde bereits am vorigen Tag besprochen. Diesmal ging es auch um die Vision von Gdynia der Nachkriegsarchitekten - um strukturelle Kontinuitäten, Bruchlinien und alles, was dazwischen fällt, wenn es um die Stadtlandschaft von Gdynia nach und vor 1945 geht. Die Kunsthistorikerin Agata Abramowicz beschrieb den Traum von Gdynia der Nachkriegsarchitekten mitsamt aller potenzieller Ambivalenzen und Komplikationen, die diesem Unternehmen anhafteten. Da die Zweite Republik im offiziellen Narrativ der kommunistischen Machthabern nach 1945 als "reaktionär" und "Ausbeutungssystem" bezeichnet wurde, war es nicht möglich, das damalige Selbstverständnis von Gdynia zu übernehmen und, offen in dieser Tradition stehend, einfach die Stadtgeschichte um ein weiteres modernistisches Kapitel zu bereichern. Das Gegenteil davon war jedoch auch undenkbar: Das modernistische Erbe von Gdynia zu ignorieren oder gar ungeschehen machen zu wollen.

Im nächsten Seminar, geleitet vom Architekten und Kurator Kacper Kępiński, wurde das Thema Moderne und die Zukunft der Stadt auf eine höhere Meta-Ebene verlegt. Dabei griff Kępiński Themen auf, die im deutschen akademischen Diskurs mit illustren Autoren wie Jürgen Osterhammel (die moderne Transformation im 19. Jahrhundert), Karl Schlögel ("Der Sinn für den Raum, in dem alle Geschichte spielt, sei abhanden gekommen im 20. Jahrhundert") oder auch Peter Sloterdijk (der Begriff der Sphären, welcher klassische überholte metaphysische Vorstellungen von Ort und Zeit ersetzen soll) in Verbindung gebracht werden. Elektrifizierung, Radio, Fernsehen, Gas-Pipelines, Satelliten und Kabel, die den ganzen Planeten Erde umspannen - das alles erlaubte zunächst eine deutliche Beschleunigung des Handels und des Resourcentransports, im nächsten Schritt dann auch die radikale Verbreitung zweier im 21. Jahrhundert besondes bedeutsamer Resourcen: Wissen und Information.

Die utopischen Visionen der Moderne interpretierten häufig die moderne Stadt als zentralen Ort der Kommunikation und des Austauschs. Was bleibt von dieser Vision der Stadt ob der radikalen technologischen Umbrüche im - wie es der Soziologe Manuel Castells mal genannt hat - Jahrhundert der Kommunikation? Von dieser Frage ausgehend, zeigte Kacper Kępiński dann, wie man Städte als Netzwerke verstehen kann - und daran angeknüpft auch neue Lösungen für wichtige zeitgenössische Herausforderungen wie z.B. den Klimawandel finden kann.

Zum Schluss beschäftigte sich noch die Co-Kuratorin von Exercising Modernity Aleksandra Janus mit utopischen modernistischen Visionen der Gesellschaft und welche Rolle darin die Konzepte der Kindheit und der Erziehung spielen.

Jetzt auch wieder offline und vor Ort – seit gestern „üben“ wir „Modernität“ in Gdynia!Die dritte Edition von Exercising...
10/09/2021

Jetzt auch wieder offline und vor Ort – seit gestern „üben“ wir „Modernität“ in Gdynia!

Die dritte Edition von Exercising Modernity, unserem deutsch-polnisch-israelischen Kooperationsprojekt zum intellektuellen und kulturellen Austausch geht in die nächste Runde. Nachdem wir uns im Winter, als EM pandemiebedingt online stattfinden musste, vor allem mit den unterschiedlichen Denkschulen und künstlerischen Interpretationen der Moderne sowie den individuellen Hintergründen der EM-Teilnehmer:innen auseinander gesetzt haben, war es nun an der Zeit, dieses Wissen im wahrsten Sinne des Wortes vor Ort anzuwenden.

Wer vermutet, dass die Sammelbegriffe bzw. Metaphänomene „Ostmitteleuropa“ und „Moderne“ eine zumindest unterschwellige, wenn nicht gar absolut offensichtliche Affinität verbindet , dürfte dabei wenig überrascht sein, dass die Wahl auf Gdynia fiel. Ursprünglich als Hafenstadt Polens, als „Kind des Meeres“ und „Tor zur Welt“ der jungen polnischen Zweiten Republik gedacht, nahm die Stadt immer selbstbewusster die Identität der „Tochter der Moderne“ an. Sie wollte sich damit auch wacker als Zukunftsmodell und Alternative zum traditionsverhafteten Gdansk behaupten (mehr dazu: https://youtu.be/mz8xJjUbLBc).

Den Anfang der EM-Bildungsreise markierte ein Stadtrundgang durch Gdynia, organisiert vom Stadtmuseum Gdynia. Weiter ging es mit einer einführenden Vorlesung: „Gdynia – the sea, port, architecture and more“, die bereits im Titel die unterschiedlichen historischen Assoziationen, die Gdynia weckt, auflistet. Weronika Szerle, Kuratorin vieler preisgekrönter Ausstellungen, beschreibt dabei Gdynia als das „Phänomen einer Jungen Stadt“, welche, inklusive ihrer modernen, in der Küstenlandschaft eingebetteten Architektur, während der beiden Zwischenkriegsdekaden Gestalt angenommen hat. Allerdings stach hier nicht nur das Äußere hervor, sondern im wahrsten Sinne des Wortes auch das Innere. Deswegen beschrieb Szerle auch die Inneneinrichtungen, das Innendesign, die Decor- und Möblierungsentwürfe, die zu dieser Zeit in Gdynia als „in“ und „hip“ galten.

Adresse

Pariser Platz 4a
Berlin
10117

Öffnungszeiten

Dienstag 10:00 - 17:00
Mittwoch 10:00 - 18:00
Donnerstag 10:00 - 18:00
Freitag 10:00 - 18:00
Samstag 10:00 - 18:00
Sonntag 10:00 - 18:00

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Das ist meine Tochter Tracy
Trailer zum deutsch-polnischen Kriminalroman
Gratuliere, endlich eine vernünftige Idee auf Deutsch über deutsche Verbrechen Schreiben, gegen die Antipolnische Propaganda offensiv vorgehen. Nur so weiter. Solche Seiten sollen auch in englischer Sprache betrieben werden. Nicht nur sich wehren defensiv agieren, aber auch aktiv sich gegen die Verleumder vorgehen Alles Gute.
Geschichtswissen ist immer gut um zu verstehen wo wir im Strom des Lebens stehen. Ohne Vergangenheit keine Gegenwart und keine Zukunft.
Russia 1943 ▶ German excavations of the mass graves of the Katyn massacre - Mass ex*****on of Polish officers by the Soviet NKVD near Smolensk https://www.facebook.com/GermanHistory/videos/349634108777554/ The Katyn massacre was a series of mass ex*****ons of Polish intelligentsia carried out by the Soviet Union, specifically the NKVD ("People's Commissariat for Internal Affairs", aka the Soviet secret police) in April and May 1940. Though the killings took place at several places, the massacre is named after the Katyn Forest, where some of the mass graves were first discovered. The massacre was prompted by NKVD chief Lavrentiy Beria's proposal to execute all captive members of the Polish officer corps, dated 5 March 1940, approved by the Politburo of the Communist Party of the Soviet Union, including its leader, Joseph Stalin. The number of victims is estimated at about 22,000. The victims were executed in the Katyn Forest in Russia, the Kalinin and Kharkiv prisons, and elsewhere. Of the total killed, about 8,000 were officers imprisoned during the 1939 Soviet invasion of Poland, another 6,000 were police officers, and the rest were Polish intelligentsia the Soviets deemed to be "intelligence agents, gendarmes, landowners, saboteurs, factory owners, lawyers, officials, and priests". As the Polish Army officer class was representative of the multi-ethnic Polish state, the killed also included Ukrainians, Belarusians, and Polish Jews including the Chief Rabbi of the Polish Army, Baruch Steinberg. The government of N**i Germany announced the discovery of mass graves in the Katyn Forest in April 1943. When the London-based Polish government-in-exile asked for an investigation by the International Committee of the Red Cross, Stalin immediately severed diplomatic relations with it. The USSR claimed the N**is had murdered the victims in 1941 and it continued to deny responsibility for the massacres until 1990, when it officially acknowledged and condemned the perpetration of the killings by the NKVD, as well as the subsequent cover-up by the Soviet government. An investigation conducted by the office of the Prosecutors General of the Soviet Union (1990–1991) and the Russian Federation (1991–2004) confirmed Soviet responsibility for the massacres but refused to classify this action as a war crime or an act of genocide. The investigation was closed on the grounds the perpetrators were dead, and since the Russian government would not classify the dead as victims of the Great Purge, formal posthumous rehabilitation was deemed inapplicable. In November 2010, the Russian State Duma approved a declaration blaming Stalin and other Soviet officials for ordering the massacre. ———————————- Beim Massaker von Katyn erschossen Angehörige des sowjetischen Volkskommissariats für Innere Angelegenheiten (NKWD) vom 3. April bis 11. Mai 1940 etwa 4400 gefangene Polen, größtenteils Offiziere, in einem Wald bei Katyn, einem Dorf 20 Kilometer westlich von Smolensk. Diese Tat gehörte zu einer Reihe von Massenmorden an 22.000 bis 25.000 Berufs- oder Reserveoffizieren, Polizisten und anderen Staatsbürgern Polens, darunter vielen Intellektuellen. Die Entscheidung zu diesen Massenmorden fällte der sowjetische Diktator Josef Stalin, die daraufhin vom Politbüro der Kommunistischen Partei befohlen und an mindestens fünf verschiedenen Orten in den Unionsrepubliken Russland, Ukraine und Weißrussland ausgeführt wurden. Der Ortsname „Katyn“ repräsentiert in Polen diese Mordreihe und wurde zum nationalen Symbol für das Leiden von Polen unter sowjetischer Herrschaft im Zweiten Weltkrieg. Im Sommer 1942 fanden polnische Zwangsarbeiter der Deutschen bei Katyn ein Massengrab der Ermordeten. Das NS-Regime gab die Funde ab 11. April 1943 bekannt, um die Anti-Hitler-Koalition zu schwächen und von eigenen Verbrechen abzulenken. Die Sowjetunion leugnete ihre Verantwortung, lehnte eine internationale Untersuchung ab und lastete das Verbrechen dem NS-Regime an. An dieser Geschichtsfälschung hielt sie bis 1990 fest. In den 1950er-Jahren stellten polnische Publizisten und ein vom US-Kongress eingesetzter Ausschuss die NKWD-Täterschaft fest. Nach neuen Dokumentfunden dazu räumte der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow am 13. April 1990 die Verantwortung der Sowjetunion für diese Massenmorde ein und entschuldigte sich später beim polnischen Volk. Die Ministerpräsidenten Russlands und Polens, Wladimir Putin und Donald Tusk, gedachten 2010 in Katyn erstmals gemeinsam der Opfer des Verbrechens. Noch lebende Täter wurden jedoch nicht strafverfolgt. Opferangehörige klagten in Russland erfolglos auf Einsicht in die Ermittlungsakten, behördliche Auskunft über die Todesumstände der Opfer, deren juristische Rehabilitierung und Entschädigungen.
Wczorajszy konzert awangarda i eksperyment w jednym. Zaraz na pierwszej kolumnie trafiłam na błąd ortograficzny i złe przetłumaczenie. Jest na niej od otwarcia insytutu 16.09.19. Czy nie było czasu aby to poprawić? Czy trzeba się wstydzić? Zwróciłam na to uwagę pani dyrektor. Wie o tym. Ręce opadają.