Pilecki-Institut

Pilecki-Institut Kultur- und Forschungsinstitut zur Geschichte des 20. Jahrhunderts, Polens sowie Ost- und Mitteleuropas
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Die Welt schreibt: "Die polnische Historikerin Radziejowska setzt sich für ein neues Erinnern an den Zweiten Weltkrieg u...
18/06/2026

Die Welt schreibt: "Die polnische Historikerin Radziejowska setzt sich für ein neues Erinnern an den Zweiten Weltkrieg und die Opfer der NS-Verbrechen ein. Im Interview erklärt sie, warum inzwischen ein echtes Umdenken in Deutschland stattfindet – und was das mit Russland zu tun hat."

Das Interview ist heute in Print und online erschienen: https://www.welt.de/politik/ausland/article6a1d7943ae59523b137e411d/verhaeltnis-zu-polen-der-deutsche-blick-nach-osten-ist-voller-erinnerungsluecken.html

Hanna Radziejowska: „Die russische Gesellschaft ist militarisiert, von Propaganda durchdrungen, die Konsequenzen des Krieges dringen in sie ein, die Mechanismen des Regimes prägen sie. Die Geschichte zeigt: Das geht nicht auf einmal weg. Vor uns Polen und Deutschen, vor ganz Europa, liegt also eine gewaltige Aufgabe. Die grausame deutsche NS-Besatzung Polens hat unsere Beziehungen in Geiselhaft genommen.

Wir können nur dann zusammen nach vorn schauen, wenn wir uns mit diesem Teil der Geschichte gemeinsam auseinandersetzen. Das Denkmal ist ein wesentlicher Teil davon. Sicher, in Polen sind viele irritiert, dass die Debatten so lange gedauert haben, dass nach dem Beschluss erst mal nichts geschehen ist. Aber ich komme aus der Praxis, ich weiß, dass die Arbeit an Erinnerung Kraft und Ausdauer erfordert."

WELT

Mit dem NDR sprach Mateusz Fałkowski über die Frage, ob der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag, der vor 35 Jahren g...
17/06/2026

Mit dem NDR sprach Mateusz Fałkowski über die Frage, ob der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag, der vor 35 Jahren geschlossen wurde, ein Erfolg war.

„Das kommt darauf an, wie man Erfolg definiert. Wenn man schon lange mit jemandem befreundet ist, hat man auch hohe Erwartungen. Aus polnischer Sicht war das durchaus ein Erfolg, aber zugleich waren diese Jahre definitiv zu asymmetrisch und zu wenig partnerschaftlich. Diese Stimmung ist in Polen aktuell zu hören und zu sehen“, sagt Mateusz Fałkowski.

https://www.ndr.de/nachrichten/info/soziologe-fakowski-zur-deutsch-polnischen-beziehung-zu-wenig-zu-spaet,audio-3304452.html

NDR.de

Hanna Radziejowska im SPIEGEL-Interview: "Ein wenig mehr Demut wäre angebracht" „Lange warf man in Polen den Deutschen v...
17/06/2026

Hanna Radziejowska im SPIEGEL-Interview: "Ein wenig mehr Demut wäre angebracht"

„Lange warf man in Polen den Deutschen vor, ihre düstere Vergangenheit zu verdrängen. Das Interesse an den NS-Akten sorgt im Nachbarland nun für Erleichterung. Historikerin Hanna Radziejowska warnt dennoch vor blinden Flecken, die bleiben.“ schreibt Jan Puhl im Vorspann des Interviews.

https://spiegel.de/ausland/polen-wie-das-deutsche-interesse-an-der-nazikartei-aufgenommen-wird-a-438b7526-1d6f-4bc5-99e6-df2a9b0fc8b0

Herausgekommen ist ein Gespräch über den Wandel sowie die Licht- und Schattenseiten der deutschen Erinnerungskultur, über unsere IPSOS-Studie und die weiterhin eklatanten Wissenslücken in der Wahrnehmung Polens sowie darüber, warum zugleich das geplante Denkmal eine „echte Revolution in der Erinnerungskultur“ darstellt. Thematisiert wird außerdem die Herausforderung, Polen nicht ausschließlich als Opfer, sondern als „Mitbefreier Europas“ im Zweiten Weltkrieg wahrzunehmen: als ein Land, dessen Soldaten sowohl zur Befreiung Europas von der deutschen NS-Herrschaft als auch entscheidend zum Aufbau des demokratischen Nachkriegsdeutschlands beitrugen.

Hanna Radziejowska erkennt die positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre an, verweist jedoch zugleich auf zahlreiche blinde Flecken und ungelöste Aufgaben. Die Erinnerung an die Ermordung von rund 100.000 Angehörigen der polnischen Eliten im Rahmen der sog. Intelligenzaktion, des Raubs von etwa 550.000 Kunstwerken aus Polen sowie des Schicksals der sterblichen Überreste Zehntausender ermordeter Polen, die bis heute auf deutschem Boden nicht gefunden wurden.

Im Gespräch erläutert sie außerdem, wie Russlands Angriff auf die Ukraine den deutschen Blick auf Mittel- und Osteuropa verändert hat. Der Krieg habe zu einer Neubewertung Russlands, zu einer stärkeren Wahrnehmung der historischen Erfahrungen der mittel- und osteuropäischen Nationen sowie zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem sowjetischen Totalitarismus geführt. Zugleich fragten heute mehr Menschen danach, welche Verantwortung Deutschland für die während des Zweiten Weltkriegs in Polen, der Ukraine, Belarus und anderen Teilen Osteuropas begangenen Verbrechen trägt.

Als eine „echte Revolution in der Erinnerungskultur“ bezeichnet Radziejowska hingegen das geplante Denkmal für die polnischen Opfer der deutschen Besatzung in Berlin. Es würdige Menschen, die verfolgt und ermordet wurden, weil sie polnische Staatsbürger waren. Zugleich plädiert sie dafür, Polen nicht ausschließlich als Opfer, sondern auch als „Mitbefreier“ Europas von der deutschen nationalsozialistischen Herrschaft wahrzunehmen.

"Polen kämpften an allen Fronten des Zweiten Weltkriegs und stellten zahlenmäßig die viertgrößte alliierte Streitmacht. Zudem kämpften sie länger als jede andere alliierte Nation – nämlich seit dem 1. September 1939. Polnische Soldaten hissten Anfang Mai 1945 nach der Schlacht um Berlin ihre Flagge auf der Siegessäule. Auch in Berlin gehörten zahlreiche Angehörige der polnischen Minderheit zum Widerstand gegen Hi**er. Deutsche und Polen müssen einander gut verstehen. Das ist für Europa von zentraler Bedeutung, insbesondere angesichts der russischen Bedrohung." sagt Radziejowska.

35 Jahre nach der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags bleibt historisches Verständnis für Hanna Radziejowska eine zentrale Voraussetzung für die gemeinsame Gestaltung der Zukunft. Deutschland und Polen müssten einander gut verstehen, nicht zuletzt angesichts der russischen Bedrohung und der Herausforderungen, vor denen Europa heute steht.

Nächste Woche laden wir zur Eröffnung der neuen Exercising Modernity Ausstellung „INTERWOVEN. Barbara Brukalska, Helena ...
16/06/2026

Nächste Woche laden wir zur Eröffnung der neuen Exercising Modernity Ausstellung „INTERWOVEN. Barbara Brukalska, Helena Syrkus and the Networks of Modernism“ im Achitecturmuseum in Wrocław ein. Pionierinnen der Moderne, einige der bedeutendsten Vertreterinnen des europäischen Modernismus und Ikonen der polnischen Avantgarde-Architektur. Wer waren Helena Syrkus und Barbara Brukalska?

🔹 Beide waren mit der avantgardistischen Gruppe Praesens sowie den Internationalen Kongressen für Neues Bauen (CIAM) verbunden. Barbara Brukalska erhielt 1948 als erste Frau an der Technischen Universität Warschau eine Professur. In der Zwischenkriegszeit entwarf das Architekturbüro der Brukalskis unter anderem Wohnsiedlungen für die Warschauer Wohnungsbaugenossenschaft (WSM) im Stadtteil Żoliborz.

🔹 Zu Helena Syrkus’ Werk gehören einige der bedeutendsten Beispiele der modernistischen Nachkriegsarchitektur in Polen, darunter die WSM-Siedlung in Koło. 1947 wurde Syrkus zur stellvertretenden Vorsitzenden von CIAM und Mitglied des Präsidiums ernannt – an der Seite von Le Corbusier und Walter Gropius. 1955 wurde sie Professorin an der Fakultät für Architektur der Technischen Universität Warschau.

Die Lebenswege von Barbara Brukalska und Helena Syrkus, die sich vor dem Hintergrund der geopolitischen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts entwickelten, verlaufen über weite Strecken parallel und kreuzen sich immer wieder, bevor sie durch persönliche Entscheidungen unterschiedliche Richtungen einschlagen.

Am Donnerstag, den 25. Juni, um 18:00 Uhr laden wir zur Eröffnung der Ausstellung „INTERWOVEN. Barbara Brukalska, Helena Syrkus and the Networks of Modernism“ im Achitecturmuseum in Wrocław ein. Es ist die erste so umfassende Präsentation des Schaffens beider Frauen, die auf Fotografien, Zeichnungen und Filmen basiert – viele davon werden erstmals öffentlich gezeigt.

Kuratorinnen: Dr. Małgorzata Jędrzejczyk, Aleksandra Kędziorek
Veranstalter: Pilecki-Institut
Hauptpartner: Architekturmuseum Wrocław
Die Ausstellung entstand im Rahmen des Programms „Exercising Modernity“.
Ausstellungsgestaltung: Studio ŚŃŃ – Tomasz Świetlik, Nana Ciastoń, Maciej Chodziński
Medienpartner: TVP Kultura, Trójka - Program 3 Polskiego Radia, Architektura i Biznes, Vogue Polska, Zwierciadło, autoportret, Tygodnik Powszechny, Magazyn Szum, NN6T notes na 6 tygodni

In der Nacht zum 15. Juni wurde die Mariä-Entschlafens-Kathedrale der Lawra während eines massiven russischen Raketen- u...
15/06/2026

In der Nacht zum 15. Juni wurde die Mariä-Entschlafens-Kathedrale der Lawra während eines massiven russischen Raketen- und Drohnenangriffs auf die Ukraine schwer beschädigt und in Brand gesetzt. Die Kyjiwer Höhlenlawra ist für die Ukraine in gewisser Weise ein ähnlich bedeutendes kulturelles und religiöses Symbol wie das Paulinerkloster Jasna Góra oder das Warschauer Königsschloss für Polen.

Die Bilder erinnern deswegen an die planmäßige Zerstörung des Warschauer Königsschlosses durch das deutsche NS-Regime. Dessen endgültige Vernichtung folgte keiner militärischen Notwendigkeit, sondern war Teil des deutschen Angriffs auf Warschau, die polnische Staatlichkeit und Identität. Auch die systematische Verbrennung der Warschauer Bibliotheken und ihrer unersetzlichen Bestände fügte sich in dieses Vorgehen ein.

In Raphael Lemkins ursprünglichem Verständnis des Genozids bildete die Zerstörung der Kultur sowie der wichtigsten kulturellen Institutionen und Symbole einer Gemeinschaft eine wesentliche Komponente des Angriffs auf ihre Existenz. Lemkin nannte ausdrücklich unter anderem die Zerstörung von Nationaldenkmälern, Bibliotheken, Archiven, Museen und Galerien.

Foto: Danylo Antoniuk/AP/dpa

Heute jährt sich zum 86. Mal der erste Massentransport polnischer Häftlinge ins deutsche Konzentrationslager Auschwitz: ...
14/06/2026

Heute jährt sich zum 86. Mal der erste Massentransport polnischer Häftlinge ins deutsche Konzentrationslager Auschwitz:

Am 14. Juni 1940 wurden 728 polnische politische Häftlinge aus Tarnów nach Auschwitz deportiert. In Polen wird an diesem Tag zugleich der Nationale Gedenktag für die Opfer deutscher nationalsozialistischer Konzentrations- und Vernichtungslager begangen.

Unter den Deportierten befanden sich Soldaten, Angehörige polnischer Widerstands- und Untergrundorganisationen, Pfadfinder, Gymnasiasten und Studenten sowie eine kleine Gruppe polnischer Juden. Viele der Deportierten waren zuvor bei dem Versuch festgenommen worden, nach Frankreich zu gelangen und sich dort der Polnischen Armee anzuschließen.

Ein Teil der Häftlinge des ersten Transports war im Rahmen der sogenannten AB-Aktion festgenommen worden. Diese stand in direkter ideologischer Kontinuität zur bereits im Herbst 1939 begonnenen Intelligenzaktion, also den gezielten, groß angelegten Maßnahmen gegen die polnische Intelligenz, die gesellschaftlichen Führungsschichten und mögliche Träger des Widerstands. Die Ausschaltung dieser Gruppen war von Anfang an ein zentrales Element der nationalsozialistischen Besatzungs- und Unterwerfungspolitik. Durch gezielte Schläge gegen die geistigen und gesellschaftlichen Eliten sollte die polnische Gesellschaft in einen Schockzustand versetzt und ihrer potenziellen Führung im Widerstand beraubt werden. Mittel- und langfristig diente dies dem Ziel, die polnische Bevölkerung zu entrechten, ihrer Bildungsmöglichkeiten zu berauben und dem Deutschen Reich als Reservoir von Zwangsarbeitskräften dienstbar zu machen.

Im Rahmen der Intelligenzaktion wurden Zehntausende polnische Hochschullehrer, Ärzte, Juristen, Geistliche sowie Vertreter weiterer intellektueller und gesellschaftlicher Gruppen ermordet oder in Konzentrationslager deportiert. Die nachfolgende AB-Aktion („Außerordentliche Befriedungsaktion“) setzte diese Verfolgung fort. Sie richtete sich gegen tatsächliche oder vermeintliche Angehörige der polnischen Führungsschichten sowie gegen Personen, denen die deutschen Besatzer eine mögliche Rolle im Widerstand zuschrieben. Tausende Menschen wurden verhaftet, auf Grundlage improvisierter Standgerichtsverfahren zum Tode verurteilt, bei Massenexekutionen ermordet oder in Konzentrationslager deportiert.

Die nach Auschwitz Deportierten erhielten die Häftlingsnummern 31 bis 758. Die Nummern 1 bis 30 waren zuvor deutschen Häftlingen aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen zugeteilt worden, die als Funktionshäftlinge nach Auschwitz gebracht worden waren. Dieser Massentransport markierte zugleich den Beginn einer Entwicklung, in der Auschwitz zunächst als Konzentrationslager für polnische politische Häftlinge diente, später auch der Inhaftierung und massenhaften Ermordung sowjetischer Kriegsgefangener diente und schließlich eine zentrale Rolle bei der Vernichtung der europäischen Juden einnahm.

In der zweiten Phase wurde Auschwitz zu einem Ort, an dem der Massenmord mit Giftgas an sowjetischen Kriegsgefangenen und kranken polnischen Häftlingen erprobt und ausgeweitet wurde. Ab 1942 wurde Auschwitz-Birkenau dann zum zentralen Schauplatz der Ermordung der europäischen Juden. Die Deportationen von Juden aus nahezu allen besetzten und mit NS-Deutschland verbündeten Ländern wurden systematisch organisiert, die Ankunfts- und Selektionsprozesse standardisiert und der Mord industrialisiert. Auschwitz wurde damit zum zentralen Symbol der planmäßigen, bürokratisch organisierten Vernichtung der europäischen Juden.

Der heutige Tag erinnert nicht nur daran, wohin die nationalsozialistische Ideologie und die deutsche Besatzungs- und Vernichtungspolitik führten, sondern auch daran, wie wichtig der Widerstand gegen diese Verbrechen und ihre Dokumentation waren. Für beides steht Witold Pilecki, der sich während einer deutschen Razzia in Warschau bewusst festnehmen ließ, um nach Auschwitz zu gelangen. Dort sammelte er Informationen über die Verbrechen im Lager, baute ein Widerstandsnetzwerk auf und ließ Berichte an die Außenwelt übermitteln. Seine Berichte gehören zu den wichtigsten frühen Quellen unseres Wissens über den Alltag und den Terror in Auschwitz.

Sie erinnern daran, dass das Böse dokumentiert und bekämpft werden muss.

Foto: Das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau

Andrzej Poczobut im Pilecki-Institut: „Die Menschen, die den Kampf gegen beide totalitären Systeme erlebt haben, können ...
12/06/2026

Andrzej Poczobut im Pilecki-Institut: „Die Menschen, die den Kampf gegen beide totalitären Systeme erlebt haben, können ihre Geschichte nicht mehr selbst erzählen. Geblieben ist die Erinnerung an sie, diese müssen wir lebendig halten!"

Poczobut war zu Gast beim Abschluss des Bildungsprojekts „Erinnerung an Orte, Orte der Erinnerung“ im Warschauer Pilecki-Institut. Seit Februar haben 42 Projektgruppen aus ganz Polen lokale Erinnerungsorte erforscht, dokumentiert und sichtbar gemacht. Zum Abschluss ihrer mehrmonatigen Arbeit präsentierten Schülerinnen und Schüler, Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen sowie unabhängige Forscher ihre Projekte in der Warschauer Zentrale des Pilecki-Instituts.

Ehrengast der Veranstaltung war Andrzej Poczobut. In seiner Ansprache betonte er die Bedeutung der Erinnerung für kommende Generationen:

„Ich bin überzeugt, dass diese Erinnerungsorte nicht nur für euch wichtig sein werden, sondern auch für all jene, denen ihr diese Geschichte weitererzählt. Dafür möchte ich euch von Herzen danken.“

Andrzej Poczobut ist ein polnisch-belarussischer Journalist, Publizist und Vertreter der polnischen Minderheit in Belarus. Als Korrespondent der polnischen Tageszeitung *Gazeta Wyborcza* berichtete er über die politische Lage in Belarus und kritisierte wiederholt das Regime von Alexander Lukaschenko. Nach mehr als fünf Jahren Haft unter härtesten Bedingungen wurde er im April 2026 im Rahmen eines internationalen Gefangenenaustauschs freigelassen; 2025 verlieh ihm das Europäische Parlament den Sacharow-Preis für geistige Freiheit.

How do we remember those whose voices were meant to disappear?On 28 May 2026, around 60 guests gathered at the Berlin br...
10/06/2026

How do we remember those whose voices were meant to disappear?

On 28 May 2026, around 60 guests gathered at the Berlin branch of the Pilecki Institute for the panel discussion Justice in Memory: The NKVD Operation and North Azovian Greeks of Ukraine.

Organized jointly by the NGO North Azovian Greeks: Urums and Roumeans and the Pilecki Institute, the event was dedicated to a largely overlooked episode within the broader wave of Stalinist terror — the NKVD Greek Operation of 1937–1938.

Together with distinguished Ukrainian historians Dr. Larysa Yakubova, Dr. Anna Hedo, and Dr. Valerii Tomazov, participants explored the history of the North Azovian Greeks — an autochthonous people of Ukraine and descendants of Crimean Christians whose home for nearly 250 years has been on the northern shores of the Sea of Azov.

The discussion traced a broader historical journey: from the hopes of national and cultural revival during the 1920s and early 1930s, through collectivization and the Holodomor, to the mass repressions that targeted various ethnic minorities across the Soviet Union. Thousands of North Azovian Greeks became victims of the NKVD Greek Operation, while the community lost a significant part of its intellectual, cultural, and civic elite.

Today, nearly ninety years after the NKVD Greek Operation, all 76 settlements of compact North Azovian Greek residence in the south of Donetsk Oblast remain under Russian occupation. Since 2014, and especially since the full-scale invasion of 2022, tens of thousands of North Azovian Greeks have been displaced from their homes. Alongside homes and livelihoods, many families lost access to photographs, archives, and places of memory.

The panel was accompanied by the pop-up exhibition Justice in Memory: A Fragile Space of Remembrance, which brings together family photographs of North Azovian Greeks whose lives unfolded during the 1930s, alongside portraits of prominent members of the community who became victims of the NKVD Greek Operation. The portraits were created by Ukrainian artist Anatolii Belov at the invitation of language activist and NGO co-founder Oleksandr Rybalko.

Some of the photographs appear only as silhouettes or outlines. They symbolize images that have been lost because of war or remain inaccessible in territories occupied by the Russian Federation. In this way, the memory of twentieth-century repression acquires a new dimension today — through displacement, destruction, and loss caused by Russia’s ongoing war against Ukraine.

The exhibition space itself is intentionally fragile and unstable. The uneven floor and the warning sign at the entrance — “Enter at your own risk” — are not meant to distance the visitor, but rather to remind us that memory requires attentiveness, sensitivity, and responsibility.

Reflecting on the significance of remembrance, Olga Tsuprykova, Head of the NGO North Azovian Greeks: Urums and Roumeans, noted:

“Authoritarian regimes, of the past and present, are deeply afraid of at least two things: knowledge and memory. That is why they persecute intellectuals, erase archives, destroy cultural heritage, occupy territories, and attempt to silence entire communities.

The struggle against these regimes is therefore also a struggle for remembrance.

Today, by gathering here, by participating in the discussion, by looking at old family photographs, we symbolically restore a space for those who were denied the right to speak for themselves.

And perhaps this is where justice begins.

Justice in memory.”

We extend our sincere gratitude to all speakers, partners, guests, volunteers, and families who contributed to this event and helped restore space for voices that history attempted to silence.

📍 The exhibition Justice in Memory: A Fragile Space of Remembrance remains open at the Pilecki Institute Berlin until 12 June 2026.

🎥 A recording of the discussion will be published on the Pilecki Institute's YouTube channel in the coming weeks.

Photo credits: Pilecki Institute and North Azovian Greeks NGO.

Event organizers: Pilecki Institute and North Azovian Greeks NGO (Ukraine)

ГО "Надазовські греки" / NGO 'North Azovian Greeks'
Ukrainisches Institut in Deutschland
Vitsche Berlin
Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)

Adresse

Pariser Platz 4a
Berlin
10117

Öffnungszeiten

Dienstag 10:00 - 17:00
Mittwoch 10:00 - 18:00
Donnerstag 10:00 - 18:00
Freitag 10:00 - 18:00
Samstag 10:00 - 18:00
Sonntag 10:00 - 18:00

Telefon

+493027578955

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