Königshütte Bad Lauterberg Industriedenkmal

Königshütte Bad Lauterberg  Industriedenkmal Die Königshütte in Bad Lauterberg im Harz ist eine ehemalige Eisenhütte mit Gebäuden u.a. von 1740.

Am Dienstag, den 8. September,  bietet der Förderkreis Königshütte seine nächste Führung an. Sie startet um 15 Uhr am Hü...
03/09/2026

Am Dienstag, den 8. September, bietet der Förderkreis Königshütte seine nächste Führung an. Sie startet um 15 Uhr am Hüttenbrunnen. Im ersten Teil der Führung wird Ihnen bei einem Rundgang über das Gelände die historische Eisengießerei Königshütte im Allgemeinen vorgestellt. Im zweiten Teil besichtigen Sie das Südharzer Eisenhüttenmuseum und tauchen am Beispiel der Königshütte in die Geschichte des Eisenhüttenwesens ein. Anhand eines Funktionsmodells lasst sich erahnen, wie schwer die Arbeit in der Hochofenhütte um 1740 war Im Anschluss können Sie sich eine Auswahl von dem breiten Warenangebot anschauen, das die Königshütte zu bieten hatte. Ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Die Führungen werden ehrenamtlich von Vereinsmitgliedern durchgeführt. Um dies aufrechterhalten zu können, sowie zur Erhaltung des Ensembles, bittet der Förderkreis um eine Spende.
Die Geschäftsführungen der Königshütte – sowohl zur fiskalischen als auch zur Zeit der privat betriebenen Königshütte – mussten ihre Produkte natürlich auch öffentlich und einem größeren Publikum vorstellen. Ich hatte ja berichtet, dass viele Produkte weltweit vertrieben wurden. Um solch ein Publikum zu gewinnen, reichte und reicht Mundpropaganda nicht aus. So haben sich sowohl die fiskalische als auch die privat betriebene Königshütte auf Welt- und Gewerbeausstellungen präsentiert und dort auch Medaillen für ihre Produkte erhalten. Bei Wikipedia erfahren wir über die Gewerbeausstellungen, dass sie im Königreich Hannover das erste Mal 1835 veranstaltet wurden. Ausrichter war der „Gewerbeverein für das Königreich Hannover“. Die Ausstellung diente „sowohl zur Anregung und Förderung der Gewerbetreibenden wie auch als Leistungsschau des Handwerks und der aufkommenden Industrie“ heißt es bei Wikipedia. 381 Aussteller waren 1850 mit ihren Produkukten vertreten, rund 3.500 Exponate wurden ausgestellt. Einer der Aussteller war die fiskalische Königshütte, mit wievielen Exponaten sie vertreten war, habe ich leider nicht herausgefunden. Die letzte Gewerbeausstellung im noch selbständigen Königreich fand 1859 anlässlich des des 25-jährigen Bestehens des „Gewerbevereins für das Königreich Hannover“ statt. Auf dieser Ausstellung zeigten 296 Aussteller rund 5.000 Objekte. Die Königshütte war 1850 und 1859 auf den Gewerbeausstellungen vertreten und gewann 1850 die kleine goldene und 1859 die große goldene Medaille.
Auch die private Königshütte präsentierte sich auf Gewerbeveranstaltungen, aber auch auf eine Weltausstellung. So war sie 1873 auf der Weltausstellung in Wien vertreten, 1878 auf der Gewerbeausstellung der preußischen Provinz Hannover, hier bekam sie eine Medaille (1. Preis), 1870 auf der Industrieausstellung in Kassel, hier bekam sie ein Anerkennungsdiplom, und 1880 war die private Königshütte auf der Gewerbeausstellung in Nordhausen vertreten.Man kann immer wieder mal lesen, dass der Hüttenbrunnen auf einer Weltausstellung zu sehen war, dieses ist in den Unterlagen der Königshütte nicht zu finden. Abgesehen von der logistischen Leistung, die nötig gewesen wäre, auch angesichts des Gewichtes der Einzelteile ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Hüttenbrunnen selbst auf einer Ausstellung war, allerhöchstens wurden Fotos gezeigt, Fotografieren war schon möglich.
Doch zurück zur Führung:
Ein Eintrittsgeld für die Führung wird nicht erhoben. Die Führungen werden ehrenamtlich von Vereinsmitgliedern durchgeführt. Um dies aufrechterhalten zu können, sowie zur Erhaltung des Ensembles, bittet der Förderkreis um eine Spende.

Am Dienstag, den 1. September,  bietet der Förderkreis Königshütte seine nächste Führung an. Sie dauert etwa zwei Stunde...
27/08/2026

Am Dienstag, den 1. September, bietet der Förderkreis Königshütte seine nächste Führung an. Sie dauert etwa zwei Stunden und beginnt um 15 Uhr am Hüttenbrunnen. Taucht ein in die Geschichte der ehemaligen Eisenhütte. Im ersten Teil der Führung wird euch bei einem Rundgang über das Gelände die historische Eisengießerei Königshütte im Allgemeinen vorgestellt. Im zweiten Teil besichtigt ihr das Südharzer Eisenhüttenmuseum und taucht ein in die Geschichte des Eisenhüttenwesens am Beispiel der Königshütte. Im Anschluss könnt ihr euch eine Auswahl an der breiten Palette von Produkten anschauen, die auf der Königshütte und anderen Eisenhütten damals hergestellt worden sind.
Ich hatte letzte Woche berichtet, dass es die Königshütte, bzw. ihre Geschäftsführer, sich immer dem Auf und Ab des Marktes anpassen, ihre Produktpalette anpassen musste. Eine neuartige Gusslegierung bot hier der Kugelgraphitguss. Auch wenn man Kugelgraphit-ähnliche Legierung bei Ausgrabungen in China gefunden hat - sie wurden vor mehr als 2000 Jahren für Herstellung von landwirtschaftlichen Werkzeugen verwendet -, wurde Kugelgraphit in der Neuzeit 1939 das erste Mal hergestellt, ab den 1950er Jahren wurde es dann wirtschaftlich bedeutsam hergestellt. Kugelgraphit bot einen entscheidenden Vorteil, bei Grauguss liegt der Graphit in Lamellenform vor, was zu Brüchigkeit führt, im Kugelgraphitguss liegt der Graphit, wie der Name schon sagt, in Kugelform vor, dadurch ist der Guss – vereinfacht gesagt - nicht mehr brüchig. Auf der Königshütte begann man 1979 Kugelgrahitguss herzustellen. - Es wurden Serienprodukte hergestellt, wie z. B. Gussteile für die Hausentwässerung, oder für den Ofenguss, aber auch Elektromotorenteile.
Wer auf einem Tag des offenen Denkmals oder an einem Internationalen Museumstag schon einem beim Schaugießen war, weiß, dass man zum Abformen der Modelle Sand benötigt.
Dieser Sand wird aufbereitet und kann wiederverwendet werden. 1962 wurde eine automatische Sandaufbereitung gebaut, einschließlich einer Rollenbahnanlage zum Transport der Formkästen für den Guss, wie sie für hochwertige Maschinen und für Hydraulik gebraucht wurden.
Die Harzer Kocher waren für die Dimensionen von Gips, die man mittlerweile brauchte – ich hatte berichtet, dass ganze Gipsanlagen gebaut und weltweit geliefert wurden – zu klein geworden und ein Großkocher wurde entwickelt.
Anfang 1979 begann man mit der Herstellung von Kugelgraphitguss. Die Gussabnehmer kamen u.a. aus der Elektroindustrie und aus dem Maschinen- und Apparatebau. Außerdem wurden weiterhin Maschinen für die Gipsindustrie hergestellt. Und … aus dem traditionellen Harzer Kocher (wir haben über ihn berichtet) wurde ein Großkocher entwickelt und weltweit für Gipsfabriken vertrieben.
Doch zurück zur Führung:
Ein Eintrittsgeld für die Führung wird nicht erhoben. Die Führungen werden ehrenamtlich von Vereinsmitgliedern durchgeführt. Um dies aufrechterhalten zu können, sowie zur Erhaltung des Ensembles, bittet der Förderkreis um eine Spende.

Am Dienstag, 25. August, bietet der Förderkreis Königshütte seine nächste Führung an. Sie startet um 15 Uhr am Hüttenbru...
22/08/2026

Am Dienstag, 25. August, bietet der Förderkreis Königshütte seine nächste Führung an. Sie startet um 15 Uhr am Hüttenbrunnen und dauert etwa zwei Stunden.
Dabei taucht ihr ein in die Geschichte der ehemaligen Eisenhütte. Im ersten Teil der Führung wird Euch bei einem Rundgang über das Gelände die historische Eisengießerei Königshütte im Allgemeinen vorgestellt, u. a. erfahrt ihr, was in den Gebäuden hergestellt worden ist.
Den Abschluss der Führung bildet der Besuch des Südharzer Eisenhüttenmuseums. Hier erfahrt ihr, was zum Eisenguss alles gebraucht wurde, denn das war und ist nicht nur Holzkohle und Eisenerz. Beispiele von Eisen-Kunst-Guss, von dem, was auf der Königshütte hergestellt worden ist, bilden den Abschluss.
Ich hatte letzte Woche von den Veränderungen erzählt, die die Königshütte – u.a. im Aussehen – nach der Privatisierung erfahren hat. Neben dem Abriss der Hammerhütten, die ja nicht mehr gebraucht wurden, da kein Eisenerz mehr verhüttet wurde, und dem Neubau der Mühle und ihrem Speicher, verschwand - optisch, in der Außenansicht - im Laufe der Zeit die alte basilika-artige Gießhalle. Ein Lagerhaus wurde zwischen der alten Gießhalle und dem Formhaus gebaut, 1899 hatte dieses Lagerhaus ein spitzes Satteldach, 100 Jahre später bekam es ein Pultdach. – Hier kurz der Unterschied von Satteldach und Pultdach: bei wikipedia wird uns erklärt: Das Satteldach als die verbreitetste Dachform besteht aus zwei gegeneinander ansteigenden Dachflächen, wobei senkrechte dreieckige Giebel entstehen.
Bei einem Pultdach handelt es sich um eine Dachform mit nur einer geneigten Dachfläche. Vorder- und Rückwand weisen daher unterschiedliche Höhen auf. Die Optik des Hauses erinnert an ein Pult aus Schulzeiten, daher auch der Name „Pult“-dach.
1904 wurde dann die nordwestliche Mittelapsis der gotischen Gießhalle abgerissen, d.h. die Apsis, die dem Hüttenhof zugewandt war. 1909 bekam die alte gotischen Gießhalle einen Vorbau. Dadurch sieht man heute die großen, kirchenartigen Fenster erst, wenn man das Gießereigebäude betritt. Übrigens, in einem der kleinen Fenster ist heute noch ein Stück des alten Glases zu finden.
Was wurde ab der Zeit von 1900 hergestellt: es wurde sehr groß gedacht, vonseiten der Geschäftsführer der Königshütte: Maschinen für die Papierherstellung wurden hergestellt sowie Maschinen für Getreidemühlen (z.B. Zahnräder und Walzenstühle), es wurden Anlagen für die Gipsaufbereitung gebaut, der Harzer Kocher wurde entwickelt (über ihn habe ich schon berichtet). Ganze Gipsfabriken wurden gebaut – von der Planung (Bauzeichnung) bis zur fertigen Fabrik – und weltweit vertrieben.
Doch immer war es ein Auf und Ab, kurz vor dem zweiten Weltkrieg war sogar an Stilllegung gedacht. Ein neuer Geschäftsführer konnte das sprichwörtliche Ruder jedoch wieder herumreißen. Ab 1935 waren dann u.a. Mühlen, Aufbereitungsanlagen, Brecher, Elevatoren (Anmerkung: Ein Elevator ist eine Anlage, die kontinuierlich Güter oder Materialien senkrecht oder schräg nach oben befördert.), Transmissionen und große Zahnräder im Fertigungs-programm der Königshütte enthalten. Klar, in der Zeit des 2. Weltkrieges wurde auch für die Rüstung produziert. Nach dem Krieg wurden Serienprodukte aufgenommen mit Gussteilen für die Hausentwässerung, auch der Ofenguss wurde wieder verstärkt betrieben.
In den 1950er Jahren verschwand die alte gotische Gießhalle optisch total. Die Gießereianlage wurde bis zum Walzwerk erweitert. – Im Inneren wurde eine Fertigungsstraße errichtet.
Doch zurück zur Führung:
Ein Eintrittsgeld für die Führung wird nicht erhoben. Die Führungen werden ehrenamtlich von Vereinsmitgliedern durchgeführt. Um dies aufrechterhalten zu können, sowie zur Erhaltung des Ensembles, bittet der Förderkreis um eine Spende.

15/08/2026

Noch einmal zur Führung:
Was ich vergessen hatte zu erwähnen: ein Eintrittsgeld für die Führung wird nicht erhoben. Die Führungen werden ehrenamtlich von Vereinsmitgliedern durchgeführt. Um dies aufrechterhalten zu können, sowie zur Erhaltung des Ensembles, bittet der Förderkreis um eine Spende.

Am Dienstag, 18. August, bietet der Förderkreis Königshütte seine nächste Führung an. Sie startet um 15 Uhr am Hüttenbru...
15/08/2026

Am Dienstag, 18. August, bietet der Förderkreis Königshütte seine nächste Führung an. Sie startet um 15 Uhr am Hüttenbrunnen. Ihr bekommt einen Einblick in die Geschichte der Königshütte und euch werden die einzelnen Hüttengebäude erklärt. Außerdem könnt ihr einen Blick in die Maschinenfabrik werfen. Ein Rundgang durch das Südharzer Eisenhüttenmuseum bildet den Abschluss der Führung. Am Beispiel der Königshütte wird euch dort die Geschichte des Eisenhüttenwesens im Harz erklärt. Ihr erfahrt, wo das Eisenerz, die zur Verhüttung notwendige Holzkohle und die Zuschlagstoffe herkamen und was der Solling mit der Königshütte zu tun hatte. Anhand eines Funktionsmodells – es zeigt die alte fiskalische Hochofenhütte, wie sie um 1740 ausgesehen hat  lasst sich erahnen, wie schwer die Arbeit dort damals war. Zum Abschluss könnt ihr euch u.a. eine Auswahl aus dem breiten Warenangebot anschauen, das die Königshütte zu ihrer fiskalischen Zeit zu bieten hatte.
Dass die Führung der Königshütte sich immer wieder dem Markt und seinen Gegebenheiten anpassen musste – heißt auch: seine Produktion anpassen musste – ist klar, sonst hätte die Firma keine Zukunft gehabt. Dass manche Dinge auf der Königshütte angestoßen worden sind und weltweit Erfolg hatten, darüber habe ich in den letzten Wochen berichtet. Doch das meiste war nicht so spektakulär. Doch nicht nur die Produktion musste angepasst werden. Auch die Gebäude, und damit das Aussehen des Ensembles bekamen immer wieder ein neues Gesicht. Der erste große Umbau geschah, als die Königshütte in Privatbesitz kam und Gebäude abgerissen wurden, weil sie nicht mehr gebraucht wurden. Denn der neue Besitzer, davon habe ich schon mehrfach berichtet, hat die Eisenverhüttung aufgegeben und nur den Gießereibetrieb weitergeführt. So wurden in diesem Zusammenhang die Hammerhütten nicht mehr gebraucht.
Aus der fiskalischen Zeit gibt es nur eine Aufnahme der Königshütte, eine Daguerreotypie. Doch was ist das? Hierzu finden wir bei Wikipedia: Die Daguerreotypie war das erste kommerziell nutzbare Fotografie-Verfahren im 19. Jahrhundert. Sie ist nach dem französischen Maler Louis Daguerre benannt, der das Verfahren mitentwickelt und 1839 veröffentlicht hat. Solch eine Aufnahme ist auch von der Königshütte gemacht worden. Viel erkennt man allerdings nicht auf dieser Aufnahme. – Diese Aufnahme hängt übrigens im Faktoreihaus vor dem Büro.  Außerdem gibt es Gemälde, außerdem (Kupfer-) Stiche aus der Zeit um 1830, die nach Zeichnungen angefertigt worden sind. Die Daguerreotypie, Gemälde und Stiche zeigen die Könighütte aus Richtung des Butterbergs.
Die nächsten Aufnahmen stammen aus den Jahren 1887/88. Die wichtigsten Gebäude wurden abgelichtet, wie das an eine Kirche erinnernde Gießereigebäude, in dem auch die Hochöfen untergebracht waren. Grund für die großen Fenster war, dass dadurch das Tageslicht ‚eingefangen‘ werden konnte, dass der Arbeitsraum eine möglichst gute Lichtausstattung bekam.  Ihr kennt diese Fotos sicher, ich habe sie schon mehrfach gezeigt.  Abgelichtet wurden außerdem das Faktoreihaus mit dem Eisenmagazin, die Hüttenschenke, die Mühle mit dem Probierhaus davor, das Formhaus sowie der Hüttenhof.
Von den Hammerwerken gibt es nur einen Lageplan. Eines der Hammerwerke stand auf dem Platz der heutigen Mühle (eines stand ihm gegenüber, dort, wo sich heute Gärten befinden.)
Doch wie sah es bei der Arbeit auf der Könighütte aus: Nachdem die Königshütte in private Hände kam, wurden – wie ich schon bemerkt habe  die Hammerhütten abgerissen und an dieser Stelle eine Weizenmühle und ein dazugehörender Speicher errichtet.
Dieses zweite Standbein wurde gebraucht, denn allein von dem Ertrag aus dem Gießereibetrieb  trotz 50.000 Zentner Gusswaren (Stand 1888)  war die Könighütte nicht überlebensfähig. Dieses geht auch aus Unterlagen der Königshütte hervor: demnach brachte die Mühle in den Jahren 1879 – 1890 einen Umsatz von 57,4 % ein, die Gusswaren nur 15,4 %. Den Rest des Umsatzes machten die Produkte der Maschinenfabrik, des Eisenkunstgusses und des Sägewerks (dieses war auf das Gebiet der ehemaligen Drahthütte ausgelagert worden, zuvor lag es im Anschluss an die Hammerhütte, wo zu privater Zeit der Speicher der Mühle errichtet worden ist).
Die unsichere Wirtschaftslage ging auch an der Königshütte nicht immer vorbei, so sah es 1929 aus, als ob die Königshütte schließen müsste. Doch zum Glück konnte dieses abgewendet werden. Es gab einen neuen Geschäftsführer und die Produktpalette wurde erweitert. Klar, es wurden - wie auch schon zu fiskalischer Zeit in Zeiten von Kriegen, auch kriegswichtige Produkte geliefert. Kurz vor dem Krieg (1935) gab es (wieder) eine große Produktpalette: Produkte für den Bergbau und die Zechen waren dabei. Das zeigt sich auch an der Anzahl der Beschäftigten: 1934 lag sie bei 25 Personen, ein Jahr später schon wieder bei 85 Personen.
Über die weitere Dingen, die auf der Königshütte hergestellt wurde, berichte ich das nächste Mal. Auch darüber, wie sich im Laufe der Zeit das äußere Erscheinungsbild der Königshütte verändert hat.

Ich freue mich, dass euch meine kleinen ‚Schnipsel‘ zur Geschichte der Königshütte immer wieder interessieren. Die nächs...
07/08/2026

Ich freue mich, dass euch meine kleinen ‚Schnipsel‘ zur Geschichte der Königshütte immer wieder interessieren. Die nächste Führung auf der Königshütte findet am kommenden Dienstag, den 11. August, statt. Wie gewohnt, beginnt sie um 15 Uhr am Hüttenbrunnen. Der erste Teil der Führung beschäftigt sich mit der Geschichte der Königshütte, immerhin wurde auf der Königshütte fast 300 Jahre gearbeitet. Ohne Geschichtskenntnis kann man leider nicht alles verstehen, nicht verstehen, warum die eine Entscheidung getroffen wurde, eine andere nicht, es wurden dabei auch Entscheidungen getroffen, die aus heutiger Sicht nicht nachvollziehbar waren. Aber natürlich waren nicht alle schlecht.
Zum Abschluss der Führung besucht ihr das Südharzer Eisenhüttenmuseum und könnt euch anschauen, was auf der Königshütte und mit ihr verbundenen Eisenhütten hergestellt wurde, hier erfahrt ihr auch, wie auf einer Eisenhütte das Eisenerz geschmolzen wurde, was dafür benötigt wurde und wo das Eisenerz und die benötigten Zuschlagstoffe herkamen.
Vor 14 Tagen hatte ich euch berichtet, dass auf der Königshütte auch immer wieder das eine oder andere, sagen wir mal neu entwickelt wurden, wie das Drahtseil, von dem ich letzte Woche berichtet habe. Eine bahnbrechende Erfindung, die z.B. beim Bau der die Brooklyn-Bridge zum Tragen kam.
Eine andere Erfindung war der sogenannte Harzer Kocher er wurde ab 1890 auf der Königshütte entwickelt.
Doch schauen wir uns die Geschichte des Gipskochens an:
Im Mittelalter waren Gipsöfen noch unbekannt. Die Erhitzung des Rohmaterials erfolgte in sog. Meilern oder Stadeln. Der zerkleinerte mit hölzernen Schlägeln zerkleinerte Gips wurde durch geschicktes Packen so aufgestapelt, dass eine Feuergasse und geeignete Abzugskanäle für die Rauchgase entstanden. Gefeuert wurde mit Holz. Dieses wurde zu einem kegelförmigen Gebäude darüber aufgeschüttet.
Später wurde der Gips in Schachtöfen gebrannt. Wie der Name schon sagt, ist die Grundform ein hoher gemauerter Schacht, der Rohgips wurde in grobe Stücke gebrochen und Gips und Kohle wurden lagenweise einfüllt.
Die beim Brennen entstehenden Gase stiegen im Schachtofen nach oben. Übrigens: im Rohgips ist sogenanntes Kristallwasser vorhanden, beim Brennen bei 100°C bis 125°C. verdampft es. (Anmerkung: Kristallwasser ist Wasser, das in Kristallen oder bestimmten Mineralen über Ionen oder Moleküle gebunden ist. Auch Gips enthält solches Kristallwasser.) Der Gipsofen arbeitete kontinuierlich, d.h. er wurde immer wieder von oben befüllt, der fertig gebrannte Gips wurde in regelmäßigen Abständen (etwa alle vier Stunden) unten abgezogen.
War der Gips gebrannt, wurde er feingemahlen (anfangs in Mühlen, wie sie auch für Getreideverwendet wurden) Nun war der Gips, mit Wasser versetzt, als Mörtel nutzbar. Übrigens: im 16. Jahrhundert besaß die Stadt Osterode eine Kalkmühle, dort wurde Gipsmörtel für den Gebäudebau hergestellt und im Umkreis bis zu 50 km verkauft.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde in Walkenried der sogenannte Meyer'sche Estrichofen erfunden, er löste den Schachtofen ab. Doch worin unterscheidet sich der Meyersche Estrichofen? Und wer war dieser Mensch?
Zum Menschen Meyer:
Albrecht Meier hat 1864 zusammen mit seinem Bruder Felix die ehemalige Ölmühle in Walkenried erworben. Auf diesem Grundstück errichtete er einen freistehenden Gipsofen mit gemauerter Haube, der Gipsofen war etwa 60 Fuß hoch.
Zum Estrichofen selbst:
Der Meyersche Estrichofen besaß eine außenliegende Feuerung, dadurch kamen der rohe Gips und der Brennstoff (Kohle) sowie die Asche nicht mehr miteinander in Berührung. Der Brand war gleichmäßiger und es gab im Rauchgas keinen giftigen Schwefel mehr. Wie schon beim Schachtofen, wurde der gebrannte Estrichgips in regelmäßigen Abständen abgezogen.
Seit 1890 wurde in der Königshütte der Harzer Gipskocher entwickelt, hiermit konnte in verbessertem Verfahren Stuckgips hergestellt werden. Nachdem der Rohgips dreimal vorgebrochen und vorgemahlen wurde, wurde er in diesen Öfen unter regelmäßiger Bewegung gebrannt und im Anschluss feingemahlen.
Der Harzer Kocher wurde ebenfalls von unten beheizt. Er war ein runder eiserner Kessel von etwa zwei Metern Durchmesser und – das war neu – er war mit einem mechanischen Rührwerk ausgestattet. In diesen Kochern wurde der gemahlene Rohgips unter ständigem Rühren erhitzt, das im Gips enthaltene Wasser entwich, es sah aus, als ob der Gips kochte.
Dieser Kocher wurde nun in Serie gebaut und weltweit vertrieben. Heute ist er von Weiterentwickungen abgelöst und wird er nicht mehr hergestellt.
Doch zurück zur Führung:
Ein Eintrittsgeld für die Führung wird nicht erhoben. Die Führungen werden ehrenamtlich von Vereinsmitgliedern durchgeführt. Um dies aufrechterhalten zu können, sowie zur Erhaltung des Ensembles, bittet der Förderkreis um eine Spende.

Am Dienstag, den 04. August, bietet der Förderkreis Königshütte die nächste Führung durch das Industriedenkmals Königshü...
01/08/2026

Am Dienstag, den 04. August, bietet der Förderkreis Königshütte die nächste Führung durch das Industriedenkmals Königshütte und das Südharzer Eisenhüttenmuseum an. Sie beginnt um 15 Uhr am Hüttenbrunnen und dauert etwa zwei Stunden. In dieser Zeit taucht ihr in die spannende Geschichte der ehemaligen Eisenhütte und Eisengießerei ein. Etwa 270 Jahre wurde hier auf der Königshütte gearbeitet.
Im ersten Teil der Führung wird euch bei einem Rundgang über das Gelände die historische Eisenhütte Königshütte im Allgemeinen vorgestellt, d.h. ihr erfahrt die wichtigsten Fakten zur Geschichte der ehemaligen Eisenhütte und Eisengießerei, auch warum die Königshütte gerade auf dem Gelände errichtet worden ist. Denn viele Dinge kann man erst verstehen, wenn man deren Geschichte kennt. Im zweiten Teil der Führung besucht ihr das Südharzer Eisenhüttenmuseum, es ist im ehemaligen Probierhaus untergebracht. Hier geht es am Anfang des Rundgangs um die Geschichte der Verhüttung des Eisensteins, ihr seht, welche Stoffe außer dem Eisenerz für den Schmelzprozess notwendig waren, und ihr erfahrt, warum sie notwendig waren, d.h. welche Aufgabe sie im Verhüttungsprozess hatten.
Letzte Woche hatte ich die zu verschiedenen Zeiten erfolgten Neuerungen berichtet, eine davon war das Drahtseil, das von Oberbergrat Albert entwickelt worden ist. (Eine Eigenveröffentlichung des Förderkreises gibt die Geschichte des Drahtseils wieder.) Doch wo brauchte man ein Seil und wozu? Gebraucht wurde das Seil im Bergbau, die Gruben waren im Laufe der Jahre immer tiefer geworden und das Erz musste an die Oberfläche gebracht werden. Anfangs hat man Hanfseile genutzt. Doch warum hat man Hanfseile gewählt?
Zum einen wächst Hanf sehr schnell und ist ertragreich. Zum anderen hat er keine großen Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit und kommt ohne Düngemittel aus. Hanf produziert außerdem mehr Fasern als Flachs.
Doch in feuchten Bergwerken waren Hanfseile nicht sehr langlebig. War der Schacht relativ trocken, konnten die Hanfseile bis zweieinhalb Jahre genutzt werden. Dieses kam jedoch selten vor. Ein Nachteil von Hanfseilen war die Gefahr der Fäulnis. Als Schutz wurden die Seile in Karbolineum oder destilliertem Steinkohlenteer getränkt. Ursprünglich war Karbolineum als Holzschutzmittel konzipiert worden.
Die Alternative zu Hanfseilen waren Eisenketten. Doch auch diese hatten ihre Nachteile: je länger die Kette sein musste, desto schwerer war sie. (Anm.: 100 m Kettenseil haben um die 500 kg gewogen.) Dass die Ketten oft gerissen sind, ist deshalb nicht sehr verwunderlich. Denn die Ketten lagen aufgerollt auf den Haspeln und haben aneinander gerieben. Außerdem, zusätzlich zu ihrem eigenen Gewicht mussten sie das Gewicht der Erztonnen aushalten, die bis zu 300 kg schwer sein konnten. Was da ein Reißen der Ketten angerichtet hat, kann sich jeder vorstellen.
So gab es unterschiedliche Versuche, die Eisenketten zu ersetzen. Draht hat man schon länger benutzt. - Drahtziehen ist ein seit dem Mittelalter genutztes Verfahren und erste Drähte wurden bereits um das 3. Jahrhundert v. Chr. von den Ägyptern hergestellt. - Die Schwachstellen des Drahtes lagen dort, wo die Zangen zugegriffen hatten.
Einer dieser Versuche endete in der Erfindung des Drahtseils.
Doch was war neu an dem Drahtseil, dass Oberbergrat Albert hergestellt 1834 hat? Die Drahtseile wurden gedreht, wie es schon bei Hanfseilen üblich war, so dass sogenannte Litzen entstanden. Und diese Litzen wurden wieder miteinander verdreht, ein Seil entstand. Der Vorteil lag auf der Hand: reißt ein einzelner Draht in diesem Seil gerissen, hält das Seil trotzdem. Dies ist/war natürlich auch sicherheitsrelevant. Zudem wiegen Drahtseile nur einen Bruchteil der Ketten, und da sie auch seltener rissen, kam nun auch eine Kostenersparnis hinzu.
Seine Experimente hat Albert auf dem Hof der Clausthaler Münze gemacht. Der Draht – er wurde in der Drahthütte der Königshütte hergestellt - war in großen Rundballen auf Pferdefuhrwerken nach Clausthal geliefert worden. 1834 wurde das Drahtseil erstmals erfolgreich ausprobiert, und zwar in der Clausthaler Grube Caroline. Im Jahr 1837 fand das Drahtseil seinen Einsatz in der Fahrkunst der Grube Samson in St. Andreasberg.
Im Durchgang im Südharzer Eisenhüttenmuseum gibt es etliche Bilder, die die Herstellung des Drahtseils zeigen, im letzten Raum zeigt ein Exponat, wie solch ein Drahtseil am Ende aussah.
Die Eigenveröffentlichung des Förderkreises zum Thema Drahtseil ist vor ein paar Jahren nachgedruckt worden kann von euch käuflich erworben werden.
Doch zurück zur Führung:
Ein Eintrittsgeld für die Führung wird nicht erhoben. Die Führungen werden ehrenamtlich von Vereinsmitgliedern durchgeführt. Um dies aufrechterhalten zu können, sowie zur Erhaltung des Ensembles, bittet der Förderkreis um eine Spende.

01/08/2026

Am Dienstag, den 04. August, bietet der Förderkreis Königshütte die nächste Führung durch das Industriedenkmals Königshütte und das Südharzer Eisenhüttenmuseum an. Die Führung beginnt um 15 Uhr am Hüttenbrunnen und dauert etwa zwei Stunden. In dieser Zeit taucht ihr in die spannende Geschichte der ehemaligen Eisenhütte und Eisengießerei ein. Etwa 270 Jahre wurde hier auf der Königshütte gearbeitet.
Im ersten Teil der Führung wird euch bei einem Rundgang über das Gelände die historische Eisenhütte Königshütte im Allgemeinen vorgestellt, d.h. ihr erfahrt die wichtigsten Fakten zur Geschichte der ehemaligen Eisenhütte und Eisengießerei, welche wechselvollen Zeiten die Königshütte erlebt hat, aber auch, warum die Königshütte gerade auf dem Gelände errichtet worden ist. Denn viele Dinge kann man erst verstehen, wenn man deren Geschichte kennt.
Im zweiten Teil der Führung besucht ihr das Südharzer Eisenhüttenmuseum, es ist im ehemaligen Probierhaus untergebracht. Welche Bedeutung das Probierhaus hatte, wird euch erzählt. Am Anfang des Rundgangs geht es um die Geschichte der Verhüttung des Eisensteins, ihr seht, welche Stoffe - außer dem Eisenerz - für den Schmelzprozess notwendig waren, und ihr erfahrt, warum sie notwendig waren, d.h. welche Aufgabe sie im Verhüttungsprozess hatten.
Letzte Woche hatte ich über die zu verschiedenen Zeiten erfolgten Neuerungen berichtet, eine davon war das Drahtseil, das von Oberbergrat Albert entwickelt worden ist.
Doch wo brauchte man ein Seil und wozu? Gebraucht wurde das Seil im Bergbau, die Gruben waren im Laufe der Jahre immer tiefer geworden und das Erz musste an die Oberfläche gebracht werden. Die Zeiten, wo das Erz mittels Hunten an die Oberfläche gebracht worden ist, waren längst vorbei, auch weil zu arbeitsintensiv und personalintensiv. Anfangs hat man Hanfseile genutzt. Doch warum hat man Hanfseile gewählt?
Zum einen wächst Hanf sehr schnell und ist ertragreich. Zum anderen hat er keine großen Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit und kommt ohne Düngemittel aus. Hanf produziert außerdem mehr Fasern als Flachs.
Doch in feuchten Bergwerken waren Hanfseile nicht sehr langlebig. War der Schacht relativ trocken, konnten die Hanfseile bis zweieinhalb Jahre genutzt werden. Dieses kam jedoch selten vor. Ein Nachteil von Hanfseilen war die Gefahr der Fäulnis. Als Schutz davor wurden die Seile in Karbolineum oder destilliertem Steinkohlenteer getränkt. Ursprünglich diente Karbolineum als Holzschutzmittel. 1838 ist es erstmals eingesetzt worden.
Die Alternative zu den Hanfseilen waren Eisenketten. Doch auch diese hatten ihre Nachteile: je länger die Kette sein musste, desto schwerer war sie. (Anm.: 100 m Kettenseil haben um die 500 kg gewogen.) Dass die Ketten oft gerissen sind, ist deshalb nicht sehr verwunderlich. Denn die Ketten lagen aufgerollt auf den Haspeln und haben aneinander gerieben. Außerdem: zusätzlich zu ihrem eigenen Gewicht mussten sie das Gewicht der Erztonnen aushalten, die bis zu 300kg schwer sein konnten.
So gab es unterschiedliche Versuche, die Eisenketten zu ersetzen. Draht hat man schon länger benutzt, doch hatte er etliche Schwachstellen, denn er wurde mit Zangen in die Länge gezogen. (Drahtziehen ist ein seit dem Mittelalter genutztes Verfahren und erste Drähte wurden bereits um das 3. Jahrhundert v. Chr. von den Ägyptern hergestellt). Die Schwachstellen des Drahtes lagen dort, wo die Zangen zugegriffen hatten.
Schließlich ist aus einem dieser Versuche das Drahtseil entstanden.
Doch was war neu an dem Drahtseil, dass Oberbergrat Albert hergestellt hat? Die Drahtseile wurden gedreht, wie es schon bei Hanfseilen üblich war, so dass sogenannte Litzen entstanden. Und diese Litzen wurden wieder miteinander verdreht, ein Seil entstand. Der Vorteil lag auf der Hand: reißt ein einzelner Draht in diesem Seil, hält das Seil trotzdem. Das war natürlich auch sicherheitsrelevant. Zudem wiegen Drahtseile nur einen Bruchteil der Ketten, und da sie auch seltener rissen, kam nun auch eine Kostenersparnis hinzu.
Seine Experimente hat Albert auf dem Hof der Clausthaler Münze gemacht. Den Draht – er wurde in der Drahthütte der Königshütte hergestellt - war in großen Rundballen auf Pferdefuhrwerken nach Clausthal geliefert worden. 1834 wurde das Drahtseil erstmals erfolgreich ausprobiert, und zwar in der Clausthaler Grube Caroline. Im Jahr 1837 fand das Drahtseil seinen Einsatz in der Fahrkunst der Grube Samson in St. Andreasberg.
Im Durchgang zwischen den beiden Räumen im Südharzer Eisenhüttenmuseum gibt es etliche Bilder, die die Herstellung des Drahtseils zeigen, im zweiten Raum zeigt ein Exponat, wie solch ein Drahtseil am Ende aussah.
Die Eigenveröffentlichung des Förderkreises zum Thema Drahtseil ist vor ein paar Jahren nachgedruckt worden und kann von euch käuflich erworben werden.
Doch zurück zur Führung:
Ein Eintrittsgeld für die Führung wird nicht erhoben. Die Führungen werden ehrenamtlich von Vereinsmitgliedern durchgeführt. Um dies aufrechterhalten zu können, sowie zur Erhaltung des Ensembles, bittet der Förderkreis um eine Spende.

Adresse

Königshütte
Bad Lauterberg Im Harz
37431

Öffnungszeiten

15:00 - 17:00

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Königshütte Bad Lauterberg Industriedenkmal erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Teilen

Kategorie