06/05/2026
Fundstück des Tages.
Wernersberg in der Siegfriedlinie
Die wirtschaftlich schwache und vernachlässigte Südpfalz erfuhr 1936, nach dem
Einrücken der Wehrmacht in die deutschen Länder links vom Rhein, eine starke
Belebung. Im Grenzgebiet wurde mit der Errichtung von Befestigungen begon-
nen. Ab dem Frühjahr 1938 bis zum Kriegsausbruch am 1. Sept. 1939 waren auf
Befehl des Braunauers der Reichsarbeitsdienst (RAD), die Organisation Todt
(OT) sowie viele, viele private Baufirmen und Fuhrunternehmen verstärkt dabei,
Tag und Nacht, am Werktag wie am Sonntag, Höckerlinien, Panzersperren und auch in Wernersberg waren zahlreiche Westwallarbeiter im Tanzsaal und in pri-
vaten Quartieren untergebracht. Eine Verteidigungslinie wurde entlang der
Staatsgrenze, bei Schwerpunkten bis zu 25 km und manchmal noch weiter ins
Land reichend, getarnt in die Fluren betoniert. Aus irgendwelchen unsinnigen
militärischen Überlegungen heraus, hat man auch Wernersberg in dieses Ab-
wehrsystem einbezogen. In der Gemarkung wurden 16 Bunker gebaut, einige
davon ganz nahe beim Dorf.
Vom 1. bis 3. September 1939 mussten die Bewohner der Roten Zone, das war
ein Grenzstreifen von etwa 10 km Tiefe, ihre Dörfer und Höfe verlassen.
Wernersberg wurde nicht geräumt. Die Bunker auf dem Mittelberg hatten ab
Kriegsbeginn eine Besatzung, welche aber nach dem Einmarsch der deutschen
Truppen in Frankreich wieder abgezogen wurden. In den späteren Kriegsjahren
als die amerikanischen und englischen Bomber auch die wehrlosen, friedlichen
Städte und Dörfer verwüsteten, hat man der Bevölkerung die Bunker beim Ort
als Schutzunterstände überlassen. Auf dem Kloster waren zeitweise Flakeinhei-
ten stationiert.
Nach dem Kriegsende ordnete die französische Besatzungsmacht die Zerstörung
der Westwall-Bauwerke an und ließ dieselben von Spezialisten sprengen. Jahre
danach haben deutsche Verwaltungsämter die Bunkerruinen, die wie Schandmale
die Landschaft verunstalteten, mit Erde zuschütten lassen. Die ehemaligen Stan-
dorte sind danach zugewachsen und deshalb nur noch schwer auszumachen.
Ein Bunker stand an der Strasse zwischen der Kaisermühle und Sarnstall, bei der
Abzweigung nach Spirkelbach am Fuß des Rindsberg. Ein anderer bei der Kai-
sermühle gleich neben dem Mühlweg am Rand vom Rothenberg. Zwei weitere
am Rothenberg, einer davon am Waldrand unter der Strasse. Am Rothenberg in
der Willerung, einer am Waldrand Vor dem Rothenberg neben der Schulstrasse,
Auf der Acht bei der Mühlstrasse, Oben an den Krautäckern gegenüber der Ka-
pelle, In den Heiligenäckern beim Gossersweiler Weg, an der Maisbachstrasse
beim Schmidts Wäldel, auf der Langen Gewann am Mittelberg, im Pfarr-Wald in
der Bindelwies und in der Maisbachwillerung oberhalb vom Trögel stand je ein
Kampfbunker. In der Maisbachhalde waren zwei Kampfbunker. Auf dem Kloster
gab es einen Bunker mit einem Trinkwasserbehälter zur Versorgung der umlie-
genden Befestigungen, eine Panzerkuppel und einen Flakbunker. Die Trinkwas-
serquelle und Pumpstation waren in der Ebersbach, Gemarkung Völkersweiler.
http://www.propax.de/Daten/wbg_geschichten.pdf