08/08/2026
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Büdinger Erinnerungen: 140 Jahre Metzgerei Methfessel – eine lange Familientradition in der Obergasse
Vor 40 Jahren, im Jahr 1986, konnte ein traditionsreiches Büdinger Familienunternehmen ein ganz besonderes Jubiläum feiern: Die Metzgerei Peppel-Methfessel blickte auf 140 Jahre Geschichte zurück. Ihre Wurzeln reichten bis ins Jahr 1846, als Johannes Methfessel als Meister in die Büdinger Metzgerzunft aufgenommen wurde und sein Geschäft in der Obergasse eröffnete.
Über mehrere Generationen blieb die Metzgerei eng mit der Familie Methfessel verbunden. Gründer Johannes Methfessel übergab den Betrieb später an seinen Sohn Heinrich Wilhelm Methfessel, der 1886 in Büdingen das Licht der Welt erblickt hatte. Im Jubiläumsjahr 1986 stand mit Willi Methfessel bereits die nächste Generation für die lange Geschichte des Unternehmens.
Doch auch ein Übergang zeichnete sich ab: Willi Methfessel hatte das Geschäft 1984 an seinen Schwiegersohn Rainer Peppel weitergegeben. Gemeinsam mit seiner Frau Heidi Peppel, geborene Methfessel, führte dieser die Familientradition fort. Damit lag die Zukunft des Fleischereifachgeschäfts weiterhin in vertrauten Händen.
Der damalige Zeitungsartikel erinnerte zugleich an ein Stück Büdinger Alltagsgeschichte. Vielen älteren Einwohnern war noch bekannt, dass Heinrich Methfessel neben der Metzgerei auch eine Gastwirtschaft betrieben hatte. Willi Methfessel erzählte zudem von den Fahrten seines Vaters zum Haus Ysenburg und davon, dass dort besonders die Strecke zwischen Hasel und Wilhelmsbad zu den beliebten Ausflugszielen gehörte.
Auch außerhalb des eigenen Betriebes engagierte sich Willi Methfessel. Er war lange Jahre Rechner der Büdinger Schlachthausgenossenschaft und führte deren Kasse schließlich mit auf. Seine Arbeit, so erinnerte er sich damals, sei vor allem von Akribie und Hartnäckigkeit geprägt gewesen.
Im Mittelpunkt des Jubiläums stand 1986 jedoch die Zukunft. Heidi und Rainer Peppel führten das Fleischereifachgeschäft zu diesem Zeitpunkt bereits seit zwei Jahren. Rainer Peppel schlachtete als Fleischermeister noch selbst und gehörte ebenfalls der Büdinger Schlachthausgenossenschaft an. Neben Hausmacher Wurstwaren gehörten auch Angebote für Familienfeste und kalte Büfetts zum Sortiment. Unterstützt wurde das Ehepaar von einem Auszubildenden und einem Gesellen.
Das 140-jährige Bestehen war damit weit mehr als nur ein Firmenjubiläum. Es erzählte von mehreren Generationen einer Büdinger Familie, von handwerklicher Tradition und von einem Geschäft, das über viele Jahrzehnte fest zur Obergasse und zum Stadtbild gehörte. Ein Stück Büdinger Wirtschaftsgeschichte, an das wir heute – 40 Jahre später – in unserer Rubrik „Büdinger Erinnerungen“ zurückdenken.