05/08/2026
Neues aus dem Museumsbahnhof Asbach – Unsere Wismarer Triebwagen - Baureihe „Rhein-Sieg“
Am Freitag, 31.07.2026 haben wir in einer kleinen privaten Runde der Einstellung des regulären Personenverkehrs der RSE vor auf den Tag genau 70 Jahren gedacht. Eine Ära, die mehr als 85 Jahre angedauert hatte, ging damals zu Ende. Aus diesem Anlaß hatten wir am 01.+02.08.2026 auch erstmals ein zusätzliches Öffnungswochenende und deswegen widmen wir uns heute den erhaltenen Fahrzeugen des Personenverkehrs der RSE.
Hier aber zunächst nur wenige Fakten zum Personenverkehr dieser Bahn:
• Etwa 1870 begann die Beförderung von Personen in einem an die Güterzüge angehangenen Wagen – und das bis 1872 kostenlos (deswegen sind auch das genaue Datum des Beginns als auch die Beförderungsleistungen nicht überliefert). Was in Bonn wegen der Sperrung der Nordbrücke diesen Juni und in Luxemburg bereits landesweit praktiziert wird, gab es schon in den 1870ern im Bröltal – kostenlosen ÖPNV!
• Mit Ausnahme der Kriegszeiten und der Krisen in der ersten Hälfte der 1920er Jahre beförderte die Bahn jährlich ab etwa 1907 eine halbe Million Fahrgäste, bis ab etwa 1930 bis Kriegsbeginn der Busverkehr mehr und mehr Fahrgäste abzog!
• 1946 und 1947 wurden 2 bzw. mehr als 2,5 Millionen Fahrgäste pro Jahr befördert! Ein wesentlicher Grund waren die „Hamsterfahrten“ – Menschen, die aus dem zerstörten Köln/Bonner Raum aufs Land fuhren, um die letzten Habseligkeiten gegen Steckrüben oder einige Kartoffeln einzutauschen.
Waren es seit der Jahrhundertwende Dampfzüge mit den vielerorts bekannten 4-achsigen Weyer-Wagen, so prägten ab den 1930er Jahren Triebwagen der Waggonfabrik Wismar den Personenverkehr. 3 Fahrzeuge bildeten zusammen mit einem weiteren Schwesterfahrzeug, das an die Kleinbahn Steinhelle-Medebach ging, sogar eine eigene Baureihe „Rhein-Sieg“.
2 von diesen Fahrzeugen, bei denen - etwas untypisch für den Hersteller – die Motoren mittig unter dem Wagenkasten waren, sind bis heute erhalten geblieben, aber beide normalerweise der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Unser T2 genießt seit 2021 ein Dach über sich in unserer Werkstatt, nachdem er zuvor seit 1988 draußen stand und entsprechend gelitten hat. Der ebenfalls erhaltene T5 steht in Bieringen/Jagst zum Glück geschützt im Lokschuppen.
Zusammen mit den beiden Triebwagenanhängern TA4 und TA5, die in der Werkstatt der RSE in Hennef 1942 bzw. 1943 aus Weyer-Wagen umgebaut wurden, sind somit 70 Jahre nach Einstellung des regulären Personenverkehrs der RSE noch 4 Fahrzeuge erhalten geblieben. TA5 befindet sich aktuell in Jagsthausen, der TA4 wartet auf eine Kur in unserer Werkstatt, da er nach der V13 als nächstes Fahrzeug zur Aufarbeitung ansteht. Mit ihm soll in wenigen Jahren die neue alte RSE die Personenbeförderung auf unserem Bahnhof wieder aufnehmen.
Den TA4 können Sie, wenn auch unter einer schützenden Plane, an unserem August-Öffnungswochenende
(08.+09.08.2026 wie gewohnt jeweils 11 bis 17 Uhr)
am Bahnsteig anschauen. Und schon einmal ein heißer Tip – Am 2. Septemberwochenende ist wieder anläßlich des „Tages des offenen Denkmals“ auch die Werkstatt zugänglich und damit ist auch ein näherer Blick auf den T2 möglich, dessen Aufarbeitung nach dem Anhänger TA4 geplant ist.