Schloss Allstedt thront auf einem Bergrücken am Rande des Südharzes. In der imposanten Anlage spiegeln sich 1200 Jahre Geschichte wider. Mit der Ausstellung „SEIN und SCHEIN. Thomas Müntzer“ sind nach drei Jahren Schließzeit ausgewählte Bereiche der Kernburg von Schloss Allstedt wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Kernburg wurde seit 2023 eigens für den Ausstellungsbetrieb in einigen Ber
eichen baulich hergerichtet. Die Ausstellungsräume befinden sich aktuell in einem Zwischenbauzustand. Eine intensivere Untersuchung und Bewertung der historischen Bausubstanz kann erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Notwendig sind zunächst weitere Sicherungsmaßnahmen an Dächern und Mauern sowie die Sanierung der beiden notgesicherten Brücken. Die neue Ausstellung „SEIN und SCHEIN. Thomas Müntzer“ rückt Müntzers Wirken in Allstedt in den Mittelpunkt. Startpunkt bildet die einzigartige spätmittelalterliche Burgküche im Westflügel von Schloss Allstedt. Die sich anschließende Hofstube ist der historische Ort der „Fürstenpredigt“ Thomas Müntzers. Im Laufe der Jahrhunderte vielfach umgestaltet, bildet der heutige, leere Raum den Rahmen für etwas ganz Neues: ein immersives Erlebnis rund um Müntzers Leben. Erzählt von seine Ehefrau Ottilie von Gersen, lässt eine bildgewaltige multimediale Inszenierung Besucherinnen und Besucher eintauchen in die Geschichte des unbequemen Allstedter Pfarrers. Im Ostflügel des Schlosses geben historische Objekte und Dokumente Einblick in die Allstedter Stadtgeschichte, Müntzers Theologie und sein Selbstverständnis als Reformator, die Auseinandersetzung mit Martin Luther sowie seine Beteiligung an den Aufständen des Jahres 1525. Ein gesonderter Bereich zur Erinnerungskultur hinterfragt das bis heute verbreitete Bild von Müntzer als „Bauernkriegsführer“.