03/07/2026
Neu aufgearbeitet: Das Martin Hürlimann-Archiv
Martin Hürlimann (1897–1984) war ein autodidaktischer Fotograf, Verleger und Weltreisender. Mit den Bildbänden «Orbis Terrarum» und der Zeitschrift «Atlantis. Länder, Völker, Reisen» prägte er die visuellen Vorstellungen aussereuropäischer Gesellschaften im deutschsprachigen Raum nachhaltig.
1988 gelangte sein fotografischer Nachlass an die Fotostiftung Schweiz. Das Archiv umfasst Aufnahmen aus Europa, Indien, Südostasien, Nordafrika und dem östlichen Mittelmeerraum – von Reise- über Architekturfotografie bis hin zu Fotografie von Kunst- und Baudenkmälern.
Seine über sieben Jahrzehnte andauernde Schaffensperiode bedeutet auch eine grosse Vielfalt an historischen Bildträgern: Glasplatten, Cellulosenitrat- und Celluloseacetatnegative sowie etwa Diapositive oder Silbergelatineabzüge dokumentieren fast ein Jahrhundert Fotografiegeschichte. Mit einem Pilotprojekt wurde im Zuge der Aufarbeitung ausserdem der Umgang mit dem sensiblen Material Cellulosenitrat und -acetat geprüft.
In der Juni-Ausgabe des «Rundbrief Fotografie» berichten Michèle Dick, Janosch Kohler und Laura Köppel im Beitrag «Umgang mit Zerfall» über dieses Pilotprojekt. Im Fokus stehen Strategien für den Umgang mit dem sensiblen Material sowie die Herausforderungen zwischen konservatorischen Anforderungen und verfügbaren Ressourcen.
Ein grosser Teil des Bestands ist inzwischen digital erschlossen und über das Bildarchiv der Fotostiftung Schweiz online zugänglich und einsehbar.
📷 Martin Hürlimann
Belüftungssystem in Hyderabad-Sindh, Indien (heutiges Pakistan), 1926/27
Autopanne, Britisch-Indien (heutiges Indien), 1926/27
Quai des États-Unis, Nizza, vor 1926
Chandigarh, Indien, 1958
Kathmandu, Nepal, 1927
© Martin Hürlimann / Fotostiftung Schweiz