12/02/2026
KRIEGSKÄMME MIT EINER SPEZIELLEN GESCHICHTE
Kürzlich konnte das Museum HAARUNDKAMM eine umfangreiche Privatsammlung übernehmen. Darunter befanden sich auch diese auf den ersten Blick unscheinbaren Frisierkämme. Doch der historische Hintergrund ist es, was ihre Besonderheit ausmacht.
Die Kämme wurden um das Jahr 1940 aus Buchenholz gefertigt, in Süddeutschland. Horn war für Kammmacher im Krieg Mangelware; auch in der Kammfabrik Mümliswil wurden vermehrt Holzkämme hergestellt, aus Ahornholz, sogar feine Lauskämme.
Die Zeit hat den Kämmen zugesetzt. Der Einleimer am Rücken steht heute leicht vor, weil sich das Holz durch das Austrocknen etwas zusammengezogen hat. Buchenholz ist nicht besonders ideal, da es sich leicht verzieht und faserig ist, somit für Kämme nicht unbedingt erste Wahl.
Damals streckte man sich in Deutschland nach der Decke und suchte irgendwie zu überleben. Lange nach dem Krieg wurden m Nachlass einer aufgegebenen Schreinerei diese Kämme beim Räumen gefunden und jener Schweizer Sammlerin übermacht.
Und was hat es mit den Farben auf sich? Die olivfarben gestrichenen Kämme waren wohl für Soldaten der Wehrmacht bestimmt, die blauen Kämme gingen an Angehörige der Marine, und die naturbelassenen an alle anderen Kunden.