15/08/2022
Heute stellen wir euch den Mann vor, der die Ausstellung DOSIERT überhaupt erst möglich machte.
Christoph Studer ist ein Mensch mit schalkhaften Augen und einem wachen Geist. Wenn er aus seinem Leben und von seinen Leidenschaften erzählt, legt er Wert auf Details und exakte Angaben.
Studer sammelt. Historisches aller Art, insbesondere technische Geräte und Mineralien. Und seit 14 Jahren Langenthaler Porzellan - unter einem ganz besonderen Aspekt: Ihn interessiert weniger das gute Stück oder das Dekor, sein Interesse gilt der Zuordnung. Doch der Reihe nach.
Julia Studer brachte Langenthaler Geschirr in den Haushalt, als die beiden heirateten. “Mir gefiel es erst nicht sonderlich”, gesteht Christoph Studer. Für ihn als Elektroingenieur war Porzellan die Basis des Isolators, nicht mehr und nicht weniger. Auch mit Langenthal verbindet ihn nur seine Dialektfärbung; als Kind war er oft bei Verwandten im Oberaagau. Weil das Paar bald mehr als genug Geschirr hatte, gab es einen Teil an eine Händlerin weiter. Diese liess zum Dank eine Liste da. Sie enthielt verschiedene Bodenstempel, welche Zeugnis darüber ablegen, wann diese entstanden waren.
Christoph Studer glich die Stempel auf dieser Liste mit dem Geschirr daheim ab - und stellte fest, dass sie nicht komplett war. Sein Ehrgeiz war geweckt.
Das erste eigene Verzeichnis dieser Stempel Studers umfasste drei Seiten. Über viele Jahre ist der Nachweis auf 35 Seiten angewachsen. Er bildet nicht nur zahllose Stempel nach, sondern zeichnet auch die Herstellung des Langenthaler Porzellans nach.
“Was soll ich sonst tun?”, fragt Christoph Studer rhetorisch. Er, der seit 1977 mit der Diagnose Multiple Sklerose lebt, ist in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt.
Die Zuckerdose stand am Anfang seiner Leidenschaft - und blieb es. Daher steht sie auch in der aktuellen Ausstellung DOSIERT im Mittelpunkt.